Gibt Anweisungen am Seitenrand - Schalkes Trainer Miron Muslic

Zwischenbilanz Ist Schalke 04 bundesligatauglich oder droht der Abstieg?

Stand:

Der FC Schalke 04 hat die ersten vier Bundesligapartien hinter sich gebracht. Nach schlechtem Start haben sich die Königsblauen deutlich verbessert. Aber reicht das für den Klassenerhalt?

Von Jörg Strohschein

Ein guter Gradmesser, wie gut es - oder eben auch nicht - in einer Profi-Fußballmannschaft gerade so läuft, ist der Umgang der etablierten Profis mit den jungen Talenten. Luca Vozar jedenfalls strahlte am Mittwochmorgen nach der Trainingseinheit der Königsblauen über das ganze Gesicht, als er davon berichtete, wie er sich gerade in den Mannschaftskreis integriert fühlt.

"Auch die älteren Spieler wie Robin Gosens oder Kenan Karaman sind total offen, die sind immer für einen da, man kann die immer um Rat fragen. Das funktioniert gerade sehr gut, das zeichnet uns auch aus", sagte der eloquente 19-Jährige, der auf Schalke kürzlich einen langfristigen Vertrag (bis 2029) unterschieben hat. Allerdings fügte er dann auch noch mit ernsterer Miene an: "Natürlich merkt man: Es geht um was, es ist ernst."

Luca Vozar: Von der Jugend zu den Profis bei Schalke 04

NRW-Sport 24.09.2026 1 Min. 21 Sek. Verfügbar bis 23.09.2028 WDR Online

Muslic ist bislang zufrieden

In diesen Tagen vor der Länderpielpause ist die Stimmung rund um das Berger Feld trotzdem recht entspannt. Die fünf Punkte aus aus vier Spielen (darunter ein spektakulär herausgearbeitetes 0:0 gegen den FC Bayern) hätte dem Aufsteiger aus dem Ruhrgebiet nicht jeder Experte zugetraut. Der Start in die Bundesliga ist für die Schalker geglückt. Die Zwischenbilanz vor der ersten dreiwöchigen Länderspielpause fällt deshalb bei allen Beteiligten überwiegend positiv aus.

"Ich bin mit den ersten vier Spielen in der Bundesliga insgesamt sehr zufrieden. Wir haben zweimal die Null gehalten. Es ist nicht einfach, gegen uns einen Treffer zu erzielen. Darauf können wir aufbauen", sagte Trainer Miron Muslic nach dem torlosen Remis gegen die SV Elversberg.

Schlechter Start, gute Entwicklung

Die große Frage, die sich die vielen Anhänger des Klubs vor der Saison stellten, lautete: Können die finanziell weiterhin überaus angeschlagenen Schalker in der Liga mithalten? Für teure Neuzugänge war jedenfalls kein Geld vorhanden.

Seriös zu beantworten ist diese Frage natürlich noch lange nicht. Aber die Richtung scheint zu stimmen. Und: Das Team bereits einen Lernprozess durchgemacht. Nach der harten Landung in der Realität im ersten Spiel beim FC Augsburg (0:3) haben die Schalker um Trainer Muslic, der seinerseits noch keine Bundesligaerfahrung hatte, sehr schnell Veränderungen ins eigene Spiel eingearbeitet.

Schalkes Luca Vozar (l.) im Duell um den Ball mit Bayern Münchens Jonathan Tah

Luca Vozar (l.) hatte seinen ersten Bundesliga-Einsatz gegen den FC Bayern.

Bildquelle: IMAGO / pepphoto

Aus taktischen Gesichtspunkten hat es das Muslic-Team geschafft, die eigenen Abwehrspieler nicht mehr so häufig in Laufduelle mit den meist schnelleren, gegnerischen Stürmern zu verwickeln. Die Kompaktheit der Defensive spielte bislang die größte Rolle. So schafft es der S04 die gegnerischen Angriffe zu entschärfen. Diese Herangehensweise, gepaart mit dem großen Einsatz, brachte die ersten Punkte ein.

Hohe Intensität

Vor allem einige der wichtigsten statistischen Werte sprechen für die Konkurrenzfähigkeit der Königsblauen. "Wir sind sehr intensiv, das zeichnet und auch aus", sagte Vozar.

Bei der Laufdistanz liegen die Schalker im Mittelfeld der Liga (Platz 8) mit insgesamt 479,41 km und durchschnittlich 119,85 Kilometern pro Spiel.

Besonders auffällig ist dabei Soufiane El-Faouzi: Er kommt bereits auf 51,28 km in vier Spielen, 12,82 km pro Spiel und führt damit die Einzel-Wertung an.

Bei der so wichtigen Intensität haben die Schalker sogar Spitzenwerte zu bieten. Bei den in intensiven Läufen liegt das Muslic-Team auf Platz zwei (504 pro Spiel, insgesamt 2016) hinter Union Berlin (527,3 pro Spiel und 2109 insgesamt).

Bei den gewonnen Zweikämpfen belegt der S04 mit 308 und pro Spiel durchschnittlich mit 77 auf dem dritten Platz hinter Hoffenheim (320 insgesamt; 80 pro Spiel) und Borussia Dortmund (324 insgesamt; 81 pro Spiel).

Deutliches Verbesserungspotenzial

Aber: Es gibt auch noch deutliche Defizite, an denen Muslic mit seit seinem Trainerteam arbeiten muss. Schalke hat nach vier Spielen zwar 2804 intensive Läufe, aber nur 603 Sprints (Platz 14) geleistet. RB Leipzig führt dieses Kategorie mit 764 an.

"Mehrere Jungs sind noch nicht bei 100 Prozent, die können wir aber nur erreichen, wenn sie im Spielrhythmus sind. Da werden wir uns in den nächsten Wochen noch steigern. Die Länderspielpause werden wir optimal nutzen", sagte Muslic, der auf neun Spieler auf Länderspielreise verzichten muss.

Unsere Quellen:

  • Reporter vor Ort
  • Statistik von sportschau.de
  • Statistik von bundesliga.de

Sendung: WDR.de, "Luca Vozar: Von der Jugend zu den Profis bei Schalke 04", 24.09.2026, 11:22 Uhr

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