Ariana Grande geht gerichtlich gegen anonyme Datendiebe vor
Die USA-Schauspielerin und Global-Pop-Sängerin ist vor Jahren bestohlen worden: Ein anonymer Hacker verschaffte sich Zugang zu ihren Daten, stahl Musik sowie Fotos und veröffentlichte sie im Netz. Jetzt ist Ariana Grande dem unbekannten Datendieb juristisch einen Schritt näher gekommen. Sie hat vor Gericht geklagt und dadurch ein sogenanntes "beschleunigtes Vorladungsrecht" erwirkt.
Dieses Recht erlaubt es ihrem Anwaltsteam, Daten bestimmter Internetplattformen einzusehen und Onlinedienste vorzuladen, auf denen die gestohlene Musik veröffentlicht wurde. Ziel ist es, die wahren Identitäten von zwei anonymen Datendieben zu enttarnen, die Demos, Fotos und unveröffentlichte Songs im Darknet verkauft haben sollen. Bisher agierten die Täter unter dem Pseudonym "John Doe".
Grande vermutet, dass die Plattformen entscheidende Konto-, Abo- und Anmeldedaten der Datendiebe besitzen. Die Sängerin betont, seit Jahren zu versuchen, die Verantwortlichen zu identifizieren, die sich hinter Wegwerf-Konten und Peer-to-Peer-Zahlungsdiensten verstecken. Laut den Gerichtsdokumenten dauern die Leaks an, weshalb Grande die Löschung wichtiger Beweise befürchtet.
In der Klage heißt es, die Täter hätten sich Zugang zu Konten ihrer Fotografen und Produzenten verschafft, um Master-Aufnahmen, Demos und Studiosessions zu entwenden. Allein im Jahr 2023 seien 45 unveröffentlichte Songs gestohlen worden - seit ihrem Musikdebüt gab es Hunderte ähnlicher Fälle.
Kritik an VMAs: Lateinamerika und Afrika unterrepräsentiert
Lange Gesichter in Spanien, Lateinamerika und Afrika: Die VMAs waren schon mal diverser. Dass man nicht immer nominiert werden kann, ist klar. Aber hier scheint es um strukturelle Fragen zu gehen: Stichwort Repräsentanz und Anerkennung. In den Top-Kategorien wie Video, Song oder Artist des Jahres sind keine spanischsprachigen Artists nominiert. Dabei sind Bad Bunny, Shakira, Karol G oder Rosalía so erfolgreich wie nie. Spanischsprachige Musik wird bei den VMAs offensichtlich vernachlässigt, lautet jetzt der Vorwurf vieler Kulturjournalisten und Fans.
Zwar sind die genannten Superstars nominiert, aber eher lieblos zusammengefasst in der Kategorie Best Latin. Auch das erhitzt die Gemüter, weil zum Beispiel Shakira eine ihrer beiden Nominierungen für den WM-Song "Dai Dai" mit Burna Boy bekommt, der Song ist aber nicht wirklich Latin. Die spanische Tageszeitung "el Pais" bemängelt, dass Rosalía ihre einzige Nominierung ebenfalls in der Kategorie Latin für ihren Song "La Perla" bekommen hat. Dabei ist weder der Song noch Rosalia selbst "Latin". Angesichts des Mega-Erfolgs ihres Avantgarde-Classic-Albums "LUX" und ihrer ausverkauften Welttournee fehlt auch da das Verständnis.
In Afrika dürfte die Enttäuschung noch größer sein als in Lateinamerika. Denn die gerade erst vor zwei Jahren eingeführte Kategorie Best Afrobeats wurde in diesem Jahr einfach wieder abgeschafft. Ganz so, als sei Musik aus Afrika nicht mehr wichtig. Nominiert sind auch nur zwei Artists vom Kontinent: Der nigerianische Sänger Burna Boy für "Dai Dai" mit Shakira in der Kategorie Latin. Und die nigerianische Sängerin Tems in der Kategorie Best R'n'B für den Song "Raindance" mit dem britischen Rapper Dave.
HipHop-Kemp-Festival kurzfristig abgesagt
Wenn ihr im Sommer auf ein Festival fahrt, dann ist das mit Vorfreude, aber auch mit einigem Aufwand verbunden: Urlaub nehmen, die Bestis überzeugen mitzukommen, Ticket kaufen, Reise und Übernachtung planen - und dann geht es endlich los. Genau so haben sich tausende Hip-Hop-Fans auf das HipHop-Kemp-Festival im tschechischen Pilsen gefreut. Auf dem Line-up stehen US-Rapper wie Freddie Gibbs, Producer The Alchemist oder deutsche Rapper wie MC René und Chefket. Sollte es am Freitag (21.08.) losgehen, wurde es gestern Abend spontan abgesagt.
Eine offizielle Erklärung der Veranstalter steht noch aus - sie soll in den kommenden Tagen folgen. Bisher gibt es nur einen Instagram-Post: Dort heißt es, das Line-up habe nicht genügend Fans angelockt, dementsprechend wurden nicht genügend Tickets verkauft. Man habe es vermasselt. Zitat: "Das HipHop Kemp 2026 ist abgesagt. Das diesjährige Wiedersehen wird nicht stattfinden. Gezeichnet: Kemp-Familie - es tut uns leid."
Das Festival richtet sich an ein internationales Publikum. Es hat sechs Jahre pausiert. Für dieses Jahr war das Comeback vorgesehen - mit internationalen Kultstars wie Onyx oder Digable Planets. Zu Wort gemeldet hat sich MC René. Er war gestern Abend noch in Regensburg in der Nähe der tschechischen Grenze. Heute kam ein Insta-Post.
Darin schreibt er, dass ihm am Vortag Fotos vorlagen vom kaum vorbereiteten Festivalgelände und dass er verunsichert war. Als gestern Abend erstmals die Artists die Absage bekamen, haben alle diese Infos an ihre Fans weitergegeben - und zwar noch vor dem Veranstalter. René kritisiert eine zu kurze Planungsphase für ein Comeback. Er könne auf seine Gage verzichten, aber ihm täten die Fans leid. Seine größte Kritik: Man kann nicht so lange, bis kurz vor Festivalbeginn, mit der Absage warten. Einfach weil Fans und Artists Kosten tragen.
Die COSMO-Musikredaktion hat mit der deutsch-türkischen Rapperin Tice aus Düsseldorf gesprochen. Sie ist im Hotel und muss sich jetzt selbst um ihre Rückreise kümmern. Sie sei geschockt gewesen, als ihr die Nachricht von der Absage überbracht wurde. Sie nennt die Situation "eine Katastrophe".
"Im Endeffekt haben wir uns lange Zeit auf dieses Festival gefreut. Zuschauer genauso wie Künstler und Künstlerinnen. Mir fehlen die Worte, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Für alle Teilnehmenden: Es ist eine sehr traurige Angelegenheit. Ich denke, dass das HipHop-Kemp sich auch zukünftig endgültig verabschieden wird."