Es gab Zeiten in der Bundesrepublik Deutschland, da waren Hans Günter Winkler und Halla ein fester, eigenständiger Begriff. Einer, der sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hatte. Der Reiter und sein Wunderpferd - eine Liaison, die für ungewöhnlichen Zusammenhalt, Freundschaft, Erfolg zwischen Mensch und Tier stand.
Der Reiter und sein Wunderpferd haben einen Mythos geschaffen und olympische Sportgeschichte geschrieben: Am 17. Juni 1956, bei den Reiterspielen von Stockholm. Am 13. und letzten Hindernis im 1. Durchgang riss Winkler bei der Landung eine Sehne in der Leiste, konnte sich kaum noch im Sattel halten. Halla trug ihn über die Ziellinie. Die Schmerzen nahezu unerträglich, aufgeben aber keine Option. Es ging schließlich um Olympiagold für Deutschland.
Wunderstute Halla springt Winkler zu Gold
Verfügbar bis 23.07.2027.
Winkler: "Halla war für mich da"
Danach wurde Winklers Sattel angehoben, er nahm Medikamente ein, trank eine ganze Kanne Kaffee. Die Sinne vernebelt, setzte sich Winkler auf seine Wunderstute, die ihn nahezu im Alleingang durch den 2. Durchgang führte - und zu Gold für die Mannschaft und im Einzel sprang. "Als ich sie brauchte, war sie für mich da. Aber ich war auch immer für sie da", erinnerte sich Winkler einmal.
Winkler gewann zwischen 1956 und 1976 insgesamt fünf Goldmedaillen im Springreiten (neben der Einzelmedaille vier mit der deutschen Mannschaft) und eine Silbermedaille, was ihn zu einem der erfolgreichsten deutschen Olympioniken machte.
Drei Goldmedaillen alleine mit seiner Wunderstute Halla, die auf immer mit seinem Namen verbunden bleiben wird. Beide hatten etwas gemeinsam. "Ich war ein Mann, der von ganz unten kam und bei Null anfing. Und so war auch sie. Sie war nicht schön, sie war nicht für den Reitsport geboren", sagte Winkler einst. Aber beide passten perfekt zusammen.
Ein Leben für den Reitsport
1954 (Halla) und 1955 wurde er bereits jeweils Weltmeister im Springreiten. Es gab viele weitere internationale und nationale Erfolge für Winkler mehr. 1955 und 1956 wurde er zudem zum Sportler des Jahres gewählt. "HGW" war ein echtes Sportidol im Nachkriegsdeutschland.
Nach seiner beeindruckenden aktiven Karriere widmete sich "HGW" im münsterländischen Warendorf weiterhin seinem geliebten Reitsport, schrieb Bücher, veranstaltete Turniere, förderte den Nachwuchs. 1975 erhielt Winkler das Bundesverdienstkreuz, 2006 wurde er in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.
In seinem Privatleben war er vier Mal verheiratet. Am 9. Juli 2018 erlitt "HGW" im Alter von 91 Jahren einen Herzinfarkt, dem er erlag. "Alles, was ich im Leben gemacht habe, habe ich bewusst gemacht und würde es nochmal machen", sagte Winkler.
Am 24. Juli 1926, vor 100 Jahren, wurde Hans Günter Winkler in Wuppertal-Barmen geboren.
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- Wunderstute Halla springt Winkler zu Gold
Sendung: WDR.de, "Wunderstute Halla springt Winkler zu Gold", 24.07.26, 00:01 Uhr