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Ein Organspendeausweis

WDR 5 Tagesgespräch Organspende: Brauchen wir die Widerspruchslösung?

Der Bundesrat berät heute über die Regeln zur Organspende. Sollten alle – die zuvor nicht widersprochen haben – spenden müssen? Ist das lebensrettend oder übergriffig? Diskutieren Sie mit Dr. Dirk Schedler, Transplantationsbeauftragter an der Uniklinik Köln, im WDR 5 Tagesgespräch!

Ausweis, Tattoo oder Online-Register – in Deutschland gibt es viele Wege zu zeigen, wie es um die eigene Organspendenbereitschaft steht. Doch eines haben sie gemeinsam: Bevor Erwachsene als Organspender in Frage kommen, müssen sie aktiv zugestimmt haben. Ohne ein Ja geht es nicht. Liegt zu Lebzeiten keine Entscheidung vor, müssen die Angehörigen die schwere Wahl treffen.

Mehrheit für Spenden

Laut Studien sind rund 80 Prozent der Befragten grundsätzlich bereit, Organe zu spenden. Doch zwischen der Einstellung und der tatsächlichen Realität klafft eine große Lücke. Deutschland zählt europaweit zu den Ländern mit den wenigsten lebensrettenden Organspenden. In NRW waren es im vergangenen Jahr knapp 500. Und aktuell warten allein in unserer Region 1.700 Patientinnen und Patienten auf Hilfe.

Widerspruchslösung heute im Bundesrat

Würde sich das mit einer Widerspruchsregelung ändern? Darüber berät heute der Bundesrat. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann befürwortet die neue Regelung. Danach gälte: Alle über 18 Jahre wären im Ernstfall automatisch Organspender – es sei denn, sie haben zu Lebzeiten schriftlich widersprochen. Diese Lösung ist in Europa am weitesten verbreitet und gilt etwa in den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Italien oder Österreich.

Doch für viele ist die Auseinandersetzung mit der Organspende auch eine existentielle. Moralische und religiöse Gründe oder die Angst vor möglichen Fehlern in der Medizin spielen eine Rolle. Für manche ist es schlicht undenkbar, automatisch Organspenderin oder Organspender zu sein.

Sollten wir alle nach dem Tod automatisch Organspender sein? Oder sehen Sie es kritisch, wenn Schweigen künftig als Zustimmung gilt? Braucht es weiterhin das aktive Ja? Wäre die Widerspruchslösung ein zu großer Eingriff in die persönliche Freiheit? Sollte das Gesetz neu gedacht und ganz anders aufgestellt werden? Laut Umfragen ist die Bereitschaft in der Bevölkerung hoch – doch die Zahl der tatsächlichen Spender reicht nicht. Warum ist das so? Und Sie persönlich: Sind Sie als Spenderin oder Spender gelistet – oder nicht?

Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).

Gast: Dirk Schedler, Transplantationsbeauftragter an der Uniklinik Köln

Redaktion: Jonas Klüter-Tovar und Monika Kophal

Organspende: Brauchen wir die Widerspruchslösung?

WDR 5 Tagesgespräch 26.09.2025 46:05 Min. Verfügbar bis 26.09.2026 WDR 5


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