Jahmai Simpson-Pusey

Viele Talente im Kader 1. FC Köln - attraktiv für die Stars der Zukunft

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Benfica Lissabon, Manchester City oder doch Tottenham Hotspur? Wer diese Vereine hört, denkt unweigerlich an große Namen und internationalen Fußball - aber weniger an den 1. FC Köln. Doch der Bundesligist wildert transfertechnisch genau dort und lockt zunehmend vielversprechende Talente an den Rhein.

Von Michael Buchartz

Mikey Moore soll eigentlich das neueste Beispiel dieser talentierten, jungen Profis beim 1. FC Köln sein: Der Klub möchte den Offensivspieler für ein Jahr ausleihen, eine Kaufoption für den 18-Jährigen soll es nicht geben. Noch hängt der Abschluss des Wechsels daran, ob Tottenham seinerseits seinen Wunschspieler Savinho bekommt.

Moore-Transfer hängt an Tottenhams Trainer

Moore gilt als eines der größten englischen Talente, bei den Spurs bescheinigt man ihm großes Potenzial. Trainer Roberto de Zerbi möchte ihn ohne Ersatz nicht ziehen lassen. Warum, zeigte er vergangene Saison bei seiner Leihstation Glasgow Rangers: Moore wurde als bester Nachwuchsspieler der schottischen Liga ausgezeichnet - sechs Tore und zwei Vorlagen gelangen ihm.

Die neue Transferstrategie des 1. FC Köln

NRW-Sport 18.08.2026 01:14 Min. Verfügbar bis 17.08.2028 WDR Online

Falls Moore kommt, wäre er nur eines von vielen Talenten im Kölner Kader. Denn dort tummeln sich inzwischen so einige, denen der Durchbruch zugetraut wird - und die der FC mit einer klaren Strategie nach Köln gelockt hat.

FC will "attraktiv für junge Spieler sein"

Angefangen hat dieser Fokus, auf internationale Talente zu setzen, schon im vergangenen Winter. Der erste Wechsel dieser Art war die Leihe von Jahmai Simpson-Pusey - im Sommer zog Köln die Kaufoption für rund sieben Millionen Euro. Geschäftsführer Thomas Kessler bekräftigte zuletzt bei Magenta nochmals den Weg des 1. FC Köln, als "attraktiver Standort für junge Spieler zu gelten".

Inzwischen hat der FC mit Reigan Heskey, Gil Neves und Martin James drei weitere Nachwuchstalente an Land gezogen - gekommen aus Manchester, von Benfica und Paris St. Germain. Auch der australische WM-Teilnehmer Paul Okon-Engstler, den Kessler an den Rhein lotste, ist erst 21 Jahre alt. Die Wechsel der internationalen Talente nach Köln sorgten über Deutschland hinaus für Beachtung und Imageverbesserung.

Kaderplaner Steidten spielt wichtige Rolle

Ein wichtiger Mann bei dieser Strategie ist Kaderplaner Tim Steidten. Vor allem nach England und in die Nachwuchsakademien besitzt er durch seine vorherigen Stationen West Ham, Leverkusen und Bremen gute Kontakte. Steidten erläuterte beim Portal t-online.de: "Wir wollen mit dem FC eine Nische besetzen, weil wir in Konkurrenz zu anderen Klubs stehen. Das größte Argument, was wir bieten können, ist Spielzeit in einer der fünf großen Ligen Europas."

Das Geschäftsmodell von Steidten und Kessler wirkt klar: Entweder möchte man billig kaufen oder leihen mit Kaufoption, um später von einem Weiterverkauf oder spielerischer Entwicklung zu profitieren. Nur "in Ausnahmefällen" weicht der FC von seinem Prinzip ab - ein solcher wäre Moore. Nur so hätte der FC die Chance, ihn zumindest für ein Jahr zu bekommen.

Köln Kaderplaner Tim Scheidten

Köln braucht den Klassenerhalt für sein Vorhaben

Für die Argumentation Steidtens steht eines über allem: Der FC muss sein Saisonziel Klassenerhalt schaffen. Damit das gelingt, braucht es neben Talenten auch jene, die sie führen. Es soll laut Kessler eine "erfahrene Achse im Zentrum" geben. Im Tor und in der Abwehr hätten die Kölner bereits Spieler, die diese Anforderung erfüllen. Dem Vernehmen nach sucht der Verein noch einen routinierten Mittelfeldspieler.

Im Sturm verfügt Köln über einiges an Erfahrung. Mit Marius Bülter, der auf 178 Bundesliga-Spiele kommt, gibt es einen der wenigen Feldspieler mit über 30 Jahren. Dazu verpflichetete der FC Thijs Dallinga - natürlich als Leihe mit Kaufoption. Der niederländische Angreifer bringt die Empfehlung von 69 Spielen in Frankreichs Ligue 1 sowie 54 Spielen in der italienischen Serie A mit.

Simpson-Pusey macht es vor

Wie es gut laufen kann, zeigt genau jenes Beispiel von Simpson-Pusey: Der Innenverteidiger überzeugte bei seinen Einsätzen, trotz zwischenzeitlicher Verletzung. Die Hoffnung in der Domstadt ist groß, dass der Engländer sich noch deutlich weiterentwickeln wird.

"Mit seinen Leistungen hat er gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. Seine Entwicklung ist ein weiteres Beispiel dafür, dass der 1. FC Köln für junge, talentierte Spieler ein sehr gutes Umfeld bietet, um den nächsten Schritt in ihrer Karriere zu gehen", sagte Kessler zur Festverpflichtung des Engländers.

Paradebeispiel El Mala

Wen diese Zahlen nicht überzeugen, der könnte auf die Entwicklung eines Spielers schauen, der seit 2024 beim Klub unter Vertrag steht: Damals wechselte El Mala mit 17 Jahren aus der 3. Liga zum FC - und avancierte in der vergangenen Saison, seiner ersten in der Bundesliga, zum zweitbesten deutschen Scorer nach Deniz Undav.

Insgesamt 13 Tore und drei Vorlagen gelangen El Mala in 34 Spielen. Er weckte damit bereits das Interesse größerer Klubs und dürfte bei einem möglichen Wechsel mit einer kolportierten Ablöseforderung Kesslers von mindestens 50 Millionen Euro zum Rekordverkauf des FC werden. Es ist das Paradebeispiel für das Geschäftsmodell der Kölner: Großer finanzieller Gewinn oder großer sportlicher Mehrwehrt für das Team.

Unsere Quellen:

  • WDR-Berichterstattung über Köln
  • Webseite des 1. FC Köln
  • transfermarkt.de
  • MagentaSport
  • T-Online.de

Sendung: WDR.de, Die neue Transferstrategie des 1. FC Köln, 18.08.2026 21:36 Uhr

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