Resonanz mit der Welt – Soziologe Hartmut Rosa im Klassik Forum
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Warum berührt uns Musik zutiefst – und manchmal gar nicht? Wann haben wir zuletzt das Gefühl gehabt, mit der Welt in Berührung zu kommen? Mit seiner Resonanztheorie hat Hartmut Rosa vermutlich eines der wichtigsten Werke unserer Zeit geschrieben. Im Klassik Forum gibt er Einblick in seine Gedanken und tritt gemeinsam mit Moderatorin Susanne Ockelmann in eben jene Resonanz – bei seiner liebsten Musik, von Ozzy Osbourne bis Bach, Beethoven und Berlioz.
"Und die Welt singt doch!" – so hätte sein Buch geheißen, das er als Jugendlicher schreiben wollte. Schon damals hat sich Hartmut Rosa für die Grundsatzfrage interessiert: Was schallt da eigentlich zurück, wenn wir in die Welt hinausrufen? Damals wäre es in dem Buch altersgemäß um eine Heavy Metal Band gegangen – heute ist es seine international rezipierte Resonanztheorie.
"Resonanz" – Hartmut Rosas Begriff dafür, wie wir zur Welt in Beziehung stehen, wenn wir nicht gerade "entfremdet" sind. Liebe, Freunde, Kunst, Religion, Sport und Natur: Das alles verbindet uns mit der Welt. Wir wirken auf die Welt und sie wirkt auf uns. Tiefgehende Resonanzerfahrungen verändern uns: Wir sind berührt! Was sofort einleuchtend klingt, braucht über 800 Seiten, um zu wissenschaftlicher Theorie zu werden.
Die Theorie ist für Hartmut Rosa selbst immer auch Praxis geblieben: Mit jugendlicher Neugier liebt er, was er tut. Er spielt Orgel, genießt die Musik und vor allem den Austausch – und besteht deswegen auch darauf, in der Lehre zu bleiben: In gegenseitiger Inspiration mit jungen Menschen, ob als Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, mit Doktorandinnen und Doktoranden oder mit motivierten Jugendlichen bei der Deutschen Schülerakademie.
Und da alte Liebe nicht rostet, ist Hartmut Rosa auch immer noch Heavy Metal Fan – da kommt auch das Klassik Forum nicht dran vorbei. Dafür mit offizieller soziologischer Einordnung, warum auch die harten Töne uns berühren können und warum das von Klassik gar nicht so weit weg ist.
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Die Musikstücke der Sendung
| Komponist:in | Titel/Länge | Interpret:in |
|---|---|---|
| Georg Friedrich Händel | Die Ankunft der Königin von Saba aus: Solomon (3'06'') | The Sixteen Leitung: Harry Christophers |
| Johann Pachelbel | Canon und Gigue, P 37 (4'53'') | Gli Incogniti Leitung: Amandine Beyer |
| Wolfgang Amadeus Mozart | Dies Bildnis ist bezaubernd schön" aus: Die Zauberflöte, KV 620 (4'38'') | Fritz Wunderlich, Tenor Berliner Philharmoniker Leitung: Karl Böhm |
| Hector Berlioz | Tibi omnes aus: Te Deum, op. 22 (9'58'') | Franco Tagliavini, Tenor London Symphony Orchestra London Symphony Chorus Wandsworth School Boy's Choir Leitung: Colin Davis |
| Ozzy Osbourne | Mr. Crowley (2'00'') | Randy Rhoads, E-Gitarre Ozzy Osbourne |
| Johann Sebastian Bach | Jesus bleibet meine Freude (3'13'') | Gábor Boldoczki, Trompete Soma Dinyés, Orgel |
| Ludwig van Beethoven | Finale aus: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur, op. 55 (11'22'') | Chamber Orchestra of Europe Leitung: Yannick Nézet-Séguin |
| Peter Tschaikowsky | Walzer aus: Ballett "Schwanensee", op. 20 (7'19'') | London Symphony Orchestra Leitung: André Previn |
| Christobal De Morales | Parce mihi domine (6'52'') | Jan Garbarek, Saxophon The Hilliard Ensemble |
| Johannes Brahms | Von ewiger Liebe. Lied, op. 43 Nr. 1 (3'54'') | Christian Gerhaher, Bariton Gerold Huber, Klavier |
| Franz Schubert | Sehnsucht der Liebe aus: 13 Lieder (6'03'') | Soile Isokoski, Sopran Marita Viitasalo, Klavier |
| Franz Schubert | Andante con moto aus: Trio Es-Dur, op. 100, D 929 (8'43'') | Frank Braley, Klavier Renaud Capucon, Violine Gautier Capucon, Violoncello |
| Thomas Tallis | Spem in alium. Motette (9'40'') | The Tallis Scholars Leitung: Peter Phillips |
| Anton Bruckner | Finale aus: Sinfonie Nr. 5 B-Dur, WAB 105 (25'15'') | BR Sinfonieorchester Leitung: Bernhard Haitink |
| Noé Preszow | Je pardonne (3'29'') | Zaz, Gesang |
Moderation: Susanne Ockelmann
Redaktion: Andrea Zschunke