Arabi und Ende gefragt

Fortuna Düsseldorf - wie wird aus einem Absteiger ein Aufsteiger?

Stand:

Der Abstieg in Liga drei hat Fortuna Düsseldorf tief getroffen. Sportdirektor Arabi und Trainer Ende sollen den "Unfall" reparieren.

Manchmal sind im Fußball Schritte nach vorn mit ganz banalen Aktionen verbunden. Alexander Ende hat bei Fortuna Düsseldorf eine solche ausgemacht, um sein Team erfolgreicher zu machen: Der Coach hat im Zusammenspiel mit Sportdirektor Samir Arabi ein Handyverbot in der Kabine ausgesprochen.

Hintergrund dieser Maßnahme: Es soll der Teamgeist gestärkt werden. In der letzten Saison - die mit der Fortuna im worst case Abstieg endete - habe keine echte Mannschaft auf dem Rasen gestanden, analysierten die Verantwortlichen. Nun soll in der Kabine nach Training und Spiel miteineinander geredet werden, anstatt dass jeder für sich auf dem Smartphone daddelt. Außerdem: Zuletzt hatte Fortuna mit übermäßig häufigen Muskelverletzungen bei den Spielern zu tun. Auch hier gilt nun: Mehr Fokus auf Ernährung, Regeneration, Pflege und Kommunikation - ohne das Übel Handy.

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Arabi für Mislintat auf den Posten des Sportdirektors

Sie haben nach dem Abstieg aus der 2. Liga jeden Stein umgedreht bei Fortuna Düsseldorf. Sportdirektor Sven Mislintat erwischte es dabei, er verlor sein Amt nach nur fünf Monaten. Für ihn holte die Fortuna mit Samir Arabi jemanden, der schon einmal gezeigt hat, wie man sich als Verein aus misslichen sportlichen Verhältnissen trotz schmaler Kasse herausmanövrieren kann.

Arabi hatte die sportliche Leitung bei Arminia Bielefeld im Jahr 2011 in einer ähnlichen Situation übernommen. Der 47-Jährige führte die Bielefelder damals aus der 3. Liga zwischenzeitlich bis zurück in die Bundesliga, ehe er sich im März 2023 aus Bielefeld verabschiedete.

Fortuna Düsseldorf will in der 3. Liga angreifen

Bildquelle: ddp/Revierfoto

NRW-Sport 04.08.2026 02:00 Min. Verfügbar bis 03.08.2028 WDR Online Von Marc Eschweiler

Entlassungswelle nach dem Abstieg

Personelle Einschnitte und Veränderungen gab es in Düsseldorf nicht nur im Profi-Kader und auf der hohen sportlichen Führungsebene. Mehr als 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden nach dem Absturz der Fortuna entlassen. Darunter auch die Angestellten des legendären Fanshops am Flinger Broich, der aus finanziellen Gründen geschlossen werden musste.

"Es tut mir und uns von Herzen leid, dass wir diesen Schnitt machen müssen, zum Erhalt dieses Vereins", sagte der sichtlich betroffene Vorstandsvorsitzende Alexander Jobst zu den Entlassungen. "All diejenigen können gar nichts für den Abstieg."

Millionenverluste drücken auf Personaldecke

Dominique Heintz kam aus Köln | Bildquelle: Jürgen Fromme /firo Sportphoto

Trotzdem ist er nun einmal passiert und Düsseldorf muss den Spagat hinbekommen, aus wenig möglichst viel zu machen. Das Fernsehgeld sank drastisch von etwa 17 Millionen auf 1,2 Millionen plus einen kleinen Rettungsanker. Das ist ein Verlust von 14 Millionen Euro, mit dem der Verein in der 3. Liga wirtschaften muss.

Es mussten also auch auf Spielerseite erhebliche Einschnitte vorgenommen werden. Oder anders ausgedrückt: Günstige, aber dennoch leistungsstarke neue Leute mussten her.

Heintz, Schleusener und Förster - Erfahrung pur

In Innenverteidiger Dominique Heintz vom Rhein-Rivalen 1. FC Köln, Stürmer Fabian Schleusener und Mittelfeldspieler Philipp Förster (beide vom Karlsruher SC) verpflichtete der Sportvorstand erfahrene und ablösefreie Spieler. Insgesamt kamen 15 Neue nach Düsseldorf, zudem rücken einige Jugendspieler auf.

Einige bekannte Gesichter sind geblieben. Neben Cheftrainer Ende geht auch Defensivspieler Matthias Zimmermann mit der Fortuna in die neue Saison. Vor seiner neunten Saison mit der Fortuna zeigt sich der 34-Jährige optimistisch. "Ich glaube, dass die Mannschaft hier gut zusammengestellt ist", meinte der gebürtige Karlsruher. Die neu formierte Mannschaft habe die nötige Qualität, in der 3. Liga seien aber auch Einsatz und Leidenschaft entscheidend.

Brisante Duelle gegen Essen und Duisburg

Der Rückhalt ist trotz des Abstiegs groß: 19.000 Fans bestellten sich für die 3. Liga eine Dauerkarte, lediglich 1.500 weniger als in der Vorsaison. Unterstützung gibt es auch von der Stadt. Berichten zufolge wurde die Miete für das städtische Stadion zur neuen Saison etwa um die Hälfte reduziert. Demnach spart Fortuna knapp 700.000 Euro.

Zum Saisonauftakt reisen die Düsseldorfer am Freitag zu Waldhof Mannheim, der Gästeblock wird ausverkauft sein. Traditionsreich geht es auch in den brisanten Landesduellen mit den Rivalen MSV Duisburg (5. Spieltag) und Rot-Weiß Essen (18. Spieltag) zu. 

Doch zur neuen Realität gehören auch die Partien gegen den TSV Havelse, die SG Sonnenhof Großaspach und jene im Niederrheinpokal auf Amateurplätzen. Das erste Drittliga-Heimspiel klingt ebenfalls wenig glamourös: Am 15. August gastiert die Zweitvertretung der TSG Hoffenheim in der heimischen Arena.

Unsere Quellen:

  • sid
  • dpa
  • Kicker-Sportmagazin

Sendung: WDR.de, "Fortuna Düsseldorf will in der 3. Liga angreifen", 04.08.2026, 13:00 Uhr