Das WDR Lokalzeit Stadtgespräch zum Nach-Gucken: Wie schützen wir unsere Freiheit?
Bildquelle: WDR/Bothe55 Min. 1 Sek.. Verfügbar bis 29.08.2028. WDR.
Lokalzeit-Stadtgespräch zur Demokratie : Wie stärken wir das "Wir"?
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Ist unsere Demokratie in Gefahr? Und wenn ja: Wie schützen wir sie? Darüber haben NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Münsters Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf, sowie die WDR-Intendantin Katrin Vernau und weitere Gäste mit einem großen Publikum in Münster diskutiert.
Die Feierlichkeiten zum NRW-Jubiläum in Münster waren der Rahmen des Lokalzeit-Stadtgesprächs, das live auf WDR 5 übertragen wurde. Moderator Ralph Erdenberger stellte eine Umfrage von ARD und ZDF vor, nach der nur rund ein Drittel der Befragten mit der Demokratie derzeit zufrieden sind. Eine Mehrheit macht sich Sorgen um den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Auf die Frage, wie das in Münster wahrgenommen werde, sagte eine Zuhörerin unter großem Applaus: "Wir haben so viele Rechte, wir wissen gar nicht wie gut es uns geht".
Ministerpräsident Wüst: "Meinungen aushalten"
Ministerpräsident Hendrik Wüst kritisierte die zunehmende Intoleranz innerhalb der Gesellschaft. Er forderte: "Man sollte andere Meinungen wieder mehr aushalten."
Die Politik sei gefordert, die Demokratie zu schützen. Und die Politiker selbst sollten weniger versprechen und dafür mehr halten.
Polizei Münster mit besonderem Konzept
Was die Menschen am meisten spalte, sei die Integration von Geflüchteten. Und genau da versuche die Polizei Münster einzuspringen. Münsters Polizei geht einen besonderen Weg: Beamte in Uniform gehen in die Zentrale Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete und in "Problemviertel". Dort sprechen sie über Demokratie, machen Busfahrtrainings mit den Geflüchteten, versuchen, Vertrauen herzustellen.
"Die Demokratie wird viel schlechter geredet, als sie ist." Alexandra Dorndorf, Polizeipräsidentin Münster
Studie zeigt: Demokratie wird nach wie vor hoch gehalten
Nach einer Studie des Soziologen der Fachhochschule Münster, Sebastian Kurtenbach, ist die Zustimmung zur Demokratie als Staatsform überwältigend hoch. 90 Prozent der Befragten befürworten die Demokratie. Aber die Menschen fühlten sich nicht genug einbezogen.
"Viele Menschen haben in NRW nicht den Eindruck, dass es darauf ankommt, was sie sagen oder dass Wahlen etwas bringen." Sebastian Kurtenbach, Soziologe
Am besten stärke man die Demokratie vor Ort, etwa in Vereinen, Schulen, Quartierszentren.
Meinungen aus dem Publikum: Demokratie besser schützen
Beim Stadtgespräch waren auch viele Menschen vor Ort, die sich Sorgen um den Zustand der Demokratie machen - so zum Beispiel Sofie Pacla. Sie nimmt sehr unterschiedliche Auffassungen zur Demokratie wahr.
"Ich sehe, dass die rechte Seite immer stärker wird und ich habe den Eindruck, das die Parteien, die jetzt in der Regierung sind, das salonfähiger machen." Sofie Pacla
Horst und Lore Meiners finden, als Gesellschaft müssten wir unsere Demokratie noch besser schützen.
"Wir müssen an einigen Stellschrauben drehen, damit Demokratie nicht so anfällig ist." Horst und Lore Meiners
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Demokratie mit Fakten stärken
Die in letzter Zeit viel bescholtenen öffentlich-rechtlichen Medien könnten zum Demokratieerhalt ihren Beitrag leisten, so WDR-Intendantin Katrin Vernau.
Und zwar durch Informationen und Fakten. Die reine Information solle dazu beitragen, dass die Menschen sich selbst eine Meinung bilden.
Und Udo Schlüter vom Bündnis "Gemeinsam.Demokratie.Leben" in Coesfeld, der sich besonders gegen Hetze einsetzt, findet Demonstrationen ein geeignetes Mittel, um Demokratie zu wahren und auf Missstände aufmerksam zu machen.
Unsere Quellen:
- Veranstaltung vor Ort
- Teilnehmer und Zuschauer des WDR Lokalzeit-Stadtgesprächs
Sendung: WDR 5, Lokalzeit Stadtgespräch, 13.05 Uhr.