Schriftzug Wunderschön vor einem Strand und blauem Meer
Die Amalfitana ist eine kurvenreiche Panoramastraßen am Küstenhang

Positano, Amalfi, Konditorkunst, Weg der Götter

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Wasser soweit das Auge reicht! Eindrucksvoll ist die malerische Küste von Positano, genauso wie die Orte dort. Amalfi war einst eine führende Seefahrernation, in Furore ließ sich Richard Wagner zu einem Bühnenbild seiner Oper Parsifal inspirieren. Über steile Treppen gelangt man hinauf zum "Sentiero degli Dei", dem Weg der Götter. Dort haben Bauern einst auf engstem Raum in 500 Meter Höhe Wein und Obst angebaut.

Amalfitana

Die Orte an der Amalfiküste waren in früheren Zeiten nur vom Wasser aus erreichbar. Güter wurden entweder mit Schiff oder zwischen den Orten mühsam auf Bergpfaden zu Fuß oder mit dem Esel transportiert. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde eine steile Küstenstraße gebaut, die die Dörfer miteinander verbindet: die "Amalfitana". Bis heute gilt sie als eine der schönsten und kurvenreichsten Panoramastraßen Europas. Die Linienbusse sind allerdings die einzigen großen Kraftfahrzeuge, die dort verkehren dürfen. Für Campingbusse jeder Art ist die Straße fast ganztägig gesperrt.

Wanderung auf dem Weg der Götter

Hoch über dem Meer, auf rund 500 Meter Höhe, schlängelt sich der "Sentiero degli Dei" – der Weg der Götter – entlang der steilen Amalfiküste. Etwa fünf Stunden dauert die Wanderung bis nach Positano, mit beeindruckenden Ausblicken auf das Meer, die Felsküste und kleine Dörfer in der Tiefe. Ursprünglich wurde dieser Pfad aber nicht für Wanderer angelegt, sondern für die Bauern der Region. Sie bauten hier oben auf Terrassen Weinreben, Gemüse und Obst an – ein mühsames Unterfangen auf so schmalem Raum. Doch der Einsatz lohnt sich: Das milde Klima sorgt dafür, dass zum Beispiel Zitronen fast das ganze Jahr über blühen – eine Frucht, die typisch ist für die Amalfiküste.

Tamina Kallert steigt auf einem Wanderweg eine Steintreppe empor

Tamina wandert hoch über dem Meer auf dem "Sentiero degli Dei" – dem Weg der Götter.

Amalfi

Das 5.000 Einwohner zählende Amalfi ist heute eines der beliebtesten Reiseziele an der italienischen Westküste. Einst aber war die Stadt eine mächtige Seefahrerrepublik, deren Einfluss weit über das Mittelmeer hinausreichte. Die Antichi Arsenali, die historischen Werfthallen der Stadt, erinnern bis heute an diese Zeit. Im 10. Jahrhundert war der Ort eine wichtige Drehscheibe für den Handel zwischen Ost und West. Von hier stachen Schiffe Richtung Afrika und Orient in See – beladen mit Seide, Baumwolle, Holz, Gold und auch mit Sklaven. In den imposanten Hallen, die heute als Museum genutzt werden, lässt sich nachvollziehen, wie prächtig und kunstvoll die Schiffe jener Zeit gestaltet waren.

Restauriertes, historisches Boot in einer Halle mit einer  Gewölbedecke

In den imposanten Werfthallen der Stadt Amalfi sind die kunstvollen Schiffe aus dem 10. Jahrhundert ausgestellt.

Dom von Amalfi

Der Dom von Amalfi, ab dem 9. Jahrhundert erbaut, erinnert an diese glanzvolle Zeit. Er vereint byzantinische, romanische, islamische und barocke Elemente – ein Spiegel der vielen Kulturen, die hier im Laufe der Jahrhunderte Spuren hinterlassen haben. Im Inneren des Doms wird der Stadtheilige Andreas verehrt, dessen Gebeine in der Krypta ruhen. Nebenan liegt der sogenannte Kreuzgang des Paradieses – einst die Grabstätte wohlhabender Amalfitaner. Bis heute gibt dieser Ort Rätsel auf: Viele der Heiligengesichter an den Säulen wurden ausgemeißelt. Überliefert ist, dass dies um das Jahr 1600 geschah, als die Pest in Amalfi wütete und der Kreuzgang beschädigt wurde.

Der Dom in Amalfi von oben gesehen

Der Dom von Amalfi vereint byzantinische, romanische, islamische und barocke Elemente – ein Spiegel von vielen Kulturen.

Positano

In Positano zeugen mittelalterliche Wachtürme von der Zeit, als die Stadt zur Seefahrerrepublik Amalfi gehörte und sich vor Angriffen schützen musste. Strände gibt es hier nur wenige – doch wer den Weg bis ganz nach unten ans Meer findet, wird belohnt mit kleinen Buchten zwischen Felsen und der Kulisse pastellfarbener Häuser, die sich terrassenförmig den Hang hinaufziehen.

Blick von oben auf Positano mit am Hang gebauten Häusern

In Positano ziehen sich die Häuser terrassenförmig den Hang hinauf.

Ravello

Von der Küste führt ein Treppenweg hinauf nach Ravello, das auf rund 350 Meter über dem Meeresspiegel thront. Über dem eleganten Städtchen mit seiner berühmten Villa Cimbrone liegt ein Hauch Musikgeschichte: 1880 war Richard Wagner hier zu Gast und ließ sich von der Landschaft zu einem Bühnenbild für seine Oper Parzival inspirieren. Seit 1953 ehrt Ravello den Komponisten mit den jährlich stattfindenden Richard-Wagner-Festspielen. Die Villa Cimbrone selbst ist umgeben von einem prachtvollen Englischen Garten, der ab 1904 mit allegorischen Skulpturen gestaltet wurde. Sie erzählen von den großen Gegensätzen des Lebens: Licht und Schatten, Gut und Böse, Leben und Tod. Eine dieser Figuren ist Ceres, Göttin der Fruchtbarkeit, aber auch Hüterin der Gräber. Die Geschichte um ihre Tochter Persephone, die vom Gott der Unterwelt entführt wurde, erzählt von Schmerz, Suche und der Fähigkeit, hinter die Oberfläche zu blicken.

Tamina Kallert steht auf der Terrasse und schaut auf die Skulpturen

Auf der Terrasse des englischen Gartens der Villa Cimbrone befinden sich eindrucksvolle Skulpturen.

Lesetipps zur Amalfiküste

Peter Amann
Golf von Neapel, Amalfiküste. Mit Ischia und Capri
Reise Know-How, 10. akt. Aufl. 2025
ISBN 978-3831780068
Preis: 24,90 Euro

Eva Sandoval, Federica Bocco
Neapel & Amalfiküste
Lonely Planet Deutschland, 6. akt. Aufl. 2025
ISBN 978-3575012494
Preis: 21,95 Euro

Peter Armann, Andreas Schlüter
Golf von Neapel, Ischia, Capri. Mit Karte
Baedeker, 7. akt. Aufl. 2022
ISBN 978-3575000408
Preis: 22,95 Euro