Nemo meldete sich gestern mit einem Post auf Istagram und kündigte an, den Pokal zur Europäischen Rundfunkunion EBU in Genf zurückzuschicken. Die EBU ist Veranstalter des ESC. Nemo begründet die Rückgabe mit der Entscheidung der EBU, Israel nicht von der nächsten Ausgabe des ESC auszuschließen. Die findet kommenden Mai in Wien statt. Im Insta-Post schreibt Nemo: Eurovision stehe für Einheit, Inklusion und Würde für alle. Israels Teilnahme am ESC stehe im Konflikt mit diesen Werten. Zitat: "Heute habe ich nicht mehr das Gefühl, dass die Trophäe in mein Regal gehört."
Immer mehr Boykott
Nach der Entscheidung von letzter Woche wollen immer mehr Länder den ESC boykottieren. Mehrere Länder hatten direkt nach der Mehrheitsentscheidung der EBU angekündigt: Wir boykottieren den ESC in Österreich. Das waren Spanien, Irland, Slowenien und die Niederlande. Diese Woche kam Island als fünftes Land dazu. Die EBU hatte beschlossen, dass alle Länder am ESC teilnehmen dürfen, die das wünschen- auch Israel.
Israels Teilnahme sei ein falsches Signal angesichts der hohen Zahl ziviler Opfer in Gaza. Irland verweist auf die anhaltende humanitäre Krise, die Niederlande sprechen von einer "mit unseren Werten unvereinbaren Lage". Slowenien kündigt offen an: kein ESC, solange Israel dabei ist – und begründet das mit getöteten Kindern in Gaza. Deutschlands Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und die ARD unterstützen die Teilnahme Israels und sagen: der ESC stehe für Offenheit und Vielfalt.
"Top Of The Hills" - Ca7riel y Paco Amoroso kündigen neues Album an
Am 19. Dezember erscheint das neue Album mit zwölf Songs. Ca7riel und Paco Amoroso haben gerade die Tracklist dazu auf Instagram veröffentlicht. Das Album stehe für "maximalistischen Sound"- und demontiere alle Erwartungen, sagen die beiden. Und wenn man der internationalen Presse glaubt, dann könnten das junge argentinische Duo damit ihren Platz am Latin-Pop-Himmel zementieren.
Ca7riel y Paco Amoroso spielten vergangenes Jahr in Europa noch Clubkonzerte vor 500 Menschen. Doch Songs wie Dumbai oder Beto´s Horns machten sie zu den Wunderkindern des experimentellen Latin Sounds.
2025 der Durchbruch
Solch einen Senkrechtstart hat man selten gesehen: Mit einer extra Portion Energie und Humor eroberten sie große Festival-Bühnen wie das Coachella in den USA, Glastonburry in UK oder Loolapalooza in Berlin. Im Frühjahr ging ihr Tiny Desk-Konzert viral: Mit einer großen Band spielten sie ein makelloses Set. Und es hagelte Preise: Zehn Nominierungen bei den Latin Grammys, fünf davon haben sie gewonnen - unter anderem für das beste Alternativ-Album. Und auch in ihrer Heimat Argentinien hat man reagiert und ihnen den Nationalen Musikpreis verliehen: Den Gardel de Oro.
Rezept: Wildstyle!
Sie vermischen rauen Trap mit elektronischen Beats, Pop und Jazz. Sie sind vom Style her rotzige Neo-Punks. Musikalisch sind sie sich aber nicht zu schade, für sentimentale Melodien. Gleichzeitig kontrollieren sie komplexe Arrangements. Sie selbst sagen: Wir sind nicht das was man als Latin-Sound erwartet, sondern ein Freak-Projekt. Die argentinische Tageszeitung la Voz lobt vor allem die energiegeladenen Live-Shows: Sie würden jedes Konzert in ein Spektakel verwandeln: Eine Mischung aus Virtuosität, Schweiß und kontrolliertem Chaos.
"Damaskus" - Gorillaz feat. Omar Suleyman und Yasiin Bey
Wenn sich ein syrischer Hochzeitssänger mit einer britischen Indie- Band und einem US-Rapper zusammentun, dann ist das ein echtes Sound-Abenteuer. "Damascus" heißt dieser neue Song von den Gorillaz - feat. Omar Suleyman und Yasiin Bey.
Hinter diesem tollkühnen Projekt steht Gorillaz-Mastermind Damon Albarn. Der Song ist zwischen Damaskus, London, Mumbai und New York entstanden. Heute ist er als neue Single von Gorillaz kommendem Album "The Mountain" rausgekommen.
Geschrieben haben ihn Damon Albarn und der syrische Superstar der Beduinenmusik Omar Suleyman. Der hat schon öfter mit europäischen Clubproduzenten wie Modeselektor zusammengearbeitet und ist dadurch international bekannt geworden. Ursprünglich hat Omar Suleyman seine Karriere als Hochzeitsmusiker bestritten. Bei Damascus treffen also Indie, Triphop, arabesque Soundflächen und New Yorker Rap aufeinander - und der stammt von Yasiin Bey aka Mos Def.
Im September haben die Gorillaz den Song in London auf einem Benefizkonzert für die Menschen in Palästina gespielt. Damals mit dem London Arab Orchestra. Jetzt ist er aber als Song raus. Zwar stellenweise immer noch mit Streichern orchestriert- aber dominant sind doch eher die Uptempo-Clubbeats.
Stilistische Berg und Taalfahrt
"Damascus" startet sehr ruhig mit einem arabischen Instrumental. Irgandwann kommt der Drop und er entwickelt sich zu dieser sehr erfrischenden Melange zwischen Tradition und HipHop. Es ist schon besonders wie Omar Suleyman und Yasiin Bey sich hier die Bälle zuwerfen. Heute Abend kommt auf Youtube auch noch das offizielle Video.
"The Mountain" mit vielen Collabos
Auf "The Mountain" werden extrem viele Feature-Gäste vertreten sein: Auf der Single Manifesto ist der argentinische Youngstar-Rapper Trueno drauf. Außerdem werden auf dem Album Rapper-Ikone Black Thought von den Roots dabei sein, oder auch die britisch-indische Sitar-Spielerin Anoushka Shankar und das London Arab Orchestra u.a.. Spannend ist auch, dass inzwischen verstorbene Musiker zu hören sein werden - zum Beispiel Dave Jolicoeur von De La Soul oder Drummerlegende Tony Allen.