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22.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht
Victor Gollancz

02.10.1946: Victor Gollancz beginnt seine Reise durch die britische Besatzungszone

Der britisch-jüdische Verleger Victor Gollancz reist ins zerstörte Nachkriegsdeutschland. Seine Berichte über Hunger und Not lösen heftige Debatten aus.


In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:

  • warum Victor Gollancz die Idee einer deutschen Kollektivschuld ablehnt,
  • wie ihn das Elend im Nachkriegsdeutschland erschüttert,
  • weshalb seine Berichte in Großbritannien heftige Kontroversen auslösen,
  • wie er Hilfslieferungen für Deutschland durchsetzt,
  • warum er für viele Deutsche zum Symbol der Versöhnung wird.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fordern viele Briten eine harte Bestrafung Deutschlands. Der Londoner Verleger Victor Gollancz widerspricht. Obwohl Jude und entschiedener Gegner des Nationalsozialismus, wirbt er für Menschlichkeit statt Kollektivschuld und reist im Herbst 1946 durch die britische Besatzungszone.

Was er dort sieht, prägt ihn tief: zerstörte Städte, Hunger, Wohnungsnot und Perspektivlosigkeit. Mit Reportagen, Briefen und öffentlichen Appellen macht Gollancz auf die Lage aufmerksam. Seine Haltung sorgt für Kontroversen, macht ihn aber für viele Deutsche zu einem Symbol der Versöhnung nach dem Krieg.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

  • Dr. Camilo Erlichman (Historiker, Universität Maastricht)
  • Camilo Erlichman: Besatzungszeit. In: Neue Wege zu einer Geschichte der Bundesrepublik. Herausgegeben von Claudia C. Gatzka und Sonja Levsen. Berlin 2025
  • Victor Gollancz: Stimme aus dem Chaos. Auswahl der Schriften. Frankfurt am Main 1960
  • George Orwell: Zeilen der Zeit. Kolumnen aus einem Jahrhundert im Umbruch. Ditzingen 2026

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christoph Vormweg
Redaktion: Matti Hesse