Revolution! Sopranistin Golda Schultz im Klassik Forum
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Zum Auftakt ihrer Zeit als Artist in Residence bei WDR 3 macht Golda Schultz ein revolutionäres Klassik Forum: Woher kommt der Rhythmus in Revolutionen, wie kündigen sie sich in Musik an? Warum kann man für ein einfaches Lied hinter Gitter kommen? Und was hat das mit Liebe zu tun? Gemeinsam mit Klassik Forum-Redakteurin Susanne Ockelmann sucht sie nach Antworten – und spielt Musik von Mozart bis Paul Simon.
Golda Schultz hat selbst eine Revolution erlebt: Den Kampf gegen die Apartheid in ihrer südafrikanischen Heimat. Als Nelson Mandela 1994 zum ersten Präsidenten der neu gegründeten Republik Südafrika ernannt wird, ist Golda Schultz zehn Jahre alt. Natürlich hat das ihren Blick auf Revolution geschärft und das Bewusstsein für die mitunter sehr langen Wege, die man überwinden muss, bis Unrecht beendet ist. "Paradise Road" heißt der Song der Südafrikanischen Band Joy, der zum Soundtrack der Anti-Apartheid-Bewegung wurde.
Revolution in Mozarts Opern?
Bei Wolfgang Amadeus Mozart findet Revolution subtiler statt. "Außen Bonbon, innen Gemüse", sagt Golda Schultz zu den beiden Opern "Die Hochzeit des Figaro" und "Don Giovanni". Selbst heute ist es noch revolutionär, wie Donna Anna sich gegen Don Giovanni zur Wehr setzt. Nach der Vergewaltigung lässt sie sich nicht zum Opfer machen – und wenn Golda Schultz die Rolle singt, sprüht sie nur so vor Wut und Furor.
Golda Schultz hat sich für "Sichtbarkeit" entschieden
Mit Golda Schultz Revolutions-Musik zu hören, bringt immer wieder ungewöhnliche Perspektiven. "Manchmal ist es schon revolutionär, einfach nur der zu sein, der man ist," sagt sie, "so wie die afro-amerikanische Komponistin Florence Price". Es kann entscheidend sein, sich einfach auf die Bühne zu stellen. Und es kann entscheidend sein, genau das nicht zu tun und sich nach außen nicht zu erkennen zu geben. Vor dem Apartheid-Hintergrund hat Golda Schultz sich für Sichtbarkeit entschieden. Und zum Glück auch für: Hörbarkeit – auf der Bühne und im Radio.
Die Musikstücke der Sendung
| Komponist | Titel/Länge | Interpret |
|---|---|---|
| Wolfgang Amadeus Mozart | Ouvertüre aus: Le nozze di Figaro , KV 492 (4'11'') | Concerto Köln Leitung: René Jacobs |
| Wolfgang Amadeus Mozart | Rezitativ und Arie Donna Anna Akt 1 "Or sai che l'onore" aus: Don Giovanni Dramma giocoso in 2 Akten, KV 527 (5'52'') | Golda Schultz, Sopran Amitai Pati, Tenor Kammerakademie Potsdam Leitung: Antonello Manacorda |
| Wolfgang Amadeus Mozart | Rezitativ und Arie des Figaro (IV) aus: Le nozze di Figaro, KV 492 (4'16'') | Bryn Terfel, Bassbariton Scottish Chamber Orchestra Leitung: Charles Mackerras |
| Ludwig van Beethoven | 1. Satz Allegro con brio aus: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur, op. 55 (16'20'') | Chamber Orchestra of Europe Leitung: Yannick Nézet-Séguin |
| Patric van Blerc Fransua Roos | Paradise Road (3'26'') | Joy |
| Paul Simon | Under African skies (3'37'') | Paul Simon, Gesang Linda Ronstadt, Gesang |
| Dmitrij Schostakowitsch | An den Kritiker Die Nachkommen aus: Satiren, op. 109 (4'06'') | Galina Wischnewskaja, Sopran Mstislav Rostropowitsch, Klavier |
| Dmitrij Schostakowitsch | Largo (III) aus: Sinfonie Nr. 5 d-Moll, op. 47 (15'25'') | Boston Symphony Orchestra Leitung: Andris Nelsons |
| John Kander | Where you are aus: Kiss of the Spider Woman (5'15'') | Chita Rivera, Gesang Kiss of the Spider Woman Original Cast Recording |
| Florence Price | 1.Satz aus: Sinfonie Nr. 1 e-Moll (17'56'') | Chineke! Orchestra Leitung: Roderick Cox |
| Giacomo Puccini | Arie der Liu "Tanto amore segreto" aus: Turandot (3'45'') | Montserrat Caballé, Sopran London Philharmonic Orchestra John Alldis Choir Wandsworth School Boy's Choir Leitung: Zubin Mehta |
| Traditional | Ciao Bella (2'06'') | Fonola Band |
| Ludwig van Beethoven | 4. Satz aus: Sinfonie Nr. 9 d-Moll, op. 125 (28'57'') | June Anderson, Sopran Sarah Walker, Mezzosopran Klaus König, Tenor Jan-Hendrik Rootering, Bass Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks Staatskapelle Dresden Orchester des Kirow-Theaters Leningrad London Symphony Orchestra New York Philharmonic Orchestre de Paris Chor des Bayerischen Rundfunks Rundfunkchor Berlin Kinderchor der Philharmonie Dresden Leitung: Leonard Bernstein |
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Moderation: Susanne Ockelmann
Redaktion: Andrea Zschunke