Lex Tyger Lobinger (MSV Duisburg)

3. Liga MSV Duisburg - zwischen Wachstum und Zuversicht

Stand:

Der MSV Duisburg startet mit einem breiten Kader und immer breiter werdenden Schultern zuversichtlich in die neue Drittligasaison. Denn es war so knapp, am letzten Spieltag der vergangenen Spielzeit.

Aufsteiger MSV Duisburg hatte hauchdünn den Relegationsplatz verpasst, den am Ende Rot-Weiss Essen belegte. Im Heimspiel gegen Viktoria Köln waren die "Zebras" nicht über ein 1:1 gekommen, und hatten besonderes Peck, als Rasim Bulic in der Nachspielzeit nur den Pfosten traf (90.+7).

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MSV-Vorstandschef Broska: "Mannschaft ist stabil"

Doch das ist in Duisburg schon wieder Schnee von gestern. Auch um Pechvogel Bulic macht sich der frisch gewählte Vereinsvorsitzende Dirk Broska keine Sorgen: "Der ist so ein robuster Junge", sagt der DVV-Manager und Steuerberater im WDR-Gespräch, der ohnehin die gesamte Mannschaft als "sehr, sehr stabil" empfindet.

Und Broska kennt sich aus beim MSV: Schon seit 2013 engagiert er sich in verschiedenen Funktionen beim MSV, erlebte in der 2. Bundesliga den Lizenzentzug des Vereins, den Absturz in die Viertklassigkeit vor zwei Jahren, aber auch zwei Aufstiege aus der 3. Liga 2015 und 2017.

70 Prozent für das Team "Verantwortung"

Mitte Juli wurden er und sein Team "Verantwortung" mit rund 70 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang zum neuen Vorstand gewählt. Sportlich strebt sein Team langfristig die Rückkehr in die 2. Bundesliga an.

Außerdem soll die Frauenmannschaft in der 3. Liga etabliert und das Nachwuchsleistungszentrum weiter gestärkt werden. Weitere Schwerpunkte sind Mitgliederwachstum und strukturelle Veränderungen.

"Meine Amtsführung wird zurückhaltender sein"

Zwischen seinem Amtsvorgänger Christian Stiefelhagen und Michael Preetz hatte es in der Vergangenheit mitunter einige Störfeuer gegeben. Stiefelhagen habe sich in den Strukturen, die beim MSV vorliegen, einfach nicht wohlgefühlt, sagt Broska und ergänzt: "Er hatte andere Stärken, die er auch in diesen zwei Jahren auch wunderbar eingebracht hatte. Er hat wirklich ganz viel revitalisiert."

MSV-Sportchef Michael Preetz (l.) mit Vorstandschef Dirk Broska.

MSV-Sportchef Michael Preetz (l.) mit Vorstandschef Dirk Broska.

Probleme in der Kommunikation der Profi-Abteilung sieht Broska bei sich nicht. "Bei mir wird die Amtsführung grundsätzlich etwas zurückhaltender sein. Das Gesicht nach außen im Profibereich ist Michael Preetz – und kein anderer. Wir werden Meinungsverschiedenheiten haben. (...) Aber ich glaube, dass wir sie kommunikativ gut bewältigen können."

Breite Basis von Unterstützern in Duisburg

Seine langjährige MSV-Erfahrung wird ihm bei der neuen Aufgabe helfen. So sieht der 48-Jährige auch im Schlechten immer etwas Gutes und erinnert sich an den Abstieg in die Regionalliga: "Als wir abgestiegen sind, war ich traurig. Aber ich wusste: Jetzt setzen sich ganz andere Kräfte, andere Strukturen frei."

Wie beispielsweise beim Aufbau eines Sponsorenpools. Man hänge jetzt nicht mehr von nur einem Geldgeber ab. "Wir haben mittlerweile eine breite Basis von Unterstützern", sagt er und erinnert sich: "Wenn man sich alleine die Bandenwerbung anguckt - wir hatten noch vor drei, vier Jahren auch teilweise graue Betonklötze. Jetzt ist alles belegt."

Wachsende Begeisterung für den MSV

Man habe aber immer noch ein strukturelles Defizit, aber es sei deutlich kleiner. Das hänge auch mit dem großen Zuschauerzuspruch und dem gewachsenen Interesse am MSV zusammen.

"Das spüre ich auch im Umfeld, den Wachstum des MSV Duisburg, die Begeisterung für den MSV Duisburg", so Broska. Das sei nicht nur so eine kleine Momentaufnahme, sondern sei beispielsweise auch bei Jugendlichen, in den Schulen und in den Städten im Duisburger Umfeld zu sehen: "Da ist der MSV Duisburg lokal mittlerweile die absolute Nummer eins geworden.

Meine Heimat. Mein Verein. Duisburg und der MSV

Heimatflimmern 31.07.2026 43:20 Min. UT AD Verfügbar bis 28.07.2027 WDR Von Wilm Huygen

Mannschaft überzeugt in Testspielen

Wirtschaftlich und beim Fanzuspruch geht die Kurve also nach oben. Nun muss es auch im sportlichen Bereich weitergehen. In den Testspielen wusste das Hirsch-Team in diesem Sommer schon ein ums andere Mal zu überzeugen.

Dietmar Hirsch, Trainer des MSV Duisburg

Dietmar Hirsch, Trainer des MSV Duisburg

Beim NEC Nijmegen, letzte Saison Dritter in der holländischen Eredivisie, gelang Anfang Juli ein 3:2-Erfolg. Dem 4:1 beim Regionalligisten Bonner SC folgten zwei achtbare Remis: Zunächst ein 1:1 bei Zweitligist Arminia Bielefeld, dann eine Woche vor dem Saisonstart ein 0:0 beim niederländischen Erstligisten Sparta Rotterdam.

Auffallend war beim letzten Test vor dem Ligastart nicht nur die herausragende Leistung von Torwart Max Braune. Auch die Tatsache, dass Trainer Dietmar Hirsch in der Startelf bis auf eine Ausnahme auf Neuzugänge verzichtet hatte, war bemerkenswert. Nur Außenstürmer Dominik Kother (kam von Dynamo Dresden) durfte von Anfang an auflaufen.

MSV-Kader gezielt in der Breite verstärkt

Rechtsaußen Ramien Safi (Rot-Weiss Essen) und Innenverteidiger Martin Ens (SC Paderborn) kamen zur Pause, andere Spieler wie Mittelfeldspieler Max Besuschkow (FC Ingolstadt) wurden später eingewechselt. Die Aufstellung beinhaltete laut Hirsch jedoch nicht zwangsläufig Hinweise für den Liga-Auftakt.

Der Coach wird in den nächsten Monaten häufiger die Qual der Wahl haben, denn der Konkurrenzkampf unter den Spielern ist nach den sieben Neuzugängen groß. "Die Breite des Kaders ist bombastisch", sagt Broska. "Das muss sich finden. Das wird die spannende Aufgabe von Dietmar Hirsch, das gut zu moderieren", so Broska.

Die elf Abgänge im Sommer hatten beim MSV keine großen Baustellen in der Mannschaft verursacht, und so suchte das Team um Sportchef Michael Preetz nach Spielern, um den Kader gezielt in der Breite zu verstärken. So sagt Broska: "Ich committe mich: Wir haben genau die richtigen Spieler geholt."

MSV Duisburg geht gestärkt in neue 3. Liga-Saison

NRW-Sport 01.08.2026 00:38 Min. Verfügbar bis 31.07.2028 WDR Online

Auftakt gegen Aufsteiger SV Meppen

Ob der MSV nach Platz vier in der vergangenen Saison dieses Mal den ersehnten Aufstieg schaffen kann? Broska will das Ziel nicht direkt ausrufen, sagt aber: "Wir wollen ja jetzt nicht sagen, wir wollen Achter werden. Es geht immer weiter, es muss dann noch mindestens ein Plätzchen weiter gehen."

Wie das neue Team zusammengefunden hat, wird sich zum Auftakt am Samstag zeigen. Der MSV tritt in eigener Arena gegen den Aufsteiger aus dem Emsland, dem SV Meppen, an (14 Uhr, live im Videostream auf WDR.de).

Unsere Quellen:

  • Interview mit Dirk Broska, Vorstandvorsitzender des MSV Duisburg
  • Vereinshomepage des MSV Duisburg (msv-duisburg.de)
  • reviersport.de
  • transfermarkt.de
  • nrz.de

Sendung: WDR.de, "MSV Duisburg geht gestärkt in neue 3. Liga-Saison", 01.08.2026, 18:43 Uhr

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