Darum geht's
Um den Aufstieg von Michael Jackson. Der Junge aus bescheidenen Verhältnissen schafft es vom Kindersänger der "Jackson Five" zum Superstar als Solokünstler, der sich vom strengen Vater befreit. Der Film beginnt mit dessen Idee, die "Jackson Five" zu gründen und endet mit Michaels Solotour "Bad" im Jahr 1987.
Darum geht's wirklich
Die musikalischen Höhepunkte der Karriere von Michael Jackson zu einem durchweg positiven Biopic zu verbinden.
Die spielen mit
Jafaar Jackson, Michaels Neffe, Sohn von Jermaine Jackson, spielt die Hauptrolle. Coleman Domingo verkörpert Michaels Vater Joseph.
Das sagt Kinokritikerin Andrea Burtz
"Michael" ist ein komplett unkritisches Heldenepos, das Michael Jacksons Aufstieg von einer bescheidenen Kindheit als jüngstes Mitglied der "Jackson Five" zum Superstar zeigt und abrupt mit der "Bad Tour" 1987 endet – also vor den Vorwürfen des Kindesmissbrauchs.
Michael wird als ein höchst sensibles, versponnenes Kind gezeigt, das schon früh mit Tieren spricht und unter dem strengen, gewalttätigen Vater leidet. Spielszenen und Dialoge haben Soap-Niveau, Figuren bleiben nah am Klischee: Plattenfirmenbosse rauchen natürlich Zigarre, Ärzte tragen Brille. Die Familie findet es knuffig, dass Michael gerne ein Lama im Garten hätte.
Jafaar Jackson, der Michael Jackson spielt, sieht seinem Onkel Michael wirklich ähnlich. Er tanzt und bewegt sich wie er, so dass bei den Shows, wenn die Stimmen von Original und Schauspieler gemischt werden, besondere Momente entstehen.
Die Shows – sowohl mit den Jackson Five und auch solo, sowie der legendäre Videodreh zu "Thriller" und Studioarbeiten sind aufwendig und mitreißend von Antoine Fuqua ("Training Day", "Equalizier") inszeniert, der früher viele Musikvideos gedreht hat. Jacksons Bühnenshows sind Höhepunkte des Films, Charakterzeichnung und Dramaturgie fallen dagegen steil ab.
"Michael" ist eher ein Film zum Mitsingen als zum Mitdenken. Es ist spürbar, dass die Nachlassverwalter, die Familie, ein ungetrübt positives Bild vom verstorbenen "King of Pop" auf die große Leinwand bannen wollten.
Die Bewertung auf einen Blick
Drei von fünf
Biopic, USA 2026
Länge: 127 min
Ab 6 Jahren
Kinostart: 22. April 2026
Sendung: WDR 2 Morgenmagazin, 22.04.2026, ab 05.05. Uhr