Andre Bertelsmeier

Erfolg bei Tischtennis-U21-EM Bertelsmeier und Verdonschot - nächstes Ziel "Weltspitze"

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Andre Bertelsmeier ist einer von zwei deutschen Hoffnungsträgern für die Zukunft im Tischtennis, gemeinsam mit seinem gleichaltrigen 20-jährigen Kollegen Wim Verdonschot. Bei der U21-EM gewannen sie Gold und Silber.

Von Michael Buchartz

"Wir haben das jetzt schon öfter gehört, dass wir so etwas wie die neuen Hoffnungsträger sind", erzählte Bertelsmeier im WDR-Interview. Im Juni standen sich der in Hamm geborene Spieler und der zuletzt für Union Velbert spielende Verdonschot im Finale der U21-EM gegenüber - mit besserem Ende für den Hammer. Im Doppel gewannen sie dagegen gemeinsam höchst souverän Gold.

Duo dominierte U21-EM mit Gold und Silber

Bertelsmeier plauderte entsprechend gut gelaunt über die Rückreise aus dem Nähkästchen: "Die Trophäen passten nicht ins Handgepäck, also habe ich sie einfach durch den Flughafen getragen. Da habe ich ein paar komische Blicke kassiert und das Sicherheitspersonal hat genau hingeschaut."

Neben der lustigen Anekdote vom Flughafen ist aber noch etwas ganz anderes bemerkenswert: Es war das erste deutsche Endspiel im U21-EM-Wettbewerb seit seiner Einführung. "Das war einfach ein fantastisches Turnier", denkt Bertelsmeier gerne an die Triumphe zurück. Beim Turnier der World Table Tennis Tour (WTT) im Januar in Lille hatte dagegen noch Verdonschot knapp gesiegt.

Bertelsmeier: "TTBL mit die beste Liga der Welt"

In der neuen Saison dürfen die Fans beide Nachwuchstalente in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) bestaunen. Bertelsmeier kennt man dort schon - er musste sich in seiner ersten Saison nach dem Wechsel im Sommer 2025 nach Bad Königshofen noch eingewöhnen: "Das war schon eine Umstellung. Die TTBL ist mit die beste der Welt. Da spielen so viele gute Leute, davon profitiert man sehr."

Tischtennis-Talente Bertelsmeier und Verdonschot liefern ab

NRW-Sport 09.07.2026 01:45 Min. Verfügbar bis 08.07.2028 WDR Online

Nebenbei sei es in dem kleinen Ort vergleichsweise beschaulich - im Gegensatz zum vorherigen Köln: "In Bad Königshofen lebt der Ort einfach nur Tischtennis." Da werde man auch schon mal "auf der Straße angesprochen und über das nächste Spiel gefachsimpelt".

Verdonschot vor Premieren-Saison in der TTBL

Für Verdonschot geht es nach zwei Jahren in Velbert zurück zu Borussia Dortmund - dorthin, von wo er aus der zweiten Mannschaft nach Velbert gewechselt war. "Das ist schon gut für mich, ich kenne dort alle Gegebenheiten. Ich hatte auch damals schon einige Einsätze in der 2. Bundesliga. Nun hoffe ich auf einen guten Start in der TTBL, das wäre wichtig", sagte Verdonschot.

Wim Verdonschot

Der gebürtige Berliner kam mit elf Jahren nach NRW und wurde direkt in den westdeutschen Leistungskader aufgenommen. Gespielt hat er zunächst beim TTC Hagen, ehe es zur Borussia ging. Danach dann der Sprung nach Velbert, wo er in der abgelaufenen Zweitliga-Saison eine herausragende Bilanz von 14:2 hinzauberte.

Verdonschot: "Siege im Herrenbereich geben mir Auftrieb"

International sind Bertelsmeier und Verdonschot längst nicht mehr unbekannt: Letzterer holte sich schon zwei WTT-Titel auf der Tour und fand diese sogar wichtiger als die U21-EM: "Ehrlich gesagt geben mir die Siege auf der Herrentour etwas mehr Auftrieb als die U21-EM, weil das Niveau nochmal einen Tick höher ist."

Einen anderen Vorteil hat er ebenfalls ausgemacht: "Die Trophäen sind etwas kleiner, die passen dann auch noch ins Gepräck", erzählte er mit Blick auf das Problem des Kollegen. Besagter Kollege, Bertelsmeier, wurde als fünfter Spieler von Bundestrainer Jörg Roßkopf zum "Erfahrung sammeln" immerhin mit zur Team-WM der Männer in London genommen.

Wim Verdonschot - "Lief unfassbar gut"

NRW-Sport 09.07.2026 01:14 Min. Verfügbar bis 08.07.2028 WDR Online

Talente betonen gute Trainerarbeit

Die Weltrangliste bestätigt den Aufschwung der beiden: Auf Platz 66 der Weltrangliste wird Bertelsmeier geführt, vier Ränge weiter vorne Verdonschot - sie haben sich kontinuierlich nach oben gekämpft. Noch hat das Duo die arrivierten Kräfte vor der Nase. "Aber wir arbeiten daran, zu zeigen, dass Konkurrenz da ist", sagte Bertelsmeier.

Beiden ist wichtig, die Bedeutung der guten Trainer herauszuheben. Insbesondere Dustin Gellinghaus als U19-Nachwuchstrainer sei herausragend: "Der steht wirklich jeden Tag von morgens bis abends in der Halle." Aber auch Bundestrainer Jörg Roßkopf oder der DTTB-Cheftrainer für Düsseldorf, Lars Hielscher, ernten viel Lob für die Zusammenarbeit.

Langfristiges Ziel Olympia

Roßkopf indes hält seinerseits große Stücke auf die Nachwuchs-Talente: "Wir sind sehr zufrieden mit ihnen und sie trainieren äußerst fleißig. Wir hoffen natürlich auf die Zukunft, aber wir sind bedacht darauf, dass sie sich innerhalb der Trainingsgruppe entwickeln."

Roßkopf über TT-Talente Bertelsmeier und Verdonschot

NRW-Sport 08.07.2026 01:26 Min. Verfügbar bis 07.07.2028 WDR Online

Ein langfristiges Ziel steht über allem: Der Traum von der Einzel-Nominierung bei Olympia. Ob dort oder andere Turniere - das Potenzial für weitere Pokale erscheint groß. Dann muss sich aber zumindest Bertelsmeier noch besser als nach der U21-EM organisieren: "Ich hatte noch gar keine richtige Zeit zum Platz schaffen, deswegen stehen die Pokale einfach vor dem Fernseher auf dem Fußboden." Das ist schon mal besser als in der Sicherheitsschleuse am Flughafen.

Unsere Quellen:

  • WDR-Interviews mit Wim Verdonschot und Andre Bertelsmeier
  • O-Ton von Bundestrainer Jörg Roßkopf
  • ITTF-Weltrangliste
  • Pressemitteilung des Deutschen Tischtennis-Bundes zur U21-EM
  • Seiten der Tischtennis-Bundesliga

Sendung: WDR.de, "Tischtennis-Talente Bertelsmeier und Verdonschot liefern ab", 10.07.2026 14:58 Uhr

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