Diese ganzen Erfolge sind ohne diszipliniertes Training und Einbußen im Sozialleben nicht möglich. Das Düsseldorfer Paar trainiert jeden Tag zweimal und kommt damit schon in nur einer Woche auf über 200 Kilometer. Zwischen ihren Einheiten müssen sie die Füße hochlegen und „recovern“.
In dieser Zeit haben sie jedoch nicht frei, sondern gehen den nicht so klassischen Aufgaben von Profi-Athleten nach. Sie kümmern sich um ihr Sponsoring, drehen Social-Media-Content oder nehmen ihre jeweiligen Lauf-Podcasts auf. Wirklich mal Freizeit haben sie selten.
Esther Pfeiffer: „Leistungssport ist egoistisch!“
„Nicht die ganz so schöne Seite des Sports ist, dass man die sozialen Kontakte auf jeden Fall ein wenig einschränken muss“, erzählt Esther Pfeiffer. Denn besonders wichtig ist für die beiden, gesund zu sein. "Krank zu werden könnte direkt ein halbes Jahr Arbeit versauen“.
Gerade kurz vor Wettkämpfen reduzieren die beiden stark ihre Kontakte. Auch öffentliche Verkehrsmittel sind für sie dann keine Option mehr, wegen der Ansteckungsgefahr. Hier sind sie stark auf das Verständnis ihres Umfelds angewiesen. Esther hofft, dass sie das nach ihrer Karriere zurückgeben können.
„Konkurrenzgedanken können wir nicht verstehen!“
Das Ehepaar muss sich zu 100 Prozent aufeinander verlassen können. Eifersucht oder Neid kennen die beiden nicht. Sie unterstützen sich, selbst wenn es bei einem der beiden gerade mal nicht läuft.
Profiläufer Esther und Hendrik Pfeiffer bei einem Lauf in Leverkusen
Hendrik ist bei manchen Wettkämpfen bewusst Esthers sogenannter „Pacemaker“. Das bedeutet, dass er den gesamten Wettkampf bei ihr ist und ihr dabei hilft, ihr Tempo zu halten.
„Wir hatten auch schon Wettkämpfe, wo es bei dem einen nicht gelaufen ist und bei dem anderen schon. Und das zieht einen dann trotzdem hoch und motiviert einen.“ Esther Pfeiffer
Um 2028 an den Olympischen Spielen teilzunehmen, hat Esther erst vor Kurzem ihre Distanz gewechselt. Die letzten drei Jahre war sie Gewinnerin der deutschen Meisterschaften im Halbmarathon. Aber da diese Distanz nicht olympisch ist, trainiert sie von nun an für den gesamten Marathon und wird im Herbst in Berlin an den Start gehen.
Hendrik Pfeiffer: Es darf nichts schiefgehen
Der Druck, unter dem die beiden stehen, ist immens. „Das Herausfordernde bei uns beim Sport ist, dass einem nicht so viel verziehen wird. Man kann ein paar gute Marathons abliefern, aber wenn dann mal was schiefgeht, dann ist man eben auch schnell wieder raus“, erzählt Hendrik Pfeiffer.
Genau diese Sorge beschäftigt Hendrik gerade besonders. Anfang letzter Woche gab der Läufer bekannt, dass er unter einem Ermüdungsbruch leidet und nicht an der Europameisterschaft teilnehmen wird. Für ihn ist es diesen Herbst genauso wichtig wie für seine Frau, noch einen großen Marathon zu laufen, um Teil der Bestenlisten zu sein.
Unsere Quellen:
- Interview mit Esther und Hendrik Pfeiffer
- "Auslaufen Podcast" auf Instagram
Sendung: WDR.de, Das schnellste Ehepaar Deutschlands, 17.07.2026, 16.39 Uhr.