Mensch und KI arbeiten zusammen in der Werkshalle des Kölner Unternehmens IGUS
Bildquelle: WDR/Emma RothschildWachstum durch KI : So hilft die Technik der Industrie in NRW
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Werkshallen, in denen Gabelstapler selbständig Teile liefern. Roboterarme beladen Paletten und tragen selbständig schwere Pakete. Humanoide Roboter lernen die Arbeit an der Seite von Menschen. KI-Anwendungen sind unverzichtbar für die deutsche Industrie. NRW-Unternehmen haben einiges zu bieten - und zeigen das auch auf der Hannovermesse.
Schwere Pakete fahren auf kleinen Droiden zur nächsten Station. Dazwischen selbstfahrende Loks mit Waggons voller Produktionsteile und Menschen auf Elektrorollern. In der Firma Igus in Köln arbeiten Künstliche Intelligen (KI) und Mensch ganz selbstverständlich zusammen. Das Unternehmen hat sich auf hochwertige Kunststoffe für Maschinen spezialisiert.
Am Anfang wollte das Unternehmen vor allem die eigene Produktion optimieren. Mittlerweile leitet Alexander Mühlens eine ganze Robotiksparte. Viele der selbst entwickelten Technologien benutzt Igus schon längst selbst. Aber auch Systeme von anderen Herstellern findet man in der Halle.
Ohne KI geht nichts mehr
KI ist kein Bonus mehr, sondern notwendig, um mithalten zu können. Besonders in der Industrie ist die Konkurrenz - gerade aus China - groß. Genau darum müsse Deutschland sich in den großen, traditionsreichen Branchen wie der Automobilindustrie, der Stahlproduktion oder dem Maschinenbau deutlich besser aufstellen, sagt Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des Branchenverbands Bitkom.
"Wir müssen uns sehr anstrengen und vor allem die Möglichkeiten, die die Digitalisierung uns bietet, in der Industrie auch umfassend und schnell nutzen", sagt Rohleder im WDR-Interview. Denn nur so könne Deutschland seine Stellung in der Welt behalten.
Robotik für den Mittelstand
Deshalb entstand bei Igus die Idee, andere Hersteller mit ins Boot zu holen und Wissen gemeinsam zu nutzen. Unter der Führung von Alexander Mühlens entstand eine ganz neue Internetplattform mit KI- und Robotik-Angeboten speziell für den Mittelstand. RBTX heißt sie und bietet bezahlbare KI-Lösungen.
Die Industrie setze große Hoffnungen in Künstliche Intelligenz, sagt Matthias Mainz. Er ist Geschäftsführer Wirtschaftspolitik und Digitalisierung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) NRW. "Es geht in den kompletten Wertschöpfungsprozess rein. Es ist das Qualitätsmanagement. Die KI, die sieht einfach viel mehr. Sie kann adaptieren, sie kann Prozesse nachbilden", so Mainz.
Das Ziel: KI soll nicht weiter etwas für Großkonzerne mit hunderten von Mitarbeitern bleiben, sondern auch für kleine Firmen machbar sein: Schneller, einfacher, kostengünstiger. Davon hängt in vielen Fällen das weitere Wachstum oder sogar das Überleben in der Wirtschaftskrise ab.
KI-Lösungen aus einer Hand
Humanoide Roboter sind noch nicht ganz bereit für den Einsatz in der Industrie.
Bildquelle: WDR/Emma RothschildDie Plattform bietet einfache Roboterarme zum Greifen von Paketen und Bauteilen genauso an wie kleine, humanoide - also menschenähnliche - Roboter, die tanzen können und in der Zukunft wichtige Aufgaben im Betrieb übernehmen sollen.
Vorteil der Plattform: Mittelständler finden hier Komplettlösungen, die sie sich sonst mühsam bei verschiedenen Herstellern zusammensuchen müssten. Das gibt den Kunden und der Branche einen besseren Überblick, was es schon gibt. Außerdem können Kunden sich ihr System selbst zusammenstellen und beraten lassen. Die Website prüft auch, ob die ausgesuchten Systeme zusammenpassen und gut miteinander arbeiten.
KI großes Thema auf der Hannovermesse
Igus präsentiert seine Erfahrungen und KI-Lösungen auch auf der Hannovermesse - zusammen mit vielen anderen Unternehmen auf der RBTX-Plattform. Auf der international führenden Industriemesse sind Unternehmen aus NRW reichlich vertreten.
KI-Anwendungen nehmen auf der Messe breiten Raum ein, denn das Interesse der Industrie ist gewaltig. Etwa zwei Drittel aller Unternehmen in NRW setzen im Alltag bereits KI ein, so eine Umfrage der IHK. In der Zukunft werden es sicher mehr.
Kollege KI, nicht Konkurrenz
Die KI soll menschliche Arbeitskräfte nach Aussage der Anbieter nicht ersetzen. Die Unternehmen wollen da Lösungen anbieten, wo schon jetzt Arbeitskräfte fehlen. Denn der Mangel an qualifizierten Kräften ist ein wachsendes Problem für die Industrie.
Roboter können helfen, das Loch zu stopfen und die Industrie weiter wachsen zu lassen. Andere große internationale Player wie China und die USA stecken sehr viel Manpower und Geld in die KI-Entwicklung. Unternehmen zusammenzubringen und gemeinsam zu arbeiten, soll das ausgleichen und die Wirtschaft in Deutschland wieder auf Kurs bringen.
Unsere Quellen:
- IHK-Umfrage zur KI in NRW
- WDR-Gespräch mit Matthias Mainz, Geschäftsführer Wirtschaftspolitik und Digitalisierung IHK NRW
- WDR-Interview mit Bernhard Rohler, Geschäftsführer Branchenverband Bitkom
- WDR-Gespräch mit Alexander Mühlens, Geschäftsführer Low-Cost-Automation bei der IGUS GmbH
Sendung: WDR 5 Morgenecho, 20.04.2026, 6:45 Uhr