Unabhängigkeit von Öl und Gas: Warum die Kommunen so wichtig sind
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Ein neuer Klimabericht warnt vor Hitze und Extremwetterlagen. Gleichzeitig zeigt die Irankrise, wie abhängig wir in NRW von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas sind. Helfen könnte ein schnellerer Umstieg auf erneuerbare Energien - dabei spielen die Kommunen eine wichtige Rolle.
Die World Meteorological Organization hat ihren neuesten Bericht vorgelegt. Es sind keine guten Nachrichten. Der Bericht prognostiziert, dass Hitze und Extremwetterlagen zunehmen, die Gletscher schneller schmelzen als bisher gedacht. Die Organisation liefert aber auch einen Lösungsansatz: Das Schlimmste könne sich noch verhindern lassen, wenn der Ausstieg aus Öl und Gas schnell genug gelingt.
Kaputter Königsforst bei Köln: Extremwetter-Ereignisse wie Dürre und Trockenheit dürften laut WMO-Bericht noch zunehmen.
Wie problematisch die aktuelle Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ist, zeigt auch die Irankrise. Die Abhängigkeit Deutschlands und Nordrhein-Westfalens von den Weltmärkten ist immens. Steigende Preise für Erdgas und Öl kommen direkt bei den Verbrauchern an.
Unabhängigkeit von Öl und Gas: Was können Kommunen tun?
Welche Möglichkeiten gibt es, um die Menschen in NRW unabhängiger zu machen und gleichzeitig das Klima zu schützen? Ein Ansatzpunkt sind die Kommunen, sagt die Landesgesellschaft "NRW.Energy4Climate", die Städte, Gemeinden und auch Unternehmen in Klimaschutzfragen berät. Städtische Flächen könnten noch stärker als bisher für den Bau von Windparks oder Photovoltaikanlagen genutzt werden, besonders im ländlichen Raum.
Erneuerbare Energien können sich auszahlen
Christian Mildenberger
Manche Städte haben das bereits erfolgreich umgesetzt. Die Stadt Bedburg zum Beispiel hat bis vor wenigen Jahren tief in Schulden gesteckt. "Bedburg hat vor einigen Jahren aus der Haushaltssicherung heraus in einen Windpark investiert", erklärt Christian Mildenberger von "NRW.Energy4Climate", "mittlerweile schreibt die Stadt wieder schwarze Zahlen." Das Beispiel zeigt, dass Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit durchaus miteinander vereinbar sind.
"Es gibt in NRW noch vielfältiges Potenzial, die erneuerbaren Energien auszubauen." Christian Mildenberger, "NRW.Energy4Climate"
Weitere Kommunen, die erfolgreich erneuerbare Energien ausgebaut haben, sind Lichtenau, Warendorf oder Erkrath. Gleichzeitig hätten viele Kommunen die Chancen aber noch nicht erkannt, sagt Mildenberger. "Es gibt in NRW noch vielfältiges Potenzial, die erneuerbaren Energien auszubauen".
Wenn es gut läuft, profitieren davon auch die Verbraucher. Denn weil die Energiekosten von in NRW produziertem Strom unabhängig von den Krisen auf dem Weltmarkt sind, gibt es stabile Preise, zum Beispiel günstige Stromtarife.
Teuer und klimaschädlich: Viele Gebäude sind nicht energieeffizient
Oliver Wagner vom Wuppertal Institut, das zum Thema Nachhaltigkeit forscht, sieht ein weiteres großes Potential beim Einsparen von Energie. Denn viele öffentliche Gebäude sind schlecht gedämmt, müssten dringend saniert werden.
"Wenn man mal auf die Schulen schaut, da wird die Energie regelrecht zum Fenster raus geheizt, auch bei anderen öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern ist das der Fall", so Wagner. Mehr Energieeffizienz tue dem Klima gut und verringere gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.
Rund 60 Prozent des Energiebedarfs werden momentan von erneuerbaren Energien gedeckt. Klar ist: Ganz unabhängig von fossiler Energie kann ein industriell geprägtes Land wie NRW zumindest auf absehbare Zeit nicht so ohne weiteres werden. Aber es ist noch Luft nach oben - vor allem auch bei den Kommunen.
Unsere Quellen:
- Wuppertal Institut
- Energy4Climate
Sendung: WDR 5, Morgenecho, 23.03.2026, 6.03 Uhr