Nach Last-Minute-Absage für 2026
Die spontane Absage des Hip-Hop Kemp 2026 hat Ende letzter Woche für einige Schlagzeilen gesorgt. Nach mehreren Jahren sollte das Festival nahe der tschechischen Stadt Pilsen sein großes Comeback feiern - geplant mit einem internationalen Line-up mit unter anderem Chefket und Tice aus Deutschland oder US-Stars wie The Alchemist. Einen Tag vor Beginn am 21. und 22. August wurde das Festival abgesagt.
Mittlerweile gibt es ein ausführlicheres Statement von Veranstalter Radek Maliník, in dem er nach vorne blickt: Das Hip-Hop Kemp werde stattdessen auf 2027 auf dem eigenen Festivalgelände verschoben. Die Tickets für das ausgefallene Event behalten für nächstes Jahr ihre Gültigkeit. Es gehe darum, Vertrauen wiederzugewinnen - ob das nach dem Vorfall gelingt, bleibt jedoch offen.
Hauptgrund für die Absage war der schlechte Vorverkauf: Bei einer Auslegung für 5.000 bis 6.000 Besuchende wurden nur rund 2.200 Tickets verkauft. Im Post heißt es: "Der erhoffte Endspurt im Vorverkauf blieb aus." Ein geplantes Unwetter sei dann "der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte" gewesen. Eine derart kurzfristige Absage gilt in der Branche als äußerst ungewöhnlich und unprofessionell.
Viele Artists und Gäste waren zum Zeitpunkt der Absage bereits unterwegs, hatten Kosten und mussten spontan umplanen. Rap-Producer-Größe The Alchemist organisierte kurzfristig ein Solo-Konzert in Prag.
"Universidad del Perreo": Wisin startet angeblich Reggaeton-Uni
Reggaeton-Star Wisin aus Puerto Rico hat die wohl erste akademische Reggaeton-Institution angekündigt - zumindest nennt er sein neues Projekt "Universidad del Perreo" (Perreo-Universität). "Perreo" bezeichnet den sexy Tanz beim Reggaeton mit viel Körperkontakt und Booty-Shaking. In einem kurzen Instagram-Video erklärt Wisin: "Lass dir nicht nur erzählen, wie es war. Komm vorbei und lerne von denen, die das Ganze erfunden haben. Melde dich noch heute an der 'Universidad del Perreo' an und werde Teil der nächsten Generation von Legenden."
Wisin ist seit den späten 90er-Jahren ein Star der Szene - zunächst im Duo mit Musik-Kollegen Yandel, später auch als Solokünstler. Wahrscheinlich wird es in irgendeiner Form Workshops mit ihm geben, doch konkret ist bisher wenig bekannt. Auf der offiziellen Website ist von der Geburt einer neuen Institution die Rede. Demnach soll Reggaeton kulturell, künstlerisch und wissenschaftlich betrachtet werden. Es soll um Forschung, Erhalt und Fortschritt gehen. Ob auch Sexismus im Genre thematisiert wird, bleibt unklar.
Auf der Website läuft derzeit ein Countdown: Was genau in neun Tagen am 2. September passiert, wenn dieser abläuft, wird sich zeigen. Über Instagram sucht Wisin zudem noch nach Dozentinnen und Dozenten. Einen eingängigen Slogan gibt es jedenfalls schon: "Rhythmus ist der Lehrplan. Die Straße ist der Campus." Die Ankündigungs-Posts erhielten bereits zigtausende Likes, unter anderem von Genre-Größen wie J Balvin oder Nicky Jam.
In den sozialen Medien sorgt die Idee für viel Begeisterung und Amüsement, weshalb zum vermeintlichen Lehrplan und den Lehrkräften bereits zahlreiche Memes kursieren. Passend zur Ankündigung gibt es zur Einführung auch schon eine offizielle Playlist.
Bad Bunny beendet Welttournee in Puerto Rico
Ein letztes Mal "La Casita" und ein letztes Mal "Nueva Yoooooool": Am Sonntag (23.08.) fand die letzte Show von Bad Bunnys Welttournee zum Erfolgsalbum "DeBÍ TiRAR MáS FOToS" statt. Zu Ende ging sie dort, wo alles angefangen hat - zu Hause in Puerto Rico. Seine klare Ansage zum Schluss: noch einmal richtig abgehen und zusammen tanzen. Entsprechend performte er seine Hymne auf den Reggaeton-Tanz Perreo, "EoO", inklusive eindrucksvollem Feuerwerk.
Natürlich hatte der Global-Pop-Superstar bei der finalen Stadion-Show in San Juan auch wieder hochkarätige Gäste am Start. Diesmal begrüßte er unter anderem seinen puerto-ricanischen Musik-Kollegen Rauw Alejandro auf der Bühne. Gemeinsam performten die beiden die zwei Hits "Party" und "Qué pasaría". Während der gesamten Tournee hatte Bad Bunny immer wieder wechselnde Gast-Artists eingebunden.
Bereits am Samstag (22.08.), bei der ersten der beiden Final-Shows, nutzte er die Bühne auch für klare Worte: Bad Bunny sprach über die aktuellen Probleme in seiner Heimat, insbesondere die mangelhafte Wasser- und Stromversorgung. Das Empowerment für die Menschen in Puerto Rico zog sich als zentrales Thema durch das gesamte Album und die Tournee. Bereits 2025 hatte er unter dem Titel "No Me Quiero Ir de Aqui" 31 Shows ausschließlich in Puerto Rico gespielt.
Diese legendäre Residency hatte der Insel erhebliche Einnahmen und weltweite Aufmerksamkeit beschert. Es folgte die Welttournee mit zwei von COSMO präsentierten Deutschland-Konzerten in Düsseldorf sowie der historischen Super-Bowl-Halbzeitshow. Laut Veranstalter brachte die Tournee bei 55 Shows rund 420 Millionen Euro ein und verkaufte etwa drei Millionen Tickets - die umsatzstärkste Tour eines männlichen Latin-Artists überhaupt.
Diskussion über den Nutzen von KI in der Musikbranche
Über den Nutzen von Künstlicher Intelligenz in der Musik wird viel diskutiert. Der Musikproduzent und US-Rapper Dr. Dre zeigt sich als Befürworter. In einem Interview mit der New York Times bezeichnet er AI als ein weiteres Werkzeug um Musik zu machen. Er nutze sie, um zu schauen, was die Technik mit dem macht, was er sonst macht - und genauso würden das andere brillante Producer machen, wie Timbaland.
Er könne kaum erwarten, was noch so damit passiert. AI sei für ihn keine Bedrohung und Kritiker klängen wie Personen, die auch gegen die Drum Machine gewesen wären, als sie herauskam. Oder Synthesizer. AI sei ein neues Werkzeug für Kreativität: "Die einzigen Leute, die das als Bedrohung sehen, sind diejenigen, die Schwierigkeiten haben, kreativ zu sein.", so Dr. Dre.
Kritiker:innen von AI in der Musik sehen oft das Gegenteil: Durch AI würde kreatives Schaffen und echte menschliche Emotionen in der Musik verloren gehen. Popstar Madonna zum Beispiel sagte Vogue Italia, AI zu nutzen wäre das "Gegenteil von Kunst" und würde Artists davon abhalten Risiken einzugehen. Abgesehen vom kreativen Schaffen, geht’s vielen, die AI kritisieren um rechtliches und finanzielles.
Durch den Vormarsch von KI-Musik könnten bis 2028 rund ein Viertel der Einnahmen von echten Musikern und Musikerinnen wegfallen. Und oftmals kommt es zu Urheberrechtsverletzungen, wenn Künstliche Intelligenz mit Musik von echten Artists trainiert wird. Lizenzdeals zwischen Labels und AI-Technik Unternehmen sollen Rechtsverletzungen entgegenwirken.
Die KI Firma Suno hat solche Deals mit dem Musikverlang BMG und dem Label Warner abgeschlossen. So sollen echte Artists, die bei ihnen unter Vertrag sind geschützt und entlohnt werden, wenn sie ihre Musik für Suno bereitstellen. Das finden aber auch nicht alle Artists gut. Das Producerteam Kitschkrieg hat bei Instagram seine Sicht darauf geteilt.
"Um es klar zu sagen. Wir haben nie bei einem dieser Unternehmen unterschrieben, wir betreiben unser eignes Label und haben Vertriebsverträge mit ihnen abgeschlossen, was nun zu der Situation führt, dass diese Clowns denken, sie können unsere Musik (zum Beispiel alle Kitschkrieg, alle Trettmann-Alben) an Suno geben und 'uns bezahlen' Behaltet euer Geld und verzieht euch. Das wird nicht passieren, wir werden diesen Scheiß bekämpfen mit allem, was geht." Kitschkrieg