Eine irische Familie mit ganz eigener Dynamik: Phil, der gefeierte Dichter, seine Tochter Carmel, und die Enkelin Nell, die den Großvater nie kennen gelernt hat. Auf der lit.COLOGNE hat Booker-Preisträgerin Anne Enright mit Susanne Becker über diese irische Familie in ihrem achten Roman "Vogelkind" gesprochen.
Phil hat seine krebskranke Frau und die Töchter verlassen und ist nach Amerika gegangen. Vor allem die jüngere Tochter Carmel verletzt das Verschwinden des vergötterten Vaters sehr. Als erwachsene Frau misstraut sie den Männern und vermeidet längere Beziehungen. Zudem kann sie das Image des berühmten Dichters nur schwer mit ihren Erinnerungen und der wahren, gewalttätigen Persönlichkeit des Mannes in Einklang bringen.
Nell kennt ihren Großvater nur durch seine Gedichte; sie spürt eine zärtliche Nähe zu dem von allen bewunderten Mann, bis sie beginnt, sich mit seinem Leben zu beschäftigen, um ihn am Ende auch mit anderen Augen zu sehen.
"Vogelkind" – eine Familie, drei Generationen
Aus verschiedenen Perspektiven erzählt die irische Schriftstellerin Anne Enright von der Schwierigkeit, sich von der Familiengeschichte und dem langen Schatten eines dominantem Vaters zu befreien.
Für ihren Roman „Das Familientreffen“ hat Anne Enright bereits 2008 den wichtigsten britischen Literaturpreis, den "Booker Prize" erhalten. Ihr Roman "Vogelkind" wurde mit dem "Writers' prize" ausgezeichnet. Moderatorin Susanne Becker spricht mit Anne Enright in englischer Sprache darüber, wie aus ihrer ersten Idee die Figuren ihres Romans entstanden. Nach jeder Antwort gibt es eine sinngemäße Übertragung ins Deutsche. Schauspielerin Anna Schudt liest Auszüge aus der deutschen Übersetzung.
WDR 5 sendet einen gekürzten Mitschnitt der Veranstaltung, der Ihnen bereits vor Ausstrahlung bis zum 1. August 2026 digital zur Verfügung steht.
Ausschnitte einer Veranstaltung der lit.COLOGNE 2025
Moderation: Susanne Becker
Lesung: Anna Schudt
Bearbeitung: Cornelia Müller
Redaktion: Mireilla Zirpins
Literaturangabe:
Anne Enright: Vogelkind | Übersetzung Eva Bonné
Penguin-Verlag 2025, 304 Seiten.
Foto: ddp - Kai Schulz