Zum Start des Wochenendes zieht über weite Teile von NRW eine kräftige Gewitterfront. Das bedeutet: Starkregen, Hagelschauer, Blitze und Sturmböen. Auswirkungen gibt es auch auf Festivals in Nordrhein-Westfalen.
Herbstfeeling in NRW schon vor dem offiziellen Herbstbeginn
Doch auch wenn es schon in den letzten Tagen immer wieder geregnet hat: Insgesamt hat der Sommer viel Hitze gebracht und war zu trocken. In Nordrhein-Westfalen wirkt es an vielen Orten schon herbstlich: In Parks verlieren die Bäume längst ihre gelb und orange gefärbten Blätter.
Nicht nur optisch steht der Herbst schon vor der Tür. Meteorologisch beginnt er am 1. September, der kalendarische Herbstbeginn ist dann am 23. September. Viele Menschen hoffen, dass in den kommenden Wochen mehr Regen fällt als in den Monaten zuvor, damit die Natur sich wieder erholen kann.
NRW-Wetter-Experte: Langfristprognosen mit Vorsicht betrachten
Doch wer im Netz unterwegs ist, stößt aktuell auf Schlagzeilen wie diese: "Wettermodelle prognostizieren trockenen Herbst" oder "Extrem-Trockenheit kehrt im September zurück". Grundlage ist unter anderem das CFS-Modell der amerikanischen Wetterbehörde NOAA. Was ist von solchen Vorhersagen zu halten?
"Auf solche Jahreszeiten-Vorhersagen kann man sich noch nicht verlassen", ordnet Andreas Wagner aus dem ARD-Wetterkompetenzzentrum ein. Aus seiner Sicht ist das fast ein bisschen wie der Blick eines Wahrsagers in die Glaskugel.
Wettermodell sieht mehr Regen als im langjährigen Durchschnitt
Meteorologe Wagner verweist auf das Modell des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen, das bei den Langfristprognosen das verlässlichere Modell sei, wenn es weiter in die Zukunft geht. Natürlich sei aber auch dieses nicht fehlerfrei.
Das ECMWF-Modell erwarte im Oktober ausgeglichene Niederschlagsmengen in NRW. Anders sieht es dagegen in der Schweiz aus, was für den Wasserstand des Rheins wichtig ist. Dort dürfte es eine Abweichung von 10 bis 20 Litern pro Quadratmeter mehr geben. Es werde also nasser als im langjährigen Durchschnitt, erklärt Andreas Wagner.
Haben wir am Rhein bald wieder einen normalen Wasserstand?
Und der November dürfte dann laut aktuellem Stand des Modells in ganz Deutschland großflächig nasser als üblich werden. Im Rhein-Einzugsgebiet könnten es 20 bis 30 Liter Regen mehr pro Quadratmeter sein als normal. Im Dezember könnte es dann sogar noch mehr Niederschlag geben: 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter über dem langjährigen Durchschnitt. Bei der letzten Berechnung Anfang Juli sei das noch anders angesagt gewesen.
Der Rhein-Wasserstand steigt langsam wieder an.
Bildquelle: IMAGO/Dominik BundMüssen wir uns also um den Wasserstand des Rheins keine Sorgen mehr machen? Andreas Wagner aus dem ARD-Wetterteam betont: Damit der Rhein wieder auf ein normales Mittelmaß ansteigt, bräuchte es bis nächsten April jeden Monat Niederschlagsmengen von 100 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Und das sei eher unwahrscheinlich.
Im besten Falle würde es auch viel Schnee im Schwarzwald und den Schweizer Alpen geben. Das würde dann ab dem Frühjahr abschmelzen und dem Rhein zugeführt. Denn das Quellgebiet des Flusses liegt in der Schweiz.
Doch danach sieht es aktuell nicht aus, sagt ARD-Meteorologe Andreas Wagner. Denn dafür könnte der Dezember im Rhein-Einzugsgebiet zu warm werden. Doch auch diese Prognose muss natürlich mit Vorsicht genossen werden. Andreas Wagner empfiehlt: Statt schon jetzt die kommenden Monate im Detail vorhersagen zu wollen, wäre es sinnvoller, zum Beispiel monatlich auf das Thema zu schauen und eine Zwischenbilanz zu ziehen.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Andreas Wagner aus dem ARD-Wetterteam
- Berichterstattung von Portalen wie rp-online.de und fr.de
Sendung: wdr.de, Wird jetzt auch der Herbst zu trocken?, 28.08.2026, 15:55 Uhr.
