Eugen Polanski an der Seitenlinie

BMG vor Freiburg Gegen den Angstgegner und die Angst vorm Abstiegskampf

Stand:

Für Borussia Mönchengladbach läuft es bisher in der Bundesliga nicht - und jetzt kommt es zum Duell, in dem der Klub für gewöhnlich nichts holt. Dabei ist verlieren schon verboten.

Von Sebastian Hochrainer

Wenn der Trend wirklich der Freund ist, steht Borussia Mönchengladbach vor einem ganz großen Problem. Die Kurve am Niederrhein zeigt nach zwei Niederlagen aus den ersten beiden Bundesligaspielen nach unten, der Frust nach dem 3:4 gegen die SV Elversberg nach einer 3:1-Führung war riesig. Und zu allem Übel spielt Gladbach jetzt beim SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr), dem bisher erfolgreichsten Team der Liga mit fünf Siegen in fünf Pflichtspielen.

SC Freiburg gegen Borussia Mönchengladbach

12.09.2026 Verfügbar bis 12.09.2026

Lange Borussia-Misere beim SC Freiburg

Das sind aber nicht alle Vorzeichen, die darauf hindeuten, dass die Borussen Gefahr laufen, noch tiefer in den Abwärtsstrudel zu geraten. Auswärtsfahrten ins Breisgau sind nämlich schon lange keine Spaßreisen mehr, sondern verbunden mit jeder Menge Frust. Am 23. März 2002 feierte der Verein in Freiburg letztmals einen Auswärtssieg, Arie van Lent schoss das goldene Tor zum 1:0-Erfolg vor über 24 Jahren. Damals steckten beide Teams im Abstiegskampf, jetzt muss den nur Gladbach befürchten.

Verliert die Mannschaft von Trainer Eugen Polanski weiter und gewinnt sein Gegenüber Julian Schuster weiter, werden die Ängste am Niederrhein vor einer weiteren Saison, in der es nur um das blanke Überleben in der Bundesliga geht, immer größer. Das war vor dem Sommer schon lange der Fall, erst mit einem vernünftigen Endspurt entledigte sich Gladbach in der vergangenen Spielzeit der Sorgen vor der 2. Liga. Danach sollte alles besser werden, das Wichtigste, die Ergebnisse, sind aber denkbar schlecht.

Gladbach-Trainer über Freiburg - "Sehen in den letzten Jahren sehr gut aus in der Liga"

Bildquelle: IMAGO/Norbert Schmidt

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Einzelgespräche gegen Gladbachs Fehler

Deswegen wurde unter der Woche viel Aufarbeitung in den Büros im Borussia-Park betrieben. Die Essenz daraus ist, dass einiges gut läuft, die Patzer von einzelnen Profis der Mannschaft aber das Genick gebrochen haben. Die Spieler müssen an Seriosität zulegen, ergebnisorientierter über die gesamten 90 Minuten spielen. Polanski genießt derweil weiter das Vertrauen und stimmt seine Truppe auf die Wende ein.

"Uns ging es am Anfang der Woche wirklich nicht gut, das brauchte Zeit. Ich bin dann der Erste, der seine Hand hebt und sich verantwortlich fühlt. Man muss aber auch das Ganze sehen, dass wir uns durch individuelle Fehler das Spiel kaputtmachen. Wir haben viele Einzelgespräche geführt, in denen wir die Jungs gestärkt haben, weil sie es schon deutlich besser gemacht haben. Unser Job ist es, dass wir das über 90 Minuten abrufen, und mein Job ist es, das aus den Jungs rauszukitzeln", sagte Polanski.

Polanski singt das Loblied auf Freiburg

Doch jetzt wird das Problem nunmal dadurch verschärft, dass aus Spielen in Freiburg seit fast einem Viertel Jahrhundert nicht mehr rauzukitzeln war als sechs Unentschieden. Und dazu ist der Sportclub auch noch viel stärker als in vielen anderen Aufeinandertreffen der vergangenen Jahre. "Freiburg ist eine richtig gute Mannschaft und ein richtig guter Verein, nicht nur, weil sie gegen Borussia Mönchengladbach in den vergangenen Jahren immer gut ausgesehen haben", sagte Polanski.

Bundesliga - Gladbachs Ängste vor Freiburg

NRW-Sport 11.09.2026 1 Min. 11 Sek. Verfügbar bis 10.09.2028 WDR Online Von Mara Thellmann

Der Gladbach-Coach weiter: "Sie machen sehr vieles richtig, vieles sieht bei ihren sehr einfach aus, obwohl es schwer ist, das jedes Mal auf dem gleichen Niveau abzurufen. Es sind immer die gleichen Abläufe, dazu tätigen sie unglaublich schlaue Transfers, so wirken sie sehr gefestigt und sehr selbstbewusst. Durch ihre Entwicklung wird es überhaupt nicht einfach, dieses Spiel zu spielen. Trotzdem fahren wir dahin, um unseren Fußball zu spielen und etwas mitzunehmen."

Was aber umso schwerer wird, weil die Attribute, die Polanski den Freiburgern zuschreibt, nicht für seine Mannschaft gelten. Es gibt viele Verletzte, es gab einen Kaderumbruch und Veränderungen im Stil, dazu herrscht jetzt der große Druck, sich nicht die nächste Niederlage einzufangen, um die Sorgen vor dem Aufenthalt im Bundesligakeller noch weiter zu entfachen.

Schröder hofft auf ergebnistechnische und emotionale Wende

"Wir haben null Punkte, das ist genau das, was uns maßlos stört, weil wir ehrgeizig sind. Deswegen waren wir auch alle so geschockt nach dem Spiel gegen Elversberg. Man hat nach dem Abpfiff gespürt, dass im Verein etwas passiert ist, da war eine große Emotionalität drin, weil die Enttäuschung so groß war. Jetzt ist klar: Wenn wir in Freiburg erfolgreich sein wollen, müssen wir weniger Fehler machen", sagte Rouven Schröder.

Der Gladbach-Manager weiter: "Wir haben aber trotzdem eine gute Fußballmannschaft - mit dem Wissen, was das Ergebnis im Sport generell in der Bewertung mit uns macht. Wir müssen daran arbeiten, denn wenn das Ergebnis stimmt, sind wir alle positiver gestimmt und können sagen, dass wir daraus den nächsten Schritt machen." Der erste Schritt ist aber, gegen den Angstgegner gegen die Angst vor dem nächsten Abstiegskampf anzukämpfen.

Quellen:

Sendung: WDR.de, "Bundesliga - Gladbachs Ängste vor Freiburg", 11.09.2026, 18:30 Uhr

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