Auf der Ruhr-Sieg-Strecke zwischen Hagen und Siegen beginnt eine der größten Baustellen im regionalen Bahnverkehr Nordrhein-Westfalens. Ab dem 10. Juli 2026 müssen sich Fahrgäste auf monatelange Einschränkungen einstellen. Wegen umfangreicher Bauarbeiten fallen Regionalzüge aus. Auf gesperrten Abschnitten übernehmen Busse den Verkehr.
Die Deutsche Bahn erneuert die rund 100 Kilometer lange Strecke bis Mitte Dezember. Sie führt von Hagen über Iserlohn-Letmathe und Kreuztal nach Siegen. Während der sechsmonatigen Bauzeit stehen mehr als 100 Einzelmaßnahmen an. Betroffen sind unter anderem Brücken, Gleise, Weichen und Bahnübergänge. Für Reisende bedeutet das vor allem: längere Fahrzeiten und häufigeres Umsteigen.
Ersatzkonzept Start bis Ende Juli
- Die Einschränkungen erfolgen in mehreren Bauphasen.
- RE34 fällt vom 10. bis 31. Juli auf dem gesamten Laufweg aus.
- RB91 ist zwischen Werdohl und Lennestadt-Altenhundem unterbrochen.
- Hier färt ein Schienenersatzverkehr mit Bussen.
- Der Bus braucht eine Stunde länger als der Zug.
Verkehrskonzept Ende Juli bis Anfang September
- RE34 fällt von Ende Juli bis zum 4. September erneut komplett aus.
- RB91 fährt dann nicht zwischen Lennestadt-Grevenbrück und Welschen Ennest.
- Auch hier fahren dann Busse als SEV.
- Der Bus braucht eine halbe Stunde länger als der Zug.
Verkehrskonzept September bis Dezember
- RE34 fällt vom 4. September bis zum 15. September komplett aus.
- RB91 entfällt zwischen Finnentrop und Siegen Hbf.
- RB93 entfällt zwischen Kreutal und Siegen Hbf.
- Es fahren Busse als SEV.
- Konzepte für die weiteren Bauphasen von September bis zum 11. Dezember werden erst noch erstellt.
Marode Brücken müssen erneuert werden
Die Bahn braucht die für die lange Sperrpause, um viele Arbeiten an der Infrastruktur gleichzeitig zu schaffen. Die Bahn investiert nach eigenen Angaben mehr als 150 Millionen Euro in die Strecke. Drei Eisenbahnbrücken in Kirchhundem werden komplett neu gebaut. Außerdem erneuert die DB rund 23 Kilometer Gleise und modernisiert 41 Weichen.
Auch der Fernverkehr bleibt betroffen. Die IC-Linie 34 fährt bereits seit April 2026 nicht mehr über die Ruhr-Sieg-Strecke. Grund sind Schäden an Eisenbahnbrücken in Kirchhundem. Diese werden so wie vier weitere Brücken so weit ertüchtigt, dass sie bis zu einer Sanierung in einigen Jahren wieder sicher befahren werden können.
Zu wenig Geld für Sanierungen in der Vergangenheit?
Zur Frage warum so viele Brücken in einem kleinen Abschnitt marode sind, dass sie saniert werden müssen, sagte Tobias Hauschild von der DB Netz, dass die Verkehrsmenge deutlich stärker angestiegen sei als erwartet: "Es ist auf der einen Seite eine Frage der technischen Lebensdauer. Und andererseits der Budgetierung. Wir würden uns wünschen, dass wir vorausschauend sanieren können, das ist uns in den letzten Jahrzehnten nicht immer budgetiert worden von der Bundesregierung."
Die Ruhr-Sieg-Strecke verbindet das Ruhrgebiet mit dem Sauerland und Siegerland und ist wichtig für Pendler sowie den Güterverkehr. Wegen der bergigen Landschaft führen viele Abschnitte über Brücken und durch Tunnel. Sie wird täglich von 2.000 bis 5.500 Fahrgästen genutzt.
Quellen:
- Deutsche Bahn
- Nahverkehr Westfalen-Lippe
Sendung: WDR2 Ruhrgebiet, Lokalzeit 29.06.2026, 13:30 Uhr
