WDR 5 Tagesgespräch : Mehr Sicherheit für Frauen – aber wie?
Prominente Frauen fordern in einem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mehr Sicherheit für Frauen. Was braucht es Ihrer Meinung nach dafür? Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen und Gedanken im WDR 5 Tagesgespräch mit Soziologin und Kriminologin Gina Rosa Wollinger und Moderator Tobi Schäfer.
Ein öffentlicher Raum, "in dem sich alle Menschen wohlfühlen" – das wünschen sich die Unterzeichnerinnen des offenen Briefs an Friedrich Merz. Mehr als 50 Frauen aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft fordern darin vom Bundeskanzler, sich verstärkt für die Sicherheit von Frauen einzusetzen. Unter ihnen sind Grünenpolitikerin Ricarda Lang, Klimaaktivistin Luisa Neubauer und Soziologin Jutta Allmendinger.
Zehn konkrete Forderungen
Sie möchten erreichen, "dass Frauen sicher sind – auf der Straße und im eigenen Zuhause", heißt es in dem Brief. Und stellen darin zehn konkrete Forderungen. Unter anderem brauche es eine bessere Strafverfolgung bei sexualisierter und häuslicher Gewalt, eine bessere Beleuchtung und Überwachung öffentlicher Räume, ausreichend finanzierte Frauenhäuser und Schutzräume sowie die Einführung des Rechts auf körperliche Selbstbestimmung.
Auslöser für den Brief war die "Stadtbild"-Debatte: Friedrich Merz hatte am 14. Oktober gesagt, die Bundesregierung korrigiere frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik und mache Fortschritte, "aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem." Später sagte er dann auf Nachfrage: "Fragen Sie mal Ihre Töchter, was ich damit gemeint haben könnte."
"Über die Sicherheit von Frauen sprechen"
Betroffene von Sexismus und Opfer von Rassismus dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden, heißt es nun in dem Brief. "Wir möchten gerne über Sicherheit für Töchter, also Frauen sprechen. Wir möchten es allerdings ernsthaft tun, und nicht als billige Ausrede dienen, wenn rassistische Narrative rechtfertigt werden sollen."
Was ist Ihre Meinung zur Forderung an Bundeskanzler Friedrich Merz, sich verstärkt für die Sicherheit von Frauen einzusetzen? Welche Erfahrungen haben Sie bei diesem Thema gemacht? Fühlen auch Sie sich im öffentlichen Raum unsicher? Was sind es Ihrer Beobachtung nach für Orte oder Situationen, in denen sich Frauen häufig unwohl fühlen? Und was braucht es, um das zu ändern?
Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).
Gast: Gina Rosa Wollinger, Soziologin und Kriminologin
Redaktion: Birgit Becker und Chris Hulin