Global Pop News 29.04.2026 : Taylor Swift lässt Stimme und Aussehen patentieren
Stand:
Taylor Swift lässt Stimme und Aussehen patentieren | Megan Thee Stallion verlässt Broadway-Musical "Moulin Rouge" vorzeitig | Tiwa Savage-Stiftung vergibt Millionen-Stipendium für junge Musiker:innen
Von Vincent Lindig & Kai Brands
Sie ist einer der größten Stars unserer Zeit. Ihre Songs haben Milliarden von Streams, ihre Privatflugzeug-Reisen sind zum Meme geworden. Jetzt hat sie ein Patent angemeldet, das verhindern soll, dass man mit ihr KI-Kunst macht. Taylor Swift hat letzte Woche in den USA zwei Marken-Patente angemeldet – dabei geht es um ein Bild von ihr auf der Bühne, mit Gitarre umgehängt und hohen rosa Stiefeln. Und um ihre Stimme, genauer gesagt zwei Aufnahmen, in denen sie ihr letztes Album "The Life of a Showgirl" bewirbt. Damit kann Swift nicht nur dagegen vorgehen, wenn jemand ihre Stimme mit KI identische oder nahezu identisch nachbaut – sondern auch gegen KI-Produktionen, die "confusingly similar", also "verwechslungsfähig ähnlich" sind. Das ist eine juristische Formulierung, die im KI-Bereich häufig verwendet wird.
Mit Hilfe dieser Formel kann man gegen KI-generierte Songs oder Videos vorgehen. Von Swift könnte dann etwa vorgebracht werden, dass die Stimme in einem KI-Song ihrer echten Stimme in den patentierten Soundschnipseln "verwechslungsfähig ähnlich" klingt. Das gleiche gilt für das Foto von ihr. Auch der US-Schauspieler Mathew McConaughey hat insgesamt acht Markenanmeldungen beim Patentamt eingereicht – die betreffen seine Stimme, markante Aussagen und kurze Videosequenzen. Das Ziel ist das Gleiche: Referenzmaterial patentieren lassen, damit KI-Produktionen aus dem Verkehr gezogen werden können – oder die Leute, die sowas produzieren, zumindest dafür bezahlen müssen, wenn sie die Stimme und das Aussehen von Künstlern verwenden.
Megan Thee Stallion verlässt Broadway-Musical "Moulin Rouge" vorzeitig
Eigentlich war es ein "Match made in heaven": Das ikonische, freizügige Broadway Musical "Moulin Rouge" und US-Rapperin Megan Thee Stallion. Erst Ende März wurde bekannt, dass sie die Rolle von Zidler, dem Direktor des Nachtklubs, übernehmen werde. Doch sie musste schon kurz nach ihren ersten Auftritten eine Vorstellung abbrechen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Auf Instagram hatte sie danach geschrieben, dass bei ihr extreme Erschöpfung und Dehydrierung diagnostiziert wurde. Sie nannte den Zusammenbruch einen Weckruf und sagte, dass sie die Grenzen ihrer Kräfte überschritten habe. Danach ist sie aber wieder auf die Broadway-Bühne zurückgekehrt – nur um jetzt endgültig auszusteigen.
Dabei spielte sie ein zentrale Rolle in dem Musical: Als erste Frau überhaupt hat sie Zidler auf der Bühne verkörpert, den Direktor des Nachtklubs Moulin Rouge. Sie hat auf der Bühne auch gerappt, sich intensiv eingebracht. Eigentlich hätte sie noch bis Mitte Mai mitspielen sollen. Aber diesen Freitag soll dann ihr letzter Auftritt als Zidler sein, das Produktionsteam will bald Ersatz bekanntgeben. Megan The Stallion hat in der emotionalen Instagram-Botschaft dem ganzen "Moulin Rouge"-Team und ihren Fans von Herzen für die Unterstützung gedankt.
Tiwa Savage-Stiftung vergibt Millionen-Stipendium für junge Musiker:innen
Tiwa Savage ist seit über 20 Jahren erfolgreich als Musikerin unterwegs, inzwischen ist sie eine der meistgestreamten Sängerinnen Afrikas. Zeit, was zurückzugeben: Über zwei Millionen Dollar schwer ist das Stipendiatenprogramm, das die Tiwa Savage Music Foundation gerade an 18 junge Leute aus Nigeria vergeben hat. Wir hatten schon mal über das Programm berichtet: 2100 aufstrebende Talente aus dem Bereich hatten sich laut Stiftung darauf beworben. Aus denen wurden wiederum 120 ausgewählt, die in einem intensiven Ausbildungsprogramm in Nigeria alles über Musikproduktion und das Geschäft lernen konnten: Musiker, Songwriterinnen, Produzenten. Und 18 von ihnen werden eben jetzt mit Hilfe der Stipendien am renommierten Berklee College of Music in Boston studieren. Es geht bei der Summe von zwei Millionen US-Dollar - also nicht um Geld, sondern um Studiengebühren, die damit abgedeckt werden. Tiwa Savage hat ihre Motivation und Vision dahinter so beschrieben:
Ich will nicht einfach nur Artists unter Vertrag nehmen. Ich will Führungspersonen, Produzentinnen und Labelchefs hervorbringen, die die Zukunft der Musikindustrie verändern. Unsere Studentinnen und Studenten werden Soundtracks für Filme produzieren, Labels leiten und ihrerseits Mentoren werden, die zurückkommen, um in die nächste Generation zu investieren. Tiwa Savage
2007, also vor fast 20 Jahren, war Tiwa Savage selber Studentin an der Berklee-Uni. Dass sie jetzt aus ihrer Stiftung heraus anderen jungen Leuten die Möglichkeit gibt, dort zu studieren, ist also ein richtig schöner Full-Circle Moment. Ihre Stiftung hat mit dem Berklee College of Music eine laufende Partnerschaft.
Vince Staples kündigt neues Album "Cry Baby" an
US-Rapper Vince Staples aus Kalifornien ist bei vielen für seine Experimentierfreude, einen unkonventionellen Sound und düstere Lyrics bekannt. Nach rund zwei Jahren ohne Solo-Output ist er jetzt musikalisch zurück. Kurz nach Veröffentlichung der neuen Single "Blackberry Marmalade" am Wochenende hat er am Dienstag (28.04.) sein neues Album "Cry Baby" angekündigt.
Mit Blick auf das dazugehörige Cover kann man in das besagte "Cry Baby" durchaus US-Präsident Donald Trump hineininterpretieren. Die Baby-Karikatur trägt eine blonde Haartolle und die US-Nationalflagge als Windel, zusammengehalten mit einer Sicherheitsnadel. In US-Medienartikeln zur Albumankündigung wird Vince Staples mit dem Satz zitiert: "Während die Welt brennt, habe ich entschieden dieses Album rauszubringen. Danke fürs Zuhören." Es ist davon auszugehen, dass es politisch und kritisch auf dem Album zugehen wird.
Mit der ersten Auskopplung, der neuen Single "Blackberry Marmalade", hat Vince Staples für einige Schlagzeilen gesorgt. Zu dem Beat Richtung Noise-Rock rappt Vince Staples unaufgeregt und lässig vor allem Rassismus und rassistisch motivierte Gewalttaten bzw. Mord. Das wird mit einem heftigen Musikvideo noch einmal verstärkt. Das ist aus der First-Person- oder Ego-Perspektive gedreht und zeigt einen eindeutig rassistischen Amoklauf, unter anderem gegen Vince Staples, der erfolglos versucht die Person zu entwaffnen.
Vince Staples letztes Album "Dark Times" ist von 2024. Der Rapper aus Kalifornien war auch mit seiner eigenen Biopic-Satire-Serie "The Vince Staples Show" als Schauspieler aktiv. Im Januar gab es dann die News, dass damit nach zwei Staffeln Schluss ist. Das neue Album "Cry Baby" soll am 5. Juni erscheinen.