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Sängerin Nura steht auf der Bühne des Glücksgefühle-Festivals.

Global Pop News 07.09.2026 "Fick die AfD"- klare Ansagen beim Glücksgefühle-Festival

Stand:

Klare Ansagen beim Glücksgefühle-Festival Sieben Emmys für Bad Bunny | Musikszene reagiert auf Wahl in Sachsen-Anhalt

Von Anne Lorenz & Anna Kravcikova

"Fick die AfD"- klare Ansagen beim Glücksgefühle-Festival

Global Pop News 07.09.2026 2 Min. 11 Sek. Verfügbar bis 06.09.2028 COSMO

Das hatten sich die Veranstalter anders vorgestellt: Das Glücksgefühle-Festival am Wochenende war politischer denn je. Ex-SXTN-Rapperin Nura und weitere Acts haben auf der Bühne am Hockenheimring etwa "Forever Young" gecovert.


"Fick die AfD"- klare Ansagen beim Glücksgefühle-Festival

Das hatten sich die Veranstalter anders vorgestellt: Das Glücksgefühle-Festival am Wochenende war politischer denn je. Ex-SXTN-Rapperin Nura und weitere Acts haben auf der Bühne am Hockenheimring etwa "Forever Young" gecovert. Größter Hit der Band Alphaville, die ja im Vorfeld erst aus und dann wieder eingeladen wurde – wir haben darüber berichtet. Die Veranstalter wollten keine politischen Botschaften auf der Bühne. Tatsächlich haben sich bei der vierten Ausgabe aber so viele Acts mit Statements positioniert wie nie.

EDM-DJ, Produzent und Sänger Beauty & the Beats hat seinen Auftritt aus Solidarität zu Alphaville abgesagt. Artists wie Tropical-House-Star Felix Jaehn oder die Berliner Reggae-Band Culcha Candela haben die Glücksgefühle-Bühne genutzt, um Haltung zu zeigen. Außerdem gab es neben Nura noch weitere Acts, die "Forever Young" gecovert haben. Zum Beispiel der Kölner Männerchor "Die Grüngürtelrosen". Da hat einer der Sänger dann noch gerufen: "Scheiß AfD! Alle Hände hoch für Alphaville!"

Ein Künstler ist besonders deutlich geworden bei seinem Appell für Meinungsfreiheit am Wochenende: Rapper Ski Aggu hat sich für die Freiheit von Künstlern und Künstlerinnen starkgemacht und gesagt: "Wenn ihr eine Meinung habt, dann lasst sie euch niemals verbieten."Es sei selbstverständlich, für Werte wie Demokratie einzustehen. Als Künstler solle man Haltung zeigen dürfen. Und dann sagt Ski Aggu noch: "Solange ich auf einer Bühne stehe, werde ich immer für eine offene Gesellschaft stehen."

Am deutlichsten ist Nura bei ihrem Auftritt auf der Glücksgefühle-Bühne geworden. Unter tosendem Jubel rief sie: "Fick die AfD und fick jeden, der was damit zu tun hat" ins Mikrophon. Besonders aufgeregt hat sie sich dann noch darüber, dass die Band Alphaville ausgeladen wurde, aber nicht der Schlagersänger Andreas Gabalier, der seit Jahren wegen rechten Tendenzen in der Kritik steht.

Sieben Emmys für Bad Bunny

Der Reggaeton-Superstar hat für seine Halbzeitshow beim Super Bowl im Februar sieben Emmy-Awards gewonnen. Der Emmy gilt als bedeutendster Fernsehpreis in den Vereinigten Staaten, sowas wie der Oscar fürs Kino oder die Grammy Awards für die Musik. Es ist also auf jeden Fall etwas ganz Besonderes, dass ein Musiker da gleich sieben Mal abräumt. Wobei der Super Bowl natürlich längst nicht mehr nur ein Sport- oder Live-Event ist: Milliarden Menschen auf der ganzen Welt schauen sich die Show im Fernsehen an. Das Halbzeit-Konzert ist damit eines der größten TV-Ereignisse und gehört deswegen natürlich auch genau in diese Kategorie.

Bad Bunnys Halftime-Show wurde über vier Milliarden Mal angeschaut. Ein Rekord, wir haben darüber berichtet. Deswegen kommt sein Run bei den Emmys für viele wahrscheinlich nicht ganz überraschend. Er gewinnt unter anderem in den Kategorien "Best Music Direction", "Bestes Sound Mixing", "Bestes Licht-Design" und "Beste Choreographie". Die Show wurde im Fernsehen ja wie ein viertelstündiges Musikvideo gezeigt, in einem Take durchgefilmt. Unter anderem mit Kamerafahrten durch ein Maisfeld, auf das Dach der Casita, Bad Bunnys berühmtem rosa Bungalow, durch dessen Decke er dann ins Wohnzimmer plumst. Der Latin-Superstar gewinnt zum ersten Mal bei den Emmys. Seine sieben Trophäen bekommen er und sein Team dann bei der offiziellen Emmy-Verleihung in der Sparte Prime Time am 14. September verliehen.

Musikszene reagiert auf Wahl in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt hat die rechtsextreme AfD am Sonntag mit 43,8 % der Stimmen die Mehrheit erhalten. Daraufhin gab es starke Reaktionen aus der Musikwelt, zum Beispiel von Rapperin Nura. Sie schreibt auf Instagram, dass man gerade jetzt nicht „unpolitisch“ sein darf. Die AfD steht in Sachsen-Anhalt bei fast 44 Prozent,"und trotzdem tun wir so, als wäre Faschismus etwas, das Deutschland einmal hatte und dann für immer losgeworden ist", schreibt Nura. So sei es aber nicht, denn: "Demokratie verlängert sich nicht automatisch. Sie braucht Menschen, die Haltung zeigen. Unpolitisch zu sein ist nicht immer neutral. Manchmal ist es einfach ein Privileg."

Neben Nura hat sich auch Rapper Apsilon zur Wahl geäußert. In seiner Instagram-Story schreibt er:

"Den Menschen die letzten Euros wegsparen, die bestehende Ordnung verteidigen und erzählen, dass doch alles nicht so schlimm ist. Diese Wahlergebnisse sind das Ergebnis so einer Politik."

Damit kritisiert er die Altparteien wie CDU oder SPD, bei denen er eine Mitschuld für so ein Wahlergebnis sieht.

Auch Rapperin OG LU hat in ihrer Instagram-Story geschrieben, dass sie wütend ist, "dass ein Land mit so einer Vergangenheit nichts gelernt hat", und dass in einem der reichsten Länder der Welt immer noch Menschen denken, dass ihnen etwas weggenommen wird.

Nicht nur Artists haben sich zur Wahl in Sachsen-Anhalt geäußert, sondern auch der Dachverband für Musikkultur, der vor den Plänen der AfD warnt. Die AfD Sachsen-Anhalt spricht in ihrem Wahlprogramm unter anderem von einer "patriotischen Kulturpolitik", was neben den Punkten "Migration begrenzen" und „Familie fördern“ eines ihrer wichtigsten Ziele ist. Die Partei möchte Sachsen-Anhalt zu einem "Musterland der Kulturpolitik" machen und damit auch ein Vorbild für andere deutsche Bundesländer werden. Es soll zum Beispiel in Schulen die Nationalhymne gesungen werden. Außerdem würde die AfD zwischen deutscher und "antideutscher Kunst" unterscheiden. Staatlich gefördert werden solle nur Kunst, die auch zur deutschen Identitätsfindung beiträgt. Die Präsidentin vom Deutschen Musikrat, Lydia Grün, sieht die Kunstfreiheit und kulturelle Vielfalt in Gefahr, zum Beispiel durch eine mögliche Einschränkung vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, neue Fördervorgaben für Kulturprojekte oder die Folgen einer restriktiven Migrationspolitik auf Kultur und Bildung. Da die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit knapp verpasst hat, bleibt abzuwarten, wie die Regierung tatsächlich aussehen wird.