Lizzo: Gericht weist Klage einer ehemaligen Tourmitarbeiterin ab
Sie ist ein Superstar, sie ist laut, lustig und steht für Selbstbewusstsein. Doch Lizzo beschäftigt seit Jahren auch ein Rechtsstreit mit einer ehemaligen Mitarbeiterin. Jetzt hat ein Gericht die Klage abgewiesen.
Geklagt hatte die frühere Kostümdesignerin Asha Daniels. Sie arbeitete 2023 auf Lizzos Tour für die Garderobe und warf der Tourfirma Big Grrrl Big Touring ein feindseliges Arbeitsumfeld vor. Daniels behauptete, sie sei Mobbing, Rassismus und sexueller Belästigung ausgesetzt gewesen.
In ihrer Klage ging es unter anderem um rassistische und fettleibigkeitsfeindliche Bemerkungen sowie anzügliche Witze eines Kollegen. Außerdem warf sie der Tourfirma Diskriminierung nach einer Verletzung bei der Arbeit vor.
Ein Bundesrichter in Los Angeles hat nun auch die letzten noch offenen Forderungen abgewiesen. Die Vorwürfe reichten nach seiner Einschätzung rechtlich nicht aus, um Verstöße gegen die US-Arbeitsgesetze zu belegen. Die von Daniels geschilderten Situationen seien zwar unangemessen und unprofessionell, aber zu vereinzelt. Zudem hätten sie sich nicht gezielt gegen sie gerichtet. Lizzo selbst war bereits Ende 2024 als persönliche Beklagte aus diesem Verfahren herausgenommen worden. Nun entschied das Gericht auch zugunsten ihrer Tourfirma.
Daniels’ Anwalt kritisierte das Urteil und deutete weitere rechtliche Schritte an. Für Lizzo ist die juristische Geschichte damit aber nicht vorbei. Drei ehemalige Background-Tänzerinnen hatten 2023 separat gegen die Sängerin und ihr Team geklagt. Sie werfen Lizzo unter anderem sexuelle, rassistische und religiöse Belästigung sowie ein feindseliges Arbeitsumfeld vor. Lizzo weist die Vorwürfe zurück. Dieses Verfahren läuft weiter.
J Balvin will kein englisches Album
Für viele Popstars galt lange: Wer weltweit erfolgreich sein will, muss irgendwann auf Englisch singen. J Balvin sieht das heute anders. Der kolumbianische Reggaeton-Star sagt, er brauche kein englisches Album – denn spanische Musik sei längst global.
"Ich muss das nicht tun. Spanisch ist mittlerweile so global geworden", sagte J Balvin dem Magazin GQ. Viele Menschen würden inzwischen Spanisch lernen, weil sie verstehen wollten, worüber er und andere Latin-Stars singen. Für ihn gebe es deshalb keinen Grund, seine Sprache für den internationalen Markt zu wechseln. Früher sei der Weg oft anders gewesen. J Balvin nennt Shakira als Beispiel: Sie hatte große Hits auf Spanisch und veröffentlichte später englische Versionen, um ein noch größeres Publikum zu erreichen.
Auch Daddy Yankees Welthit "Gasolina" habe den Weg für viele Künstlerinnen und Künstler geebnet. Heute funktioniere Erfolg anders, sagt J Balvin. Er verweist auf Stars wie Karol G und Maluma aus Kolumbien sowie Bad Bunny aus Puerto Rico. Sie zeigen, dass man in der eigenen Sprache singen und trotzdem weltweit erfolgreich sein kann.
Für J Balvin ist das kein kurzer Hype. "Das ist unser Moment. Es ist kein Trend. Jetzt ist es wirklich eine Bewegung", sagt er. Die Musik aus Lateinamerika sei schon immer da gewesen – bekomme jetzt aber endlich die Aufmerksamkeit, die sie verdiene.
Bad Bunny und Co.: Gericht weist großen Teil der Reggaeton-Klage ab
Seit Jahren läuft ein Rechtsstreit, der die Reggaeton-Szene komplett hätte verändern können. Betroffen sind Stars wie Bad Bunny, Karol G, Drake, Daddy Yankee, Justin Bieber und viele weitere. Jetzt gibt es ein wichtiges Urteil: Ein Gericht in Los Angeles hat einen großen Teil der Klage abgewiesen.
Im Zentrum steht der Dembow-Beat. Dieses "boom-tsch-boom-tsch" ist einer der wichtigsten Bausteine von Reggaeton und in unzähligen Songs zu hören. Der jamaikanische Produzent Cleveland "Clevie" Browne und die Erben seines verstorbenen Partners Wycliffe "Steely" Johnson hatten geklagt. Sie argumentieren, der Rhythmus gehe auf ihren Song "Fish Market" aus dem Jahr 1989 zurück. Deshalb wollten sie gegen fast 2.000 Songs von mehr als 150 Künstlerinnen und Künstlern vorgehen.
Die Kläger wollten damit erreichen, dass der typische Reggaeton-Beat urheberrechtlich geschützt wird. Für die Musikbranche wäre das enorm gewesen: Dann hätten viele der betroffenen Acts möglicherweise für die Nutzung zahlen müssen. Bad Bunny und die anderen Künstler hielten dagegen: Niemand könne einen ganzen Musikstil für sich allein beanspruchen. Ihre Anwälte argumentierten außerdem, die Kläger hätten den Beat, um den es geht, aus Bestandteilen mehrerer Songs zusammengesetzt.
Genau das überzeugte nun Richter André Birotte Jr. Er nahm eine frühere Entscheidung noch einmal zurück und stellte fest: Die Kläger hätten kein einzelnes Werk benannt, in dem der angeblich geschützte Beat genau so vorkomme. Das Urheberrecht schütze konkrete Songs oder Kompositionen – aber keine Mischung aus einzelnen Elementen verschiedener Werke.
Das bedeutet nicht, dass das Gericht grundsätzlich entschieden hat, jede Variante des Dembow-Beats sei frei verwendbar. Die Kläger können mit ihrer bisherigen Argumentation aber nicht beweisen, dass ihnen diese spezielle Rhythmus-Kombination rechtlich gehört.
Für Bad Bunny, Karol G und viele weitere Reggaeton-Stars ist das trotzdem ein großer Erfolg. Ein zentraler Teil der Klage ist damit vom Tisch. Offen bleiben deutlich kleinere Vorwürfe zu einzelnen Songs, die möglicherweise direkt Samples aus Aufnahmen von Steely & Clevie verwendet haben sollen.
Brasilien führt "Taylor Swift Gesetz" für mehr Sicherheit bei Konzerten ein
Kreislaufprobleme, Dehydrierung und Hitzeschläge sind bei hohen Temperaturen ein ernstes Risiko, besonders wenn tausende Menschen bei Konzerten oder Festivals dicht beieinanderstehen. In Brasilien reagiert die Politik jetzt auf genau dieses Problem. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat zwei neue Dekrete unterzeichnet, die Veranstaltungen für Besucherinnen und Besucher sicherer und zugleich fairer machen sollen.
Eines davon verpflichtet Veranstalter dazu, bei Events mit mehr als 1.000 Gästen kostenloses Trinkwasser bereitzustellen und eigene Trinkflaschen mit Wasser zu erlauben. Die Regel gilt nicht nur für Konzerte und Festivals, sondern auch für andere öffentlich zugängliche Veranstaltungen wie Messen, Kongresse und Konferenzen.
In den Medien wird die Regelung als "Taylor-Swift-Gesetz" bezeichnet. Streng genommen geht es allerdings um zwei Dekrete, nicht um ein einzelnes Gesetz. Der Name verweist auf den Tod von Ana Clara Benevides Machado: Die 23-Jährige war im November 2023 beim Eras-Tour-Konzert von Taylor Swift in Rio de Janeiro zusammengebrochen und später gestorben.
Ein rechtsmedizinischer Bericht führte ihren Tod auf die extreme Hitzeeinwirkung zurück, die schließlich zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand führte. Damals lagen die Temperaturen in Rio de Janeiro bei etwa 40 Grad, während die gefühlte Temperatur nach Berichten sogar in Richtung 60 Grad ging. Der Fall löste landesweit Diskussionen über fehlendes Wasser, mangelnde Schutzmaßnahmen und die Verantwortung von Veranstaltern aus.
Fangruppen spielten bei der neuen Verordnung eine wichtige Rolle. Fans von Taylor Swift haben jahrelang ein "Ana Benevides" Gesetz gefordert, benannt nach der 23-Jährigen. Unterstützt wurden sie auch von Fans anderer Acts, darunter BTS, Lady Gaga und Dua Lipa. Vertreterinnen dieser Gruppen waren auch jetzt bei der Unterzeichnung in der Hauptstadt Brasília dabei. Laut Berichten sagte Präsident Lula zu ihnen: "Ohne euch würden wir dieses Dekret nicht erlassen."
Es geht jedoch nicht nur um kostenloses Trinkwasser. Das zweite Dekret richtet sich gegen den digitalen Ticket-Schwarzmarkt. Ticketanbieter müssen künftig stärker verhindern, dass Bots, automatisierte Systeme, Skripte oder andere technische Mittel große Mengen an Tickets aufkaufen, um sie anschließend zu überhöhten Preisen weiterzuverkaufen. Außerdem sollen die Plattformen transparenter werden. Dazu gehören nachvollziehbare Preise und Gebühren, klarere Regeln für virtuelle Warteschlangen sowie Mechanismen, mit denen Käuferinnen und Käufer die Echtheit und Herkunft eines Tickets überprüfen können. Tickets sollen zudem kostenlos an andere Personen übertragen werden können. Die beiden Verordnungen sind ab Anfang Oktober gültig.