Jolina Ernst

Bochumerin startet durch "Arbeitstier" Jolina Ernst - nach dem DM-Coup zur EM

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Die deutsche Überraschungs-Meisterin Jolina Ernst ist eine von insgesamt 21 NRW-Athleten bei der Leichtathletik-EM in Birmingham.

Von Anke Feller

Es war eine DER Überraschungen der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum. Im 100 Meter-Finale der Frauen setzte sich nicht wie erwartet Deutschlands Vorzeigesprinterin Gina Lückenkemper durch, sondern eine 22 Jahre alte Lokalmatadorin.

Sieg vor heimischer Kulisse

In vertrauter Kulisse und vor Freunden und Familie gewann Jolina Ernst das Rennen mit persönlicher Bestzeit von 11,26 Sekunden und schlug dabei gestandene Sprinterinnen wie die Europameisterin und sechsfache Deutsche Meisterin Lückenkemper.

Jolina Ernst

Dabei wollte es am Wettkampftag zuerst nicht rund laufen für die Wattenscheiderin, nur ganz knapp konnte sie sich für das Finale qualifizieren. Aber genau das zeichnet die Sprinterin aus. "Sie kann alles ausblenden, was vorher war und sich sagen, ich will das unbedingt," beschreibt Vater André seine Tochter. Vor dreieinhalb Jahren kam Jolina in seine Wattenscheider Trainingsgruppe, der ehemalige Sprinter und Dreispringer kennt die Fähigkeit seiner Tochter, sich auf den Punkt konzentrieren zu können.

Es hat "Klick" gemacht

"Sie ist ein absoluter Wettkampftyp", sagt auch der Geschäftsführer vom TV Wattenscheid Michael Huke. "Trotzdem hat mich der Sieg von Jolina überrascht, damit habe ich nicht gerechnet." In der Jugend machte Jolina Ernst noch nicht durch Leistung auf sich aufmerksam, erst als A-Jugendliche gelang ihr der Durchbruch. Schon ein Jahr früher als üblich wechselte sie in die Erwachsenen-Trainingsgruppe ihres Vaters. Damals machte es bei ihr "Klick".

Denn in der neuen Trainingsgruppe waren auch viele ältere Athleten, die mit einer anderen Einstellung trainierten, als sie. Damals fiel die Entscheidung: "Kein Larifari mehr. Ganz oder gar nicht, sonst bringt es nichts."

Jolina Ernst

Jolina Ernst nach ihrem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften

Bildquelle: picture alliance / Laci Perenyi | Laci Perenyi

Wie einst die Mutter: Ernst als Startläuferin eingeplant

"Sie ist eine Arbeiterin, sehr, sehr fleißig, sie hat sich alles hart erarbeitet," beschreibt Michael Huke die 22 Jährige. Ähnlich wie ihre Mutter Melanie Paschke. Die mehrfache Deutsche Meisterin über 100 Meter und Europameisterin mit der deutschen 4 x 100 Meter-Staffel sitzt mittlerweile selber im Stadion und verfolgt aufgeregt die Läufe ihrer Tochter.

Paschke lief in Staffelrennen in der Regel als Startläuferin - die Position, für die auch Tochter Jolina bei der EM in Birmingham eingeplant ist. Mit der Frauen-Staffel kann sich Ernst berechtigte Medaillenhoffnungen machen.

Kein einfaches Jahr für Hochspringerin Honsel

Mit Christina Honsel geht eine weitere Athletin vom TV Wattenscheid in Birmingham (10. bis 16. August) an den Start. Die Zwei-Meter-Springerin, die in diesem Jahr 1,94 Meter überquerte, schaut voller Vorfreude auf die EM. "Die Saison war bisher alles andere als einfach, umso stolzer bin ich, dass ich dabei bin," freute sie sich nach ihrer Nominierung durch den Deutschen Leichtathletik Verband. Ihren Start im heimischen Lohrheidestadion bei den Deutschen Meisterschaften musste Honsel aufgrund von Problemen am Fuß kurzfristig absagen.

Jolina Ernst tritt in Fußstapfen der Mutter

NRW-Sport 07.08.2026 1 Min. 53 Sek. Verfügbar bis 06.08.2028 WDR Online

Lita Baehre kann um Medaille springen

Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre fährt als Nummer sieben der europäischen Bestenliste nach England. Bei den Deutschen Meisterschaften scheiterte der haushohe Favorit an seiner Einstiegshöhe von 5,40 Meter. Der deutsche Hallenmeister von Düsseldorf Athletics hatte wie die Konkurrenz mit den schwierigen Windverhältnissen auf dem Opernplatz in Hannover zu kämpfen. Beim ersten Versuch lief der 27-Jährige durch, im Anschluss riss er zweimal. Hat Lita Baehre diesen Wettkampf weggesteckt, kann er bei der EM um eine Medaille mitspringen.

Weißenberg nach Achillessehnenriss wieder top in Form

Gespannt sein darf man auf den Auftritt von Siebenkämpferin Sophie Weißenberg. Nach ihrem Achillessehnenriss bei den Olympischen Spielen in Paris gelang der Leverkusenerin beim Mehrkampf-Meeting in Götzis ein beeindruckendes Comeback.

Im ersten Mehrkampf nach langer Verletzungspause erzielte die 28-Jährige mit 6.449 Punkten eine neue persönliche Bestleistung und gehört damit wieder zum Kreis der besten Mehrkämpferinnen in Europa. Drei Jahre nach ihrem siebten Platz bei den Weltmeisterschaften 2023 in Budapest möchte Weißenberg als Vierte der Meldeliste um die vorderen Plätze kämpfen.

Unsere Quellen:

  • Interview mit Michael Huke
  • WDR.de
  • Leichtathletik.de
  • Westdeutsche Allgemeine Zeitung
  • TSV Bayer 04 Leverkusen

Sendung: WDR.de, "Jolina Ernst tritt in Fußstapfen der Mutter", 07.08.2026, 19.01 Uhr

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