Notfallplan für marode Autobahnbrücken im Rheinland
Bildquelle: WDR / Frank R. WeihsWDR. 43 Sek.. Verfügbar bis 19.05.2028.
Marode Brücken nerven. Erst recht, wenn sie plötzlich gesperrt werden müssen. Wenn der Verkehr von der Autobahn runter muss, sich durch Ortschaften quält oder Umgehungsstraßen verstopft, weil das die vielleicht die kürzeste Ausweich-Route ist, die alle nehmen wollen.
Rheinland als Blaupause
Für zwölf Brücken im Rheinland hat die Autobahn GmbH Szenarien durchgespielt und einen "Erste-Hilfe-Kasten" erstellt, erklärt der Chef der Verkehrszentrale Leverkusen, Dr. Thomas Wiedholt.
Welche Routen funktionieren? Wo droht Chaos? Wer muss informiert werden? Muss vielleicht sogar ein Lagezentrum eingerichtet werden? Dieser Notfall-Plan soll auch auf weitere Brücken übertragen werden können, auch bundesweit.
Netzwerk aufgebaut
"Wenn der Verkehr von der Autobahn runter muss, gibt es sensible Bereiche, in den die Kommunen keinen Verkehr wollen. Oder es müssen Ampelschaltungen umprogrammiert werden", erklärt Dirk Brandenburger, Technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH. " Das können wir als Autobahn nicht alleine machen, da müssen wir mit Kommunen und Verbänden die besten Lösungen erarbeiten."
Anderthalb Jahre hat die Autobahn GmbH Rheinland Informationen gesammelt und sich mit Experten ausgetauscht: Land, Kommunen, Vertreter der Wirtschaft, Verbände - alle in einem Boot, um bei Bedarf schnell reagieren zu können.
Zwei Brücken tatsächlich marode
"Wir versuchen, vor die Lage zu kommen", erklärt Dirk Brandenburger, Technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH. Die zwölf für das Projekt ausgewählten Brücken standen nicht auf einer Prioritätenliste für Sanierungen.
Dass während der Projektphase zwei von ihnen tatsächlich zum Problemfall wurden - die Wiehltal-Brücke und die Bonner Nordbrücke - war reiner Zufall, betont Dr. Thomas Wietholt. Er sieht es positiv: "Da konnten wir natürlich Ergebnisse aus dem Projekt schon super anwenden."
Unsere Quellen:
- Autobahn GmbH
- Verkehrszentrale Leverkusen
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 19.05.2026, 18:09 Uhr
