Bundesliga-Start : Schiedsrichter-Kameras kommen aus Wuppertal
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Zum Anpfiff der neuen Bundesliga-Saison kommt auch neue Technik auf den Platz. Die Schiedsrichterkamera, bekannt durch den Einsatz bei der WM, soll jetzt häufiger die Perspektive der Unparteiischen zeigen. Die Technik dafür kommt von Riedel Communications aus Wuppertal.
Der Stürmer dribbelt auf das gegnerische Tor zu, ein Abwehrspieler stoppt ihn mit einer Grätsche. In der Zeitlupe ist deutlich zu erkennen, wie die Stollen über den Schuh des Gegenspielers streifen. Foul und klare gelbe Karte, denken die Zuschauer.
Aber der Schiedsrichter zögert. Warum, zeigt die Schiedsrichterkamera: Die Zuschauer sehen das Foul jetzt aus der Perspektive des Unparteiischen, ohne Zeitlupe - ein Gewirr von Beinen. Schwer zu erkennen, was genau passiert ist. Viele fragen sich jetzt: Das soll ein Foul gewesen sein?
Schiedsrichter mit RefCam
Bildquelle: Riedel Communications"Das Problem war, dass die Zuschauer solche Szenen immer besser gesehen haben als der Schiedsrichter", sagt Thomas Riedel, Gründer und Inhaber von Riedel Communications. Vor allem deswegen habe er die Schiedsrichterkamera entwickelt - um die Perspektive auf dem Platz zu zeigen.
"Unsere Uridee lag gar nicht im Vermarkten der Bilder, sondern auf der sportlichen Seite." Thomas Riedel, Unternehmensgründer und Inhaber
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 war die Schiedsrichterkamera, die RefCam, zum ersten Mal bei einem großen Turnier im Einsatz. Erfahrungen hatte die Firma zuvor bei Bundesliga- und Pokalspielen gesammelt. In der neuen Bundesliga-Saison sind die Schiris verstärkt mit den RefCams ausgestattet. Mit seiner Kameratechnik ist das Unternehmen aus Wuppertal zum Marktführer aufgestiegen.
Kameratechnik für Events aller Art
Die RefCams sind das sichtbarste Produkt des Unternehmens. Hauptsächlich beschäftigt es sich mit der Entwicklung und dem Betrieb von Kommunikations- und Übertragungssystemen - für Sportveranstaltungen, Medienproduktionen und andere Live-Events.
Bediengerät für Audioverbindungen
Bildquelle: Riedel CommunicationsBei Formel-1-Rennen, dem Eurovision Song Contest oder großen TV-Produktionen ermöglicht die Technik aus Wuppertal die Kommunikation zwischen Kameraleuten, Regie, Schauspielerinnen und Moderatoren. Kameratechnik für Events aller Art - vor 40 Jahren ein Spezialgebiet, sagt Geschäftsführer Thomas Riedel: "Ich habe eine Nische adressiert, die war wenig sexy. Und da hat sich außer mir eigentlich keiner drum gekümmert."
Headsets von Riedel
Bildquelle: WDR/Jessica SturmbergSein Unternehmen hat Thomas Riedel noch in der Schulzeit gegründet. Damals, 1987, entwickelte sich der Sport gerade hin zur Unterhaltungsindustrie - mit zunehmendem Bedarf an leistungsfähiger Funk- und Fernsehtechnik. Davon profitierte das junge Unternehmen.
Technologie für die großen Bühnen des Sports
Anhänger für Kommunikationstechnik
Bildquelle: WDR/Jessica SturmbergIn der Unternehmenszentrale in Wuppertal entsteht die Hardware: Hier surren 3D-Drucker, die neue Prototypen herstellen - Bedien- und Steuergeräte für die Live-Kommunikation bei Sportevents und Medienproduktionen. Am Standort arbeiten einige hundert Beschäftigte, weltweit hat Riedel rund tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Kinoqualität für die Bundesliga
Das Unternehmen wächst. Im April hat Thomas Riedel die kriselnde Münchner Filmtechnikfirma Arri gekauft. Ein Match, findet der Geschäftsführer: "Riedel hat die Live-Technologie und die Arri-Kameras sind näher dran am menschlichen Auge." So soll es in Zukunft besser möglich sein, ein Fußballspiel am Bildschirm zu verfolgen - wenn die Sonne auf die eine Stadionhälfte scheint und die andere Hälfte im Schatten liegt. Das nächste Ziel von Riedel: Live-Sport soll in der gleichen Bildqualität zu erleben sein wie ein Kinofilm.
Unsere Quellen
- Gespräch mit Thomas Riedel, Unternehmensgründer und Inhaber von Riedel Communications
- Eindrücke der Reporterin vor Ort
Sendung: WDR 5, Wirtschaftsmagazin, 16.07.2026, 13:35 Uhr