Der DFB will Jürgen Klopp - und Jürgen Klopp will zum DFB. Es waren klare Worte, die der 59-Jährige am Abend wählte, als er sich bei Magenta TV erstmals selbst zu den Gesprächen mit dem Verband über den Job als Bundestrainer äußerte. Er habe vor zwei Jahren etwa in Liverpool aufgehört und gesagt, dass ihm die Energie fehlte - damals. Jetzt fühlt er sich anders.
"Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit." Fußball-Trainer Jürgen Klopp
Der DFB hatte sich am Freitag getroffen und entschieden, mit Jürgen Klopp über eine Nachfolge zu sprechen. Klopp habe bereits seine "grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert", hieß es in einer DFB-Mitteilung.
Bis der DFB seine Wunschlösung offiziell präsentieren kann, wird aber wohl noch ein bisschen Zeit vergehen. Es braucht eine Einigung zwischen dem DFB und Klopps noch Arbeitgeber Red Bull. Dort steht der 59-Jährige noch bis 2029 unter Vertrag und 1 ist klar, Klopp will sich von dort sauber verabschieden.
Der 59-Jährige ist seit Januar 2025 als Head of Global Soccer für die Red Bull GmbH tätig. Davor war Klopp als Trainer sehr erfolgreich bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool. Mit dem BVB wurde er deutscher Meister, mit Liverpool gewann er die englische Liga und 2019 die Champions League. Derzeit ist er als Experte für MagentaTV bei der WM in Nordamerika im Einsatz.
Klopp hat "das Herz auf der Zunge"
Klopp als Nationaltrainer, das fänden auch viele in NRW gut. Wir haben uns an seiner letzten Trainerstation in Deutschland umgehört, in Dortmund. Bei der WDR-Straßenumfrage sagte einer über Klopp, der sei ein guter Kandidat, "weil er in sämtlichen Orten bewiesen hat, wie er Menschen begeistern kann, schön Fußball spielen kann." Ein anderer sagte: "Der hat sein Herz auf der Zunge, ist sehr sympathisch. Wenn was nicht läuft, dann sagt er das. Wenn was läuft, dann sagt er das natürlich auch."
Nagelsmann entschuldigt sich bei Fans
Julian Nagelsmann hat sich in der DFB-Mitteilung nach seinem Rücktritt als Bundestrainer vor der deutschen Fußballnation in den Staub geworfen. "Ihr habt uns getragen, ihr habt uns vertraut, ihr habt uns Energie gegeben, selbst in schwierigen Phasen", so der 38-Jährige. Er betonte: "Es tut mir von Herzen leid und weh, dass wir euch enttäuscht haben und euch keine weiteren Fußballnächte bei dieser WM bescheren konnten."
"Ihr hättet viel mehr verdient gehabt!" Julian Nagelsmann
Nagelsmann hatte mit der DFB-Auswahl am Montag in der ersten K.-o.-Runde der WM mit 3:4 im Elfmeterschießen verloren. Unmittelbar nach dem Ausscheiden hatte Nagelsmann einen Rücktritt ausgeschlossen. "Ich bin keiner, der wegläuft", hatte er im Stadion in Foxborough in den USA gesagt.
DFB-Spitze zollt Nagelsmann Respekt
"Nach dem für ausnahmslos alle enttäuschenden WM-Aus verdient Julians Entscheidung unseren Respekt", so DFB-Sportdirektor Rudi Völler. Er übernehme Verantwortung, wo er gerne weiter gestalten würde und stelle "die Nationalmannschaft als Ganzes über die eigene Person".
Julian Nagelsmann hört auf
Bildquelle: Tom WellerWDR. 03.07.2026. 00:58 Min.. Verfügbar bis 02.07.2028. WDR Online.
Unsere Quellen:
- Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)
- Nachrichtenagenturen SID, dpa
- WDR-Umfrage
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 03.07.2026, 12 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 03.07.2026, 18.45 Uhr
Kommentare zum Thema
Ist doch egal, ob sich Klopp über das Rote-Karte-Telefonat empört und er sich aufgetankt fühlt für die Trainerschaftnikolaus. Die Bürger würden lieber selbst noch volltanken können. Seit dem "Somnermärchen" u. Kaiser Franz wissen wir, dass bei FIFA nicht alles mit rechten Dingen läuft. Magenta-TV sollte sich lieber um die Schmiergeldzahlungen beim Netzausbau kümmern. Der Fußball sorgt oft für Krawalle. Der WDR beschreibt die Korsos u. Pyrotechnik der Marokkaner in Aachen als "Glücksgefühle". In den Niederlanden gab es aber Angriffe auf Polizei u. Brandanschläge der Mocros. Das gehört zum vollständigen Bild dazu.
Nagelsmann war und ist ein Blender. Er kann sich gute verkaufen und der DFB ist darauf reingefallen. Sein eigenes Ego dominiert sein Verhalten hinzu kommt seine überbrodende Arroganz. Daran ist er bei der Mannschaft gescheitert und auf dem Platz.
Ja N ist krachend gescheitert. Absehbar war das jedoch nicht. Die groben Fehler wurden erst in den letzten Vor-Turnier-Wochen gemacht. z. B. wurde kein 2. Rechtsverteidiger nominiert, Spielern erst die Startelf zugesagt und dann kam überraschend die Bank. Und taktisch unflexibel im Turnier, kein Plan B oder C, auch die dafür nötigen "anderen" Spieler nicht nominiert. Patziges Verhalten von N in Interviews obendrauf. Wofür N nichts kann, was aber die Flexibilität im Angriff verkleinert hat, sind die Verletzungen von Gnabry und Karl. Dazu waren Wusiala sichtlich nicht in WM-Form, wofür N nichts kann. Bleibt das Fazit, Verletzungen und ungeschicktes Trainerverhalten reichen aus, dass das Team nicht wie geplant performt. In engen Spielen reicht das dann nicht mehr. Jetzt kommt jemand anderes, viel Glück und Erfolg für den Neuen.
Dann kann er sich ja schöne Zähne leisten ...