Jugendliche der DDR marschieren in Uniform und unter Aufsicht

ZeitZeichen 29.05.1981 - DDR-Wehrkundeunterricht eingeführt

Stand:

Wilhelm Busch hatte es der DDR-Obrigkeit angetan. Eines seiner Gedichte fand Eingang in die Schulbücher: Bewaffneter Friede. Es endet mit der Beschreibung eines Igels, der sich nicht seiner Stacheln entledigen will, er "trotzt getrost der ganzen Welt - bewaffnet, doch als Friedensheld".

Von Thomas Klug

Zu gut passte das zur ostdeutschen Staatsideologie - ein Ja zu Frieden und zum Militär. Dies wurde schon im Kindergarten vermittelt und hörte in der Schule nicht auf.

Wehrkundeunterricht in der DDR angeordnet (am 29.05.1981)

WDR Zeitzeichen 29.05.2016 15 Min. 25 Sek. Verfügbar bis 27.05.2096 WDR 5


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Doch alle Bemühungen reichten den Verantwortlichen nicht. Im Jahr 1978 wurde an den DDR-Schulen ein neues Unterrichtsfach eingeführt: Wehrkunde. Die Teilnahme daran war obligatorisch. Eine Benotung erfolgte jedoch nicht. Am 29. Mai 1981 schließlich beschloss das von Margot Honecker geführte Volksbildungsministerium, den Wehrkundeunterricht auch auf die Abiturstufe auszudehnen. Wehrkundeunterricht gab es fortan auch in den 11. Klassen.

Die Lust auf den "Ehrendienst in der Nationalen Volksarmee" wurde dadurch allerdings nicht gesteigert - was sicher auch daran lag, dass für das Unterrichtsfach ein Teil der Sommerferien geopfert wurde.

Redaktion: Ronald Feisel

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