Frauke Brosius-Gersdorf während einer Veranstaltung auf Gut Kaltenbrunn am Tegernsee.

Frauke Brosius-Gersdorf – Die verhinderte Richterin

Nach massiver Kritik zog Frauke Brosius-Gersdorf im Sommer 2025 ihre Kandidatur als Richterin am Bundesverfassungsgericht zurück. In ihrem neuen Buch "Wahl und Wahrheit" blickt sie auf diese Zeit zurück und zieht Lehren daraus.

Als im Sommer 2025 drei neue Richterinnen und Richter für das Bundesverfassungsgericht gewählt werden sollen, schlägt die SPD Frauke Brosius-Gersdorf vor. Die Professorin an der Universität Potsdam gilt als äußerst erfahrene Juristin. Doch Teile der CDU/CSU-Fraktion stellen sich gegen ihre Wahl und kritisieren unter anderem ihre Position zu Schwangerschaftsabbrüchen. Nach wochenlangen Debatten zieht Brosius-Gersdorf ihre Kandidatur zurück, um das Amt zu schützen und eine weitere Regierungskrise zu verhindern.

Wie blickt sie heute, gut ein Jahr später, auf diese Wochen? Und was muss geschehen, um den Rechtsstaat zukunftsfest zu machen? Darüber schreibt sie in ihrem neuen Buch "Wahl und Wahrheit". Darin plädiert sie unter anderem dafür, dass der Bundestag den Vorschlägen des Richterwahlausschusses wieder folgt und das Verfahren fernab der Öffentlichkeit stattfindet.

Redaktion: Heiko Hillebrand

Buchtipp

Wahl und Wahrheit. Was unser Grundgesetz gefährdet und wie wir es schützen. Von Frauke Brosius-Gersdorf. Droemer HC Verlag (2026). 352 Seiten.

Sendung: WDR 5, Neugier genügt, 02.09.2026, 10:04 Uhr