Wie gut können Schülerinnen und Schüler rechnen, lesen und komplexe Themen bearbeiten? Diese Fragen untersuchen verschiedene Bildungs-Vergleichsstudien seit vielen Jahren. Die vielleicht bekannteste ist die PISA-Studie der OECD, die bislang alle drei Jahre stattfand. An der Untersuchung nehmen 15-jährige aller Schulformen dieser Altersklasse teil, aus inzwischen 91 Staaten. In Deutschland haben sich rund 6.700 Schülerinnen und Schüler beteiligt.
PISA-Schock vor 25 Jahren
Bekannt wurde die PISA-Studie im Jahr 2001 durch den so genannten PISA-Schock, als deutsche Schülerinnen und Schüler in vielen Bereichen deutlich schlechter abschnitten als erwartet – was zeigte, dass das deutsche Schulsystem weniger gut funktionierte als damals angenommen.
Ergebnisse werden schlechter
Auch in diesem Jahr bestätigen die Ergebnisse einen Trend an deutschen Schulen: in allen getesteten Bereichen sind die Leistungen gesunken. Besonders deutlich gingen sie bei der Lesekompetenz zurück, aber auch in Mathematik und Naturwissenschaften schnitten die Schüler schlechter ab als beim Test drei Jahre zuvor.
Deutschland steht mit seinen schlechten Ergebnissen nicht allein da: in fast allen Teilnehmer-Staaten sind die Resultate schlechter ausgefallen als bei der vergangenen PISA-Studie.
Unterschiede zwischen Schülergruppen
Beim Lesen gibt es auch einen größeren Unterschied zwischen den Geschlechtern: Mädchen schnitten bei der Lesekompetenz deutlich besser ab als Jungen, eine vergleichbare Tendenz gibt es auch hier in den meisten anderen Teilnehmerländern.
Die jetzt veröffentlichten Zahlen zeigen auch, dass es in Deutschland große Unterschiede beim familiären Hintergrund gibt. Jugendliche aus zugewanderten Familien schneiden zum Beispiel bei Naturwissenschaften deutlich schlechter ab. Sie erreichen im Schnitt nur 438 Punkte, während Schülerinnen und Schüler ohne Migrationsgeschichte im selben Bereich auf 521 Punkte kommen.
Maßnahmen zum Gegensteuern
Die PISA-Ergebnisse passen zu den Resultaten anderer Bildungsstudien aus den vergangenen Jahren, zum Beispiel der IQB-Bildungstrends. Auch hier schnitten die Schülerinnen und Schüler in fast allen Bereichen schlechter ab als noch einige Jahre zuvor. Und zwar unabhängig vom Alter der getesteten Schüler. Deshalb haben die Bildungsminister der Länder inzwischen auch Maßnahmen beschlossen, die diesen Trend stoppen sollen.
In NRW gehört dazu unter anderem die von Schulministerin Dorothee Feller Stärkung der Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen. Bereits seit Herbst 2023 gibt es eine verbindliche Lesezeit von dreimal 20 Minuten pro Woche an den Grundschulen des Landes. Und gerade erst hat Feller für die Grundschulen auch eine Stärkung des Schreibens mit der Hand angekündigt.
Unsere Quellen:
- Ergebnisse der PISA-Studie 2025 (OECD)
- Eigene Berichterstattung zu Bildungsstudien
- NRW-Schulministerium
- ZIB - Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien
Sendung: WDR.de, Wieder schlechte PISA-Ergebnisse, 08.09.2026, 09:30 Uhr
