Eine Tanksäule steht vor einer Tankstelle

Steuersenkung für Sprit Tankrabatt wird nicht komplett weitergegeben

Stand:

Seit Anfang Mai sind die Steuern auf Benzin und Diesel um 17 Cent niedriger. An den Tankstellen sind die Preise allerdings weniger stark gefallen.

Von Oliver Köhler, Frank Wörner

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Der Tankrabatt ist offenbar nicht komplett bei den Autofahrern angekommen. Zum Start am 1. Mai gab es noch einen deutlichen Rückgang, im Laufe des langen Wochenendes ging es mit den Preisen für Benzin und Diesel aber langsam wieder bergauf.

Laut ADAC Nordrhein sind die Preise zwischen Donnerstag (30. April) und Sonntag im Tagesdurchschnitt nur um etwa 11 Cent gefallen. "Weil der Rohölpreis aktuell niedriger ist als noch Ende April, müssten die Preise sogar noch stärker sinken als um den Betrag der Energiesteuersenkung", sagt Thomas Müther, Sprecher des ADAC Nordrhein.

Kartellamt will Preise genau beobachten

Eine ähnliche Beobachtung hat das Bundeskartellamt gemacht. "Die Preise sind am 1. Mai um 13 Cent gefallen und seitdem wieder leicht gestiegen", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Montag. In Zahlen heißt das: Super E10 kostete am Montagvormittag im Bundesdurchschnitt 1,99 Euro - am vergangenen Donnerstag waren es noch 2,12 Euro, Diesel lag bei 2,08 Euro (Donnerstag 2,21 Euro).

Wie hoch ist der Preisnachlass an NRW-Tankstellen?

WDR 5 Das Wirtschaftsmagazin - aktuell 04.05.2026 05:43 Min. Verfügbar bis 04.05.2027 WDR 5

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Sowohl Kartellamt als auch Autoclub raten dringend, die Preise vor dem Tanken zu vergleichen. Denn die Unterschiede zwischen einzelnen Tankstellen oder auch zwischen verschiedenen Orten können enorm sein. Das hat auch eine Stichprobe des WDR gezeigt: Dabei gab es teils Preisunterschiede von deutlich über 10 Cent zwischen unmittelbar benachbarten Orten.

Nur kurze Freude an den Tankstellen

Dabei hatte der Monat für Autofahrer erstmal ganz gut begonnen: Pünktlich um Mitternacht in der Nacht auf den 1. Mai hatten in NRW viele Tankstellen die Preise deutlich gesenkt. Aber schon am Mittag wurden sie um eine ähnliche Spanne wieder angehoben. So beobachteten es WDR-Reporter etwa in Köln und Bielefeld.

Start des Tankrabatts - Günstiger?

Aktuelle Stunde 01.05.2026 32:05 Min. UT Verfügbar bis 01.05.2028 WDR Von Sascha Schwarz

In Bielefeld hatten sich am Freitag um kurz vor zwölf sogar Schlangen vor einer Tankstelle der Kette "Q1" gebildet. Angelockt wurden sie von Preisen, die im Vergleich zu den vergangenen Wochen die Krise kurz vergessen ließen: Den Liter Super E10 gab es hier für 1,89 Euro. Um Punkt zwölf dann das böse Erwachen: E10 wurde auf einen Schlag 22 Cent teuer - und die Schlangen vor der Zapfsäule lösten sich schnell wieder auf.

Preiskampf in Köln-Dellbrück

Im Kölner Stadtteil Dellbrück erlebte ein WDR-Reporter ein schnelles Auf und Ab der Spritpreise. Um 12 Uhr erhöhte eine Tankstelle zwar um satte 16 Cent, bei der Konkurrenz auf der anderen Straßenseite blieben die Preise jedoch stabil. Offenbar als Reaktion darauf senkte die erste Tankstelle ihre Preise unmittelbar wieder.

Tankstellen geben Steuersenkung an Kunden weiter

Um Mitternacht sanken Spritpreise an Tankstellen

Die ersten Kunden, die in der Mainacht in Köln an die Tankstellen kamen, freuten sich: "Unter zwei Euro habe ich schon länger nicht mehr getankt", berichtet ein Mann. "Ich habe nicht erwartet, dass die Preise tatsächlich 17 Cent runtergehen", sagt ein anderer. Es gab trotz Preissenkung aber auch kritische Stimmen: "Benzin ist für uns noch immer viel zu teuer", meint eine Autofahrerin.

Autofahrer leicht optimistisch

Portrait von Ludger Timmers

Ludger Timmers

Autofahrer reagierten im Gespräch mit dem WDR kurz nach dem Start des Tankrabatts verhalten optimistisch auf die neue Entwicklung. Es sehe etwas besser aus, sagte Ludger Timmers aus Aachen mit Blick auf die Preisanzeige.

"Aber die letzten Wochen war es ja grausam. Wir müssen jetzt abwarten, was über unseren Köpfen entschieden wird." Ludger Timmers
Portrait von Birgit Gindorff und Jürgen Gaida

Birgit Gindorff und Jürgen Gaida

Sie selbst seien nicht so hart getroffen, meinen Birgit Gindorff und ihr Mann Jürgen Gaida aus Aachen. Angesichts der hohen Preise erledigten sie nahezu alle Wege mit dem Fahrrad. Die Preispolitik der Ölbranche sehen sie kritisch: "Die augenblickliche Lage ist eine gute Chance für die Mineralölkonzerne, mehr Geld zu verdienen. Und die wird auch genutzt."

Mineralölkonzerne wollen Steuersenkung an Kunden weitergeben

Die Bundesregierung hat die Energiesteuer auf Benzin und Diesel am 1. Mai pro Liter um 14,4 Cent gesenkt. Weil deshalb auch die Mehrwertsteuer sinkt, ergibt sich insgesamt ein Nachlass von 16,7 Cent pro Liter.

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V., der große Marken wie Shell, Aral, BP, TotalEnergies und Esso vertritt, hatte zuvor angekündigt, dass die Steuersenkung vollständig an die Kunden weitergegeben werden soll.

Beobachter hatten keine starke Preissenkung am 1. Mai erwartet

Ob das noch passiert, wird sich zeigen. Denn genau genommen gilt die Steuersenkung noch gar nicht für Treibstoffe, die den Tankstellen vor dem 1. Mai geliefert wurden - sondern nur für Benzin und Diesel, wenn sie nach 0 Uhr am 1. Mai in Raffinerien oder bei Mineralölgroßhändlern in Tankwagen gefüllt wurden.

Viele Beobachter wie beispielsweise der ADAC waren deshalb schon vorher davon ausgegangen, dass die Spritpreise erst nach und nach sinken. Der ADAC hatte allerdings auch die Erwartung geäußert, dass der Tankrabatt schon über das lange Mai-Wochenende komplett an die Autofahrer weitergegeben wird.

Unsere Quellen:

  • ADAC
  • Bundeskartellamt
  • Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V.
  • Homepage "clever tanken"
  • Beobachtungen von WDR-Reportern Oliver Köhler und Ingo Wagner vor Ort

Sendung: WDR 5, Das Wirtschaftsmagazin, 04.05.2026, 13.34 Uhr
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 01.05.2026, 6.00 Uhr
Sendung: WDR-Fernsehen, Aktuelle Stunde, 01.05.2026, 18.45 Uhr

Kommentare zum Thema

24 Kommentare

  • 24 Vera Aloe Spüli 05.05.2026, 22:00 Uhr

    Solange es noch lukrativ ist mit fossilen Kraftstoffen Pizza auszufahren oder Billigwaren im Päckchen aus Fernost zu liefern, ist der Sprit noch zu billig und sollte nicht aus wahlkampftaktischen Gründen im Preis gesenkt werden. Den Gewinnmarge der Ölkonzerne wird weiter steigen durch diesen blinden Aktionismus.

  • 23 Rene 05.05.2026, 14:10 Uhr

    Achso, die preise sollen erst nach und nach sinken da das benzin erst aus der Raffenerie kommt, und wo das mit dem Iran anfing gingen direkt die spritpreise hoch obwol das noch das benzin war das weit vorher mit dem Irankrig gefertig worden ist, sag mal pennt das Kartellamt oder wie?

  • 22 Omer Selimovic 04.05.2026, 19:34 Uhr

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  • 21 Franziska 1 04.05.2026, 16:59 Uhr

    Die Spritpreise werden über unseren Köpfen entschieden, ob wir Einspruch erheben oder nicht. Wie lang wird das Thema hier schon diskutiert? Ärger, Frust bleibt, es wird auch geschimpft. "Die augenblickliche Lage ist eine gute Chance für die Mineralölkonzerne, mehr Geld zu verdienen“, sagt Birgit G. und Jürgen G. Was können wir daran ändern? Eigentlich nichts! Wenn die Politik nicht bald in eine normale Welt zurückkehrt und darauf hinarbeitet um Frieden zu erreichen bei der Kriegslage, dann werden wir es weiterhin hinnehmen müssen das Tankpreis- Spiel. Tankrabatt wird nicht komplett weitergegeben? Ich vermute Tankpreise werden in den Sommerferien ebenfalls nicht wirklich billig werden, dass war gewohnt so -ohne Energiekrise und Krieg in Europa. Welche Konzerne hatten schon Mal Rücksicht auf den Verbraucher genommen? Sie sehen bei vielen Dingen die Chance ihren Umsatz zu steigern. Der Politik sind dabei die Hände gebunden? Die Kriege brennen den Politikern auf den Nägeln, was tun?

  • 20 Paul S, 03.05.2026, 11:47 Uhr

    Schönes Wetter verleitet viele dazu, sich ins Auto zu setzen und ins Grüne zu fahren. Entsprechend voll kann es auf den Straßen in NRW werden, meldet WDR. Hier im Forum jammern wir über die Spritpreise und bei Sonnenschein ist es vielen Autofahrer egal, was er an Sprit verbraucht? Laut Berichte kann laufend festgestellt werden, dass in NRW ständig Betrieb ist im Öffentlichen Raum. Sei es die vielen Demos, viele Veranstaltungen, Freizeitspaß und den Drang nach mehr Geselligkeit. Alles wäre ohne die Energiekrise normal, jedoch man beschwert sich und doch tut man so als wären keine Krisen im Land. Dem Gegenüber wird gesagt, du musst halt verzichten, geh zu Fuß, fahr mit dem Rad und SELBST?

  • 19 Diabolo 02.05.2026, 17:49 Uhr

    Was anderes war ja von unserer Regierung nicht zu erwarten. Die 12 Uhr Regelung ist ein totaler Flop und der Sprit kostet heute, 2.Mai, genauso viel wie vor der Steuersenkung. Wie lange wollen und die Politiker noch verarschen? Man muss mit härteren Bandagen gegen diese Geldgierige Mineralölindustrie vorgehen die sich auf unsere Kosten die Taschen voll machen. und das liebe Kartellamt steht danaeben und macht absolut nichts. Wer weiß was da im Hintergrund für Summen fließen. Die Übergewinnsteuer muss schnellstens beschlossen werden, Die 12 Uhr Regel wieder abgeschafft werden und die Benzinpreise auf ein vernünftiges Maß gedeckelt werden. Alles andere bringt überhaupt nichts.

  • 18 Schnckaxel 02.05.2026, 17:43 Uhr

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  • 17 Der Niederrheiner 02.05.2026, 17:09 Uhr

    Willkommen in Deutschland ! Mal wieder ist etwas -erwartungsgemäß- in die Hose gegangen - und wer ist Schuld ? Natürlich die Politik Als wäre es die Aufgabe der Politik, trotz internationaler Krisen (RUS/UKR, USA/IRA,CORONA etc.) dafür Sorge zu tragen, dass WIR ALLE unseren ungezügelten Lebenswohlstand fortsetzen können, ohne Einbußen. Leider funktioniert das Spielchen so nicht - wir leben am/vom Markt - und der hat seine eigenen Gesetze (ohne von der Politik gemacht worden zu sein). Wer hat denn nach dieser schwachsinnigen Steuersenkung auf Sprit geschrien - das waren doch WIR - obwohl jedem hätte klar sein sollen, dass die MinÖlKonzerne sich das einsacken werden. WIR haben die Politik dahin getrieben, solch einen Schwachsinn zu verabschieden. Und obwohl jeder wusste, wie es beim letzten Mal ausging, haben WIR trotzdem geschrien. Jetzt bekommen wir die Quittung - zum zweiten Mal - wir haben NICHTS gelernt. Auto macht dumm (12 Stunden Garage, 9 Stunden Firmenparkplatz; ergibt echt Sinn

  • 16 Wilfried Asche 02.05.2026, 16:22 Uhr

    Totale verarsche, die Regierung mat sich die Taschen voll grinst uns frech ins Gesicht und denkt dabei die Leute sind eine Marionette.

    Antworten (2)
    • Hugo 02.05.2026, 20:48 Uhr

      Verarsche ja. Aber mal eine Sekunde das Hirn eingeschaltet vorm schreiben? Wer macht sich die Tasche voll? Die Mineralölkonzerne! Wo bleibt der Staat dabei? Am A….

    • @Wilfried Asche 02.05.2026, 23:20 Uhr

      Ihre Sicht auf die Regierung ist falsch und führt und letzter Konsequenz nur zum Ruf nach einem autoritären Regime. Der Tankrabatt bedeutet geringere Steuereinnahmen (in Ihrem Bild: die Regierung macht sich die Taschen nicht voll sondern leer) und das eingesetzte Geld erreicht nicht mal vollständig seinen Adressaten, sondern kommt zumindest teilweise der Mineralölindustrie zugute. Die beabsichtigte Entlastung kommt nicht nur finanzschwachen Haushalten sondern ungerichtet allen zugute, auch denen, die keine Entlastung brauchten. Er gaukelt den Autofahrenden vor, dass es weitergehen kann wie bisher und führt zu keiner Änderung der KFZ-Nutzung, also weniger oder zumindest spritsparender zu fahren. Einen Tankrabatt gab es schon nach Putins Überfall auf die Ukraine am 24.02.2022. Die Erfahrungen, die damals damit gemacht wurden, hat die Regierung offenkundig nicht berücksichtigt.

  • 15 Siegfried Schäfer 02.05.2026, 16:22 Uhr

    Es ist und bleibt eine verbrecherische Abzocke

  • 14 unbekannt 02.05.2026, 14:16 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

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