Erneutes Bahn-Chaos wegen Brückenschaden in Opladen
WDR. 12.07.2026. 04:03 Min.. Verfügbar bis 12.07.2028.
Sie liegt idyllisch in einem Naturschutzgebiet: Die Eisenbahnbrücke über die Wupper, die bei Pendlern aktuell für so viel Ärger sorgt und die Deutsche Bahn seit Freitag beschäftigt. Mit dem Auto ist sie nicht zu erreichen. Um dorthin zu kommen, muss man von einem Wanderparkplatz anderthalb Kilometer über einen Trampelpfad gehen.
Die beschädigte Brücke
Auf der einen Seite der Brücke befindet sich ein Waldstück mit einem Pfad, der an der Wupper entlangführt. Auf der anderen Seite der Brücke liegen Mais- und Getreidefelder.
Aber diese Idylle wird durch kräftige Hammerschläge bereits am Sonntagmorgen gestört. Zu hören sind sie schon vom Weitem.
Arbeiten an der Brücke
Die Hammerschläge kommen von Arbeitern, die für die Bahn schon seit acht Uhr morgens ein Gerüst aufbauen. Ein Mitarbeiter der Gerüstbaufirma sagte einer WDR-Reporterin vor Ort, dass Teile des Gerüstes schon seit einiger Zeit aufgebaut seien - nicht erst seit bekannt wurde, dass neue Schäden an der Brücke entdeckt wurden. Die Bahn hatte am Freitag, den 10. Juli 2026, nach einer Prüfung festgestellt, dass ein tragendes Bauteil der Brücke beschädigt ist. Eines der beiden Gleise musste sofort gesperrt werden.
An der Brücke ist ein Gerüst aufgebaut.
Warum das Gerüst an der Bahnbrücke installiert wurde, ist unklar. Von der Bahn heißt es auf WDR-Anfrage, man wolle sich am Montag, den 13. Juli 2026, zur Brücke äußern. Sprich: der Zeitplan für eine mögliche Reparatur der Schäden und der Umfang sind noch vollkommen offen.
Brücke ist Nadelöhr im NRW-Streckennetz
So müssen die Bahnreisenden weiterhin viel Geduld haben und sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen.
Hier sollten eigentlich die Züge in Opladen fahren.
Am Sonntag, den 12. Juli 2026, fielen zahlreiche Züge der Linien RB48 und RE7 aus, die über die Brücke bei Opladen gefahren wären. Auch mehrere ICEs sind betroffen. Denn auf dieser Brücke sind schon unter normalen Umständen nur zwei Gleise befahrbar.
Sie ist damit ein echtes Nadelöhr auf einer Hauptachse der Bahn von Norden nach Süden quer durch NRW. Dass ausgerechnet diese Brücke jetzt plötzlich solche Probleme hat, und das nach einer allgemeinen Generalsanierung von Brücken durch die Bahn, sorgt für Kritik.
Man könnte sich auch fragen, ob man da nicht auch genauer hätte hinschauen müssen. Vor allem, da man diese Generalsanierung auch verkauft hat als: Wir machen alles perfekt. Aber da wurde dann immer wieder abgespeckt und nicht alles gemacht. Niklas Hoth, WDR-Bahnexperte
Große Frustration bei Pendlern
Thomas Güthos wollte eine Fahrradtour in Wuppertal machen.
Die Reisenden, die hier regelmäßig fahren, sind Ärger mit der Deutschen Bahn gewohnt. Viele nehmen es mit einer Mischung aus Frustration und Fatalismus. Es gab jetzt viele Monate die Gelegenheit, alles zu reparieren. Aber das ist ja ganz offensichtlich nicht geglückt. Ich hoffe jetzt nur, dass mein Zug überhaupt kommt.
Pendler können nur hoffen, dass die Deutsche Bahn schnell handelt, um den Schaden an der Brücke über die Wupper zu reparieren, damit die Strecke bald wieder auf beiden Gleisen befahrbar ist.
Unsere Quellen:
- Recherchen und Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
- WDR-Bahnexperte Niklas Hoth
- WDR-Interviews mit Pendlerinnen und Pendler am Bahnhof in Opladen
- WDR-Telefonat mit Pressesprecher Deutsche Bahn
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 12.07.2026, 12:45 Uhr.