Eine Padel-Spielerin in Aktion

TC Weiden: Die Padel-Pioniere aus Köln

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Beim TC Weiden spielt Padel schon seit einigen Jahren eine große Rolle. Der einstige Tennisklub hat die Lifestyle-Sportart früh für sich entdeckt. Die Nachfrage ist immens.

Von Jörg Strohschein

Noch deutet ein Stück Papier hinter der Glasscheibe daraufhin, dass der Untergrund der drei Außen-Courts aufgrund des Wetters sehr rutschig ist - und die Spieler vorsichtig sein sollen. Aber mit jeden Tag, mit dem der Frühling näher kommt und die Sonne wärmer wird, werden die Glaskästen beim TC Weiden wieder von morgens bis abends stark frequentiert sein.

Padel boomt schließlich seit rund zwei paar Jahren in der gesamten Republik. Und Padel-Courts schießen überall wie Pilze aus den Boden. Im Kölner Westen wurden sie schon deutlich früher darauf aufmerksam, sind sie bereits ganz früh auf den Zug der neuen Trendsportart - eine Mischung aus Tennis und Squash in einem 10 mal 20 Meter großen Glaskasten - aufgesprungen.

Aufnahmestopp war nötig

Bereits im Jahr 2020 haben sie in Weiden die ersten beiden Padel-Courts gebaut. Der Klub ist damit echter Padel-Pionier in Deutschland. Inspiriert wurden die Vereinsverantwortlichen dabei von einer kommerziellen Tennishalle, die direkt nebenan steht - und deren Besitzer bereits sehr früh ins Risiko gegangen sind und auf das damals hierzulande recht unbekannte Padel gesetzt haben. "Das haben wir natürlich genau beobachtet, wir haben ja schon früher sehr eng mit der Halle kooperiert und machen das auch weiterhin", sagt Weidens Klub-Manager Oliver Schmidt dem WDR.

Die Padel-Idee des Klubs war sofort ein großer Erfolg. Bereits nach vier Monaten hatte der Tennisklub 100 neue Mitglieder. Daraufhin wurde schnell ein dritter Court geplant und gebaut. "Und haben dann vor zwei Jahren, bei 280, 290 Padel-Mitgliedern den Deckel draufgemacht und gesagt, wir müssen einen Aufnahmestopp machen. Sonst prügeln sich die Leute um die Plätze, das wollen wir auch nicht", sagt Schmidt.

Padel-Boom in Deutschland - TC Weiden ist einer der Pioniere

Bildquelle: WDR

2 Min. 31 Sek. Verfügbar bis 01.04.2027

Erfolgreiche Teams

Parallel zu der Verbreiterung der Mitgliederzahl im eigentlichen Tennisklub haben sie in Weiden auch gleich den Leistungsbereich mitgedacht. "Wir wollten das Thema Padel von Beginn an ganzheitlich und nachhaltig bei uns etablieren", sagt Schmidt.

Mittlerweile hat der Kölner Klub 13 Teams, von der Jugend über Frauen- und Männerteams in den unterschiedlichen Altersklassen, die allesamt in den höchsten deutschen Ligen spielen. Die Herren sind aktuell zum vierten Mal Deutscher Meister geworden und stellen den Großteil der Nationalmannschaft.

Talent Jonas Trümpler in Weiden aktiv

Dabei handelt es sich in Deutschland allerdings noch um einen leidenschaftlich ausgeübten Amateursport. Spanien oder auch Argentinien sind viel länger dabei, da ist Padel bereits Volkssport. Es gibt Profis dort und die Spieler sind den deutschen Aktiven deutlich voraus.

Dennoch: Der 16 Jahre alte Jonas Trümpler, der aus der Nähe von Bremen zum TCW gewechselt ist, ist eines der größten Talente hierzulande und kürzlich nach Köln gewechselt. Er will als erster Deutscher eine Profikarriere starten.

"Auf diese Entwicklung sind wir schon ein bisschen stolz", sagt Schmidt, der neben seiner hauptberuflichen Aufgabe beim TC Weiden auch Mitglied im Vorstand beim "Deutscher Padel Verband" (PDV) ist.

Geringe Hemmschwelle

TC-Weiden-Manger Oliver Schmidt

TC-Weiden-Manger Oliver Schmidt

Bildquelle: WDR

Rund 250.00 Menschen spielen mittlerweile wohl in Deutschland Padel. Aber so richtig kann das niemand sagen, weil der hierzulande junge Sport außer in den Vereinen vor allem bei kommerziellen Anbietern gespielt wird - und anders als etwa beim Tennis die Aktiven nicht mit ihrer Vereinsmitgliedschaft direkt einem Verband wie dem Deutschen Tennis Bund (DTB) zugeordnet sind.

Padel ist für viele Spieler ein neues Lifestyle-Element, es geht darum, neue Leute kennen zu lernen und Spaß beim Spiel zu haben. "Es ist einfach zu lernen, es macht sehr viel Spaß. Die Hemmschelle ist sehr gering und die Spielstärke spielt nicht die Rolle wie beim Tennis", sagt Schmidt.

Riesiger Ansturm

Beim TCW soll Padel neben dem Tennissport weiterentwickelt werden, ohne den weißen Sport abzulösen. "Dazu wird es nicht kommen", sagt Schmidt, der auch 1.200 Tennismitglieder in Weiden verwaltet. Denn beide Sportarten harmonieren sehr gut miteinander, findet der Manager.

Aber: Es laufen bereits Gespräche mit der Stadt Köln, welche Möglichkeiten es noch gibt, weitere Padel-Courts zu bauen. Denn die Menschen rennen dem TCW weiterhin die Türen ein.

"Wir haben Wartelisten, die Leute würden gerne bei uns Mitglied werden, können aber natürlich nicht, stehen auf der Warteliste und sind froh um jeden der bei uns wieder austritt, um dann vielleicht einen Platz zu kriegen“, sagt Schmidt. Dieser Zustand soll sich zukünftig verbessern.

Unsere Quellen:

  • Vor-Ort-Gespräche
  • TC Weiden

Sendung: WDR.de, "Padel-Boom in Deutschland - TC Weiden ist einer der Pioniere", 01.04.2026, 13:33 Uhr

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