Chance The Rapper & Vic Mensa: Aussprache und Erinnerungen
US-Rapper Vic Mensa ist in den letzten Jahren mit gesellschaftspolitischen Takes aufgefallen, die er bei Social Media teilt und die von der Form her immer gleich ablaufen: Er pflückt eine Orange in seinem Garten und spricht in die Kamera, während er die Orange schält. Diese Clips wurden eine Art Kult und waren ausschlaggebend für den Beginn seines neuen Podcasts. In dieser Woche ist die erste Folge von "The Vic Mensa Show" an den Start gegangen. Erster Gast war Chance The Rapper – Grammy-Preisträger, Rap-Kollege und der Patenonkel von Vic Mensas Kind. Die Folge überrascht vor allem mit einem emotionalen Ausschnitt, in dem sich beide für Dinge in der gemeinsamen Vergangenheit entschuldigen. Die beiden Rapper kennen sich seit ihrer Kindheit. Sie sind zur selben Schule in Chicago gegangen, waren gemeinsam bei Open-Mic-Sessions, haben letztendlich auch zusammen Musik gemacht und waren gut befreundet. An einem Punkt sprechen sie aber über eine Phase, in der sie krass zerstritten waren. Das hatte vor allem mit Neid zu tun, sagt Vic Mensa: "Zu sehen, wie viel Erfolg du hattest, hat mich neidisch gemacht. Ich habe Sachen gesagt und getan, für die ich mich entschuldige."
Chance Der Rapper meint daraufhin, dass er das schon lange verarbeitet hätte, denn sonst wäre er nicht hier in seinem Podcast. Er hatte aber auch selbst noch etwas loszuwerden und hat sich dafür entschuldigt, dass er ihn nicht als Support-Act auf seine Tour genommen hat. Das bewegt Vic Mensa ziemlich, denn er ging damals durch eine schwierige Phase, sagt er. Das hätte ihn ziemlich verletzt. Er hat damals bei seinen Eltern gelebt und versucht, irgendwie Geld zusammenzukratzen, während er gesehen hatte, dass Chance The Rapper Geld hatte, ihn aber nicht bei der Tour dabeihaben wollte. Vic Mensa musste lernen zu gönnen, sagt er. So offen und öffentlich diese Gefühle zu zeigen und darüber zu sprechen, ist nicht selbstverständlich und erst recht im Rap-Game eine Seltenheit. Das kommt bei ihren Fans gut an. Das Gespräch zwischen den beiden ist mal reflektierend, mal blödeln sie aber auch nur rum und schwelgen in Erinnerungen. Es geht auch darum, wie sie gewachsen sind und erwachsen geworden sind. Sie sprechen über ihre Anfänge in der Musik oder auch einen gemeinsamen Trip nach Ghana, der ihnen viel bedeutet.
"Before The World Blows": Neues Album von Erykah Badu & The Alchemist
Musik-Ikone Erykah Badu und der Hip-Hop-Producer-Star The Alchemist The Alchemist sind seit Jahrzehnten einflussreiche Größen in der Musikwelt. Heute (28.08.) haben sie mit "Before The World Blows" ihr gemeinsames Album rausgebracht. Es ist laid-back Neo-Soul und Alternative-R&B – mal experimentell, jazzy, aber auch mit simplen und dadurch catchy Basslines und Erykah Badus iconic Vocals. Es ist kein Solo-Album von Erykah Badu, das von The Alchemist produziert wurde. Vor Release wollte sie via Instagram-Video noch einmal klarstellen, dass sie nicht bloß Sängerin ist: "Das ist ein Erykah-Badu- und The-Alchemist-Album, produziert von Erykah Badu und The Alchemist. Ich bin die Executive Producerin. Ich war vom Anfang bis zum letzten Mix am Start. Das ist meine Vision, mein Herz, mein Baby. Onkel Al hatte Beats produziert. Die hat er mir geschickt und ich sie umgebaut und daraus ein Album gemacht."
Erykah Badu nennt das Album auch ein Abi-&Alan-Experiment. Das sind die Pseudonyme der beiden, unter denen sie auch schon zusammen aufgetreten sind. Mit am Start sind prominente Musik-Gäste wie Indie- und R&B-Artist Steve Lacey, Bass-Virtuose Thundercat oder Saxofonist Kamasi Washington.
Wyclef Jean überrascht mit Jazz-Album
Ein Jazz-Album von Fugees-Ikone Wyclef Jean hatten wohl nicht alle kommen sehen. Der haitianische Musikstar hat heute (28.09.) sein neues Album "Q Theory – Quantum Leap, Vol. 2" rausgebracht – eine fast komplett instrumentale Jazz-LP. Dabei hat Wyclef Jean einen Jazz-Background, sagt er: "Jazz war meine erste Sprache, bevor die Welt meinen Namen kannte", schreibt er zum Beispiel in einem aktuellen Instagram-Post. Und er liefert genau dort einen vermeintlichen "Beweis" und teilt einen Ausschnitt aus dem Musikvideo von einem 1992er Hip-Hop-Klassiker. Er schreibt dazu: "Vor den Fugees … vor den Grammys … bevor ihr Wyclef Jean kanntet … war ich der Kontrabass in Eric B. & Rakims ‚Don’t Sweat The Technique‘."
Auf seinem neuen Album ist Wyclef Jean u. a. für Bass, E-Gitarre, Synthesizer und Percussion zuständig. Support hat er von zahlreichen Gäst:innen – von Newcomer:innen, aber auch von richtigen Stars aus der internationalen Jazz-Szene wie u. a. von Trompeter Theo Croker und Pianist Robert Glasper aus den USA oder vom britischen Drummer Yussef Dayes.
Vor einigen Monaten erst hatte er das Album "Clef Notes – Quantum Leap, Vol. 1" veröffentlicht. Zu hören gab es da vor allem Hip-Hop, aber auch Elemente von R&B, Afrobeats und ein bisschen Jazz.