Trockenheit in NRW: So hoch ist die Waldbrandgefahr | Aktuelle Stunde
WDR. 02:39 Min.. Verfügbar bis 07.07.2028.
Die Böden sind trocken. Schon kleine Funken oder Glut können jetzt vielerorts ein Feuer auslösen.
Auch Grasland von Brandgefahr betroffen - wird Grillen verboten?
Neben den Wäldern ist die Brandgefahr auch bei Wiesen, Parks und Feldern hoch - die wird im Graslandfeuerindex gemessen.
Auch der liegt in vielen Orten in NRW bei hoher oder sehr hoher Gefahr. Das könnte einige Freizeitpläne durchkreuzen: In einigen Kommunen darf dann nicht mehr gegrillt werden.
In Bochum ist das öffentliche Grillen direkt an den Graslandfeuerindex gebunden: Ab Stufe 3 darf in Grünanlagen nicht mehr gegrillt werden. Das ist aktuell der Fall. In anderen Städten wie Duisburg, Leverkusen und Gelsenkirchen gilt das erst ab Stufe 4. Wieder andere Städte haben ihre Regeln nicht an den Index gekoppelt.
Waldbrandgefahr: Heißt Stufe 5, dass es brennt?
Der Waldbrandgefahrenindex beschreibt das Potenzial für Waldbrände, das durch das Wetter besteht. Er bewertet nicht, ob schon ein Feuer brennt, sondern wie leicht ein Waldbrand entstehen und sich ausbreiten kann. In die Berechnung fließen zum Beispiel Temperatur, Wind, Niederschlag oder Luftfeuchtigkeit. Im Einzelnen bedeuten die Stufen:
- Stufe 1 = sehr geringe Gefahr
- Stufe 2 = geringe Gefahr
- Stufe 3 = mittlere Gefahr
- Stufe 4 = hohe Gefahr
- Stufe 5 = sehr hohe Gefahr
Waldbrandgefahr - was ist verboten?
Damit es nicht zum Waldbrand kommt, weist das Land NRW auf diese Regeln hin:
- Im Wald gilt vom 1. März bis zum 31. Oktober immer ein Rauchverbot per Gesetz.
- Offenes Feuer wie Grill und Lagerfeuer ist im Wald und im Abstand von 100 Metern zum Wald verboten.
- Keine Zigaretten entlang von Straßen und Wegen wegwerfen.
- Rettungswege wie Waldwege und Waldzufahrten müssen frei bleiben und dürfen nicht zugeparkt werden.
- Autos nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen - heiße Fahrzeugteile können trockenes Gras entzünden.
Buschbrand in Gladback
Waldbrand gesehen - was tun?
Wer einen Waldbrand sieht, sollte sofort die 112 anrufen und den Ort so genau wie möglich beschreiben - zum Beispiel das Gebiet benennen, den nächsten Weg, Ortsmarken oder die GPS-Position.
Waldbrand in der Wahner Heide
Eigene Löschversuche sind nur bei ganz kleinen, leicht erreichbaren Feuern ohne Risiko sinnvoll, schreibt das Land NRW. Wird das Feuer größer oder breitet sich aus, unbedingt Abstand halten, gegen den Wind weggehen, andere warnen und den Fluchtweg freihalten.
Waldbrandgefahr: Was NRW zum Schutz der Wälder tut
Um NRW vor Waldbränden besser zu schützen, warnt das Land seit 2025 mit Schildern vor der Waldbrandgefahr. Die Schilder weisen auf das Rauchverbot im Wald hin sowie auf das Verbot, im Wald offenes Feuer zu machen.
Darüber hinaus gibt es in Arnsberg ein spezielles Löschfahrzeug, den sogenannten "FireFighter". Das Fahrzeug ist besonders geländegängig und verfügt über einen 10.000-Liter-Löschwassertank. Mitte Juli soll in der Eifel ein zweiter "FireFighter" vom Landwirtschaftsministerium vorgestellt werden.
Auch nach dem jüngsten Brand in der Wahner Heide sieht das NRW-Landwirtschaftsministerium Fortschritte beim Waldbrandschutz. Vor vier Jahren hatte das Land ein Waldbrand-Schutzkonzept vorgelegt, seitdem habe sich einiges verbessert, so das Ministerium auf WDR-Anfrage. Forstleute und Feuerwehr würden häufiger zusammen trainieren, es gebe digitale Karten mit befahrbaren Waldwegen und Löschwasser-Zugängen.
Schutz nicht ausreichend
Dennoch haben sich noch im vergangenen Jahr die wenigsten Kreise und kreisfreien Städte in NRW mit einem Waldanteil von über 20 Prozent ausreichend gewappnet gefühlt. Ein Großteil bewertete die personellen und finanziellen Mittel zur Umsetzung eines Waldbrandschutz-Konzepts nicht als ausreichend.
Dass Schutz vonnöten ist, zeigen die kürzlich von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung veröffentlichten Zahlen: Insgesamt 1.175 Waldbrände gab es 2025 ‒ damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. In Nordrhein-Westfalen wurden 135 Brände erfasst.
Unsere Quellen:
- Deutscher Wetterdienst: Vorhersage des Waldbrandgefahrenindexes
- Pressemitteilung: Waldbrandgefahr steigt – Land setzt weitere Waldbrandschutzmaßnahmen um (24. Juni 2026)
- Nachrichtenagentur AFP
- Kreispolizeibehörde Rhein-Kreis Neuss
- Feuerwehr Gladbeck
- WDR-Bericht (13.07.2025)
Sendung: WDR.de, Hohe Waldbrandgefahr in NRW, 04.07.2026, 14:40 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 07.07.2026, 18.45 Uhr