Schriftzug Wunderschön vor einem Strand und blauem Meer
Blick auf Neapel mit dem Vesuv im Hintergrund

Neapel, seine Musik und der Vesuv

Stand:

Gegenüber von Neapel thront der Vesuv. Neapel ist eine Stadt der Heiligen und des Fußballs. Früher war sie die Welthauptstadt der Oper.

Vesuv

Der Vesuv ist allgegenwärtig in der Region um Neapel – als touristische Attraktion und Bedrohung. Aus seinem Krater steigt ununterbrochen Dampf auf, Geologen beobachten jede kleinste Erschütterung. Denn ein plötzlicher Ausbruch ist jederzeit möglich. Schon Goethe bestaunte 1787 während seiner Italienreise den Vulkan.
Damals waren die antiken Städte Pompeji und Herculaneum bereits wiederentdeckt. Sie wurden beim verheerenden Ausbruch im Jahr 79 nach Christus unter Asche und Bimsstein begraben. Über 5.000 Menschen kamen ums Leben, und bis heute werden neue Relikte ausgegraben: Straßen, Häuser, ganze Stadtviertel.

Steinernes Monument mit Skulpturen in Pompeji

Die antike Stadt Pompeji wurde im Laufe vieler Jahrzehnte nach und nach ausgegraben.

Der Vesuv gehört zu einem weitverzweigten vulkanischen System. Genauso bedrohlich sind die phlegräischen Felder – ein aktives Vulkanfeld nordwestlich von Neapel, das sich bis ins Meer hinein erstreckt. Hier registrieren Messstationen täglich zahlreiche kleine Beben und Bodenanhebungen. Geologen zählen das Gebiet zu den zehn größten Vulkanen der Erde. Ein Ausbruch könnte ein Vielfaches der antiken Vesuv-Katastrophe erreichen. Eine steinzeitliche Eruption vor rund 40.000 Jahren hinterließ Spuren bis nach Russland. Die Menschen in der Region leben mit dieser Gefahr. Die Vulkane sind ein faszinierender – und bedrohlicher – Teil des Alltags.

Blick auf den Krater des Vesuvs

Der Krater des immer noch aktiven Vulkans Vesuv

Neapel

Neapel, die drittgrößte Stadt Italiens, fasziniert durch ihre Gegensätze: musikalisch, lebendig, traditionsreich – und zugleich chaotisch, laut und rau. In der legendären Altstadt zeigt sich das Herz der Stadt: Hier liegt die berühmte Straße der Krippenbauer, in der seit dem 15. Jahrhundert detailreich gestaltete Szenen entstehen.
Im spanischen Viertel, benannt nach den dort im 16. Jahrhundert wohnenden Soldaten, ist Fußball mindestens so wichtig wie Religion. Über allem wacht hier Diego Maradona – als Heiliger verehrt, in Wandbildern und Altären präsent. Der Glaube ist tief verankert in Neapel: Angeblich beschützen 68 Heilige die Stadt. Doch Neapel ist auch modern: Die U-Bahn-Stationen wurden von internationalen Künstlern gestaltet und sind heute unterirdische Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.

Hauswand im spanischen Viertel von Neapel mit einer Abbildung des Fußballspielers Diego Maradona

Im spanischen Viertel von Neapel wird Diego Maradona als Heiliger verehrt und ist auf Wandbildern und Altären präsent.

Wer durch die Gassen geht, hört sie oft schon von Weitem: die Musikstudenten des traditionsreichen Konservatoriums. Die renommierte Musikhochschule in der neapolitanischen Altstadt gibt bis heute Zeugnis ab, wie groß die Liebe der Süditaliener zur Musik ist. Neapel galt bis ins 19. Jahrhundert hinein als Welthauptstadt der Oper, und die Leidenschaft für Gesang, Klang und Bühne ist hier bis heute lebendig.

Tamina Kallert mit Tenor Salvatore Minopoli (l) und Pianist Angelo Gallone

Tamina Kallert mit Tenor Salvatore Minopoli (l) und Pianist Angelo Gallone. "O sole mio": Bis heute das Neapel-Lieblingslied der beiden Musiker.

Lesetipps zur Amalfiküste

Peter Amann
Golf von Neapel, Amalfiküste. Mit Ischia und Capri
Reise Know-How, 10. akt. Aufl. 2025
ISBN 978-3831780068
Preis: 24,90 Euro

Eva Sandoval, Federica Bocco
Neapel & Amalfiküste
Lonely Planet Deutschland, 6. akt. Aufl. 2025
ISBN 978-3575012494
Preis: 21,95 Euro

Peter Armann, Andreas Schlüter
Golf von Neapel, Ischia, Capri. Mit Karte
Baedeker, 7. akt. Aufl. 2022
ISBN 978-3575000408
Preis: 22,95 Euro