Vielseitiges Debüt-Album mit Stargästen : Dahi: "Black Boy (Alternative)"
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Der Produzent und Grammy-Preisträger Dahi aus den USA ist verantwortlich für den Sound diverser Hits. Mit seinem vielseitigen Debüt-Album tritt er in Begleitung etlicher Stargäste mehr in den Vordergrund.
Von Kai Brands
Für Dahis Produktion von 21 Savages Rap-Hit "A Lot" hat der Musiker aus Kalifornien 2020 den Grammy in der Kategorie "Best Rap Song" gewonnen. Nominiert war er mehrere Male, u.a. als "Producer Of The Year" und für seine mehrfache Zusammenarbeit mit Rap-Superstar Kendrick Lamar. Seit über einem Jahrzehnt ist Dahi verantwortlich für den Sound verschiedener Hits von Artists wie den genannten oder auch Drake und SZA und hat sich damit einen Namen gemacht.
Jetzt tritt er mit seinem Debüt-Album "Black Boy (Alternative)" etwas mehr in den Vordergrund. "Ich habe Tipps aus der Arbeit an Projekten für andere Artists gesammelt. Es ging darum, was es braucht, um ein wirklich guter Artist zu sein, der im Vordergrund steht und um die verschiedenen Hürden: Selbstbewusstsein, den Glauben an das, was du machst, und auch darum, dass es für andere Menschen Sinn ergibt", sagt Dahi. Gleichzeitig hat er sich für die Gast-Vocals so viele talentierte Musiker:innen an Bord geholt, dass man den Überblick verlieren kann.
Volles Gästebuch
Wichtig war Dahi, dass die Artists wie Kendrick Lamar, Foushée, Moses Sumney, Ravyn Lenae oder Channel Tres etwas anders klingen, als das Publikum erwarten würde. "Für dieses Projekt wollte ich Leute in meine Welt holen. Ich denke, alle Artists, mit denen ich zusammenarbeite, haben ihren bestimmten Sound oder eine bestimmte Richtung. Deshalb wollte ich eine Art Rollenspiel inszenieren und eine bestimmte Energie erzeugen", sagt Dahi.
Artists sollten in "seiner Welt", also in andere Rollen schlüpfen können. So passiere es zum Beispiel, dass Sängerin Baby Rose zum ersten Mal mit Auto-Tune singt. Dadurch könnten sich die Artists auch von Erwartungen lösen, die mit ihren Namen verbunden sind, meint Dahi.
Dahis Welt
Sich von Erwartungen zu lösen und Stereotype etwa rund um "black music" aufzubrechen, ist zentrales Thema auf "Black Boy (Alternative)". Es geht um Selbstfindung und Identität und Dahis Facettenreichtum. Und der ist manchmal sogar innerhalb eines Songs, erst Recht aber auf Album-Länge rauszuhören. Der Sound ist verspielt, es geht in Richtung R&B, Rap, Indie oder Bossa Nova wie in "How To Pray" mit Rapper Kendrick Lamar und Sängerin Amber Mark. Klarer Akustik-Gitarren-Sound wechselt sich ab mit der E-Gitarre, die gerne auch verzerrt einen Indie-/Alternative-Klangteppich ausbreitet.
Oder es wird jazzy und sphärisch wie im Song "Running" mit Childish Gambino. Die vielen unterschiedlichen Vocals passen perfekt zu Dahis vielseitiger Sound-Welt. Sie sind zum Beispiel zart und fast hauchend wie von Avantgarde-Soul-Sänger Moses Sumney aus den USA oder vom gefragten nigerianische-britischen Durchstarter Obongjayar aus dem UK. Ebenso gibt es Vocal-Power von z.B. Rapper MeZ. Sie helfen Dahi dabei, seine eigenen Sound-Visionen umzusetzen.
Debüt & Dank
Jahrelang hat er an seinem Album gearbeitet, seit zwei Jahre soll es auch schon fertig gewesen sein. Aber jetzt war es so weit und mit "Black Boy (Alternative)" stellt sich Dahi noch präsenter der Öffentlichkeit vor. Er bekommt viel Lob und offenbar viele aufmerksame Zuhörer:innen, wofür er sich bereits via Social Media bedankt hat.
Um Streaming- oder View-Zahlen gehe es ihm nicht, schreibt er. Und das passt wiederum zu den letzten Zeilen des Opening-Tracks, der auch den zur persönlichen Vorstellung passenden Titel "Who Are You" hat: "everybody so confused, getting blinded by the views and the likes - but if you like it, I love it". Dahi liefert auf seinem Debüt-Album jedenfalls viele Gründe, es zu mögen.