Annemarie Dresing
Bildquelle: imago/Stefan LafrentzMit 75,483 Prozent setzte Dresing sich knapp vor Katrine Kristensen (75,310) aus Dänemark und der Britin Jemima Green (75,241) durch. Für die Ostwestfälin ist es der erste WM-Titel ihrer Karriere und die erste Medaille bei einer Weltmeisterschaft überhaupt. "Das ist Wahnsinn, ich hab das noch gar nicht richtig realisiert", sagte Dresing nach ihrem Ritt.
Heidemarie Dresing im WDR-Interview
Bildquelle: sportschau01:30 Min.. Verfügbar bis 19.08.2028.
Zu viel Lärm - Poesie erschreckt sich
Dabei begann die Prüfung alles andere als optimal. Beim Einritt auf die Mittellinie und in der ersten Ecke erschrak Poesie wegen des Lärms neben dem Viereck. Offenbar liefen dort bereits Abräumarbeiten.
"Meine Poesie hatte doch sehr Angst bekommen und wollte weglaufen", so Dresing. Sie habe aber schnell wieder das Vertrauen ihrer Stute gewonnen: "Ich kenne sie sehr gut."
Heidemarie Dresing holt WM-Gold in der Para-Dressur
Bildquelle: picture alliance / Mika Volkmann16:55 Min.. Verfügbar bis 19.08.2028.
Eine Erfolgsgeschichte mit Poesie
Poesie ist mit ihren elf Jahren noch vergleichsweise jung und seit Anfang 2024 an der Seite von Dresing. Bereits im März 2024 gewann das Paar bei seinem ersten internationalen Saisonauftritt in Ornago die Grand-Prix-Prüfungen A und B.
Seitdem ging es für die beiden steil nach oben: 2025 wurden Dresing und Poesie deutsche Meister und anschließend Europameisterin in Grade II. Dresing selbst beschreibt Poesie als hochsensibel, intelligent und mitunter etwas eigenwillig. Genau diese Eigenheiten machen für sie aber auch die besondere Verbindung aus: "Wir beide haben eine außergewöhnliche Harmonie und sehr feine Kommunikation."
Vor vier Jahren noch Siebte
Für Dresing ist der WM-Titel in Aachen deshalb auch die Krönung einer bemerkenswerten Karriere. Bei ihrer ersten WM 2022 in Herning war sie mit La Boum noch Siebte im Einzel und Vierte in der Kür. Bei den Paralympics in Tokio und Paris sammelte sie jeweils Medaillen, der Weltmeistertitel fehlte ihr bislang.
So funktioniert die Para-Dressur
Fünf Grades, elf Weltmeistertitel: In der Para-Dressur werden die Reiter entsprechend ihrer funktionellen Einschränkungen in die Grades I bis V eingeteilt.
Grade I ist für die stärksten Einschränkungen vorgesehen, Grade V für die geringsten. Die Prüfungen werden an die jeweiligen Möglichkeiten der Reiter angepasst.
In jedem Grade gibt es einen eigenen Weltmeistertitel in der Einzelprüfung und einen weiteren in der Kür. Dazu kommt ein Weltmeistertitel für die Mannschaft - insgesamt also elf WM-Titel. Für die Kür qualifizieren sich die acht besten Reiter jedes Grades aus den beiden Qualifikationsprüfungen.
Die Reiter dürfen sogenannte kompensatorische Hilfsmittel verwenden, die ihre Beeinträchtigung ausgleichen. Dazu gehören, je nach Klassifizierung, beispielsweise spezielle Zügel, Haltevorrichtungen oder angepasste Sättel. Nicht standardisierte Hilfsmittel müssen vom Weltveband FEI vorab genehmigt werden.
Die Para-Dressur-Zeiten bei der Zeitplan in Aachen:
- 19. August: Grades I, II und III (Einzelentscheidung + 1. Qualifikation für Kür)
- 20. August: Grades IV und V (Einzelentscheidung + 1. Qualifikation für Kür)
- 21./22. August: Mannschaftswettbewerb (+ 2. Qualifikation für Kür)
- 23. August: Kür-Finale der fünf Grades
In Aachen kann Dresing nun noch zweimal nachlegen: Mit dem deutschen Team und in der Kür geht es um weitere WM-Medaillen.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporterin vor Ort
- Deutsche Presse-Agentur
Sendung: WDR, Sport im Westen live: Reit-WM Aachen 2026 - Springreiten Fehler-Zeit-Springen, 19.08.2026, 14:20 Uhr