Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel – Hoffnung für die Ukraine?
Nach dem Gipfel in Alaska sind viele Fragen offen. Nun will US-Präsident Trump den ukrainischen Präsidenten Selenskyj treffen und dann Vertreter aus Europa, unter anderem Kanzler Merz. Was erwarten Sie von den Gesprächen? Diskutieren Sie mit Carolin Courts und Gábor Halász aus dem ARD-Hauptstadtstudio im WDR 5 Tagesgespräch!
Der Gipfel in Alaska hat klar gezeigt: Russlands Machthaber Putin und US-Präsident verstehen sich offenbar prima. Roter Teppich, Handshake, viel gegenseitige Anerkennung, gemeinsamer Auftritt vor der Weltpresse. Diplomatisch für Putin ein voller Erfolg. Er ist auch im Westen zurück auf der diplomatischen Bühne.
Nicht so klar ist, was die beiden in Sachen Ukraine besprochen haben. Konkrete Infos gab es nach dem Treffen erstmal nicht. Ein Thema ist und bleibt die heikle Frage möglicher Gebietsabtretungen. Die lehnt die Ukraine bislang ab. Ein anderer Punkt sind mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Offenbar hat US-Präsident Trump – entgegen früherer Aussagen – nicht mehr ausgeschlossen, dass sich die USA daran beteiligen könnten. Und anscheinend könnte Russland dem zustimmen, solange die Ukraine nicht Mitglied der Nato wird.
Ein dritter Streitpunkt ist die Frage der Reihenfolge bei den nächsten Schritten in Richtung eines möglichen Friedens. Russland will erst Friedensgespräche und dann eine Waffenruhe. Das lehnt die Ukraine ab und fordert, dass zunächst die Waffen schweigen müssten und dann erst verhandelt wird. Der Grund: Die Sorge ist groß, dass Russland Friedensgespräche in die Länge ziehen könnte und derweil weiter die Ukraine angreift und die Zerstörung, Eroberung und das Töten damit weiter geht.
Vor dem Treffen heute in Washington hat Donald Trump den Druck auf die Ukraine erhöht: Selenskyj könne den Krieg "fast sofort" beenden, wenn er dies wolle, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Als Bedingungen nannte er den Verzicht der Ukraine auf die Halbinsel Krim sowie auf eine NATO-Mitgliedschaft.
Vertreter aus Europa - darunter Bundeskanzler Merz, der französische Präsident Macron, EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Nato-Generalsekretär Rutte – wollen versuchen, US-Präsident Trump davon zu überzeugen, die Ukraine weiter zu unterstützen und einen gemeinsamen Weg gegen den Aggressor Putin zu gehen.
Es gab schon lange Forderungen, dass Verhandlungen stattfinden sollten: Wie haben Sie den Gipfel in Alaska erlebt? Was erwarten Sie von den Treffen heute im Weißen Haus? Können die europäischen Vertreter Einfluss auf US-Präsident Trump nehmen? Können die Gespräche eine Hoffnung für die Ukraine und eine Hoffnung auf Frieden sein? Oder blicken Sie eher mit Sorge auf die Gespräche?
Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).
Gast: Gábor Halász, Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio
Redaktion: Birgit Becker und Jonas Klüter-Tovar