Gericht erlaubt Trainingszentrum des 1. FC Köln auf der Gleueler Wiese
Bildquelle: IMAGO/Hans BlosseyWDR. 02:24 Min.. Verfügbar bis 11.08.2028.
Das ist nicht weniger als ein Meilenstein in dem mittlerweile zwölfjährigen Streit. Laut Bebauungsplan darf der Verein vier Kunstrasen- und drei Kleinfeldplätze in unmittelbarer Nähe zum Geißbockheim bauen. Klagen von Naturschützern, die zuletzt noch das Wohl von Libellen, Grashüpfern und Tagfaltern aufgeführt hatten, wurden von Gericht abgeschmettert.
Jetzt muss der 1. FC Köln noch die Kölner Kommunalpolitik überzeugen. Sie muss einer Verpachtung des Geländes zustimmen. Eine Mehrheit gibt es dazu derzeit zwar nicht. Das OVG-Urteil könnte dem FC aber jetzt dabei helfen, das zu ändern.
Vor dem Oberverwaltungsgericht Münster fiel das Urteil.
Bildquelle: WDR/Jochen HilgersNaturschützer: FC soll sich aufteilen
FC-Präsident Jörn Stobbe zeigte sich hochzufrieden und bot konstruktive Gespräche mit allen Beteiligten an, sowohl mit den politischen Parteien als auch Naturschützern. Ziel sei es, Naturschutz und den Ausbau von Sportanlagen in Einklang zu bringen.
FC-Präsident Jörn Stobbe (r.) möchte mit allen Beteiligten ins Gespräch kommen.
Bildquelle: WDR/Jochen HilgersGeklagt hatte die Bürgerinitiative "Grüngürtel für Alle". Dessen Sprecher Friedmund Skorzenski zeigt sich nicht überrascht von der Entscheidung und kündigt an, sie prüfen zu lassen. Aus seiner Sicht sei das Beste, wenn sich der FC auf verschiedene Standorte aufteilen würde. Zum Beispiel auch Marsdorf - diesen Standort hatte der FC in der Vergangenheit abgelehnt.
Friedmund Skorzenski (m.) ist nicht überrascht über das Urteil.
Bildquelle: WDR/Jochen HilgersBeim Ligakonkurrenten FC Bayern München sei ein solches Vorgehen bereits Praxis, sagte Skorzenski. Der Rekordmeister habe drei Trainingsanlagen für seine verschiedenen Fußballabteilungen.
1. FC Köln: Ausbau spaltet Politik
Für den 1. FC Köln steht viel auf dem Spiel: Hätte das Gericht den Bebauungsplan verworfen, wäre der Ausbau des Trainingsgeländes an diesem Standort endgültig vom Tisch. Durch das Urteil hat der Verein dagegen wieder eine Perspektive für die Erweiterung.
Der Streit um den Ausbau hat die Kölner Stadtpolitik massiv in Gegner und Befürworter entzweit. Auch Naturschützer wehren sich: Sie kritisieren die Vollversiegelung und fürchten, dass die Kölnerinnen und Kölner die unter Denkmal- und Landschaftsschutz gestellte Grünfläche verlieren würden.
Unsere Quellen:
- Oberverwaltungsgericht Münster
Sendung: WDR.de, 1. FC Köln darf Trainingsgelände bauen, 14.08.2026, 14:01 Uhr
