Einwegvapes: Brände, Müll, gesundheitsschädlich

Aktuelle Stunde 01.06.2026 15:21 Min. Verfügbar bis 01.06.2028 WDR Von Sebastian Auer

Brandgefahr von E-Zigaretten Wie entsorgt man Vapes richtig?

Stand:

Als "Wegwerfprodukt" landen Vapes nach der Nutzung schnell im Restmüll oder in der gelben Tonne. Aber wo genau sollen sie hin?

Akkus von Vapes und E-Zigaretten lösen inzwischen regelmäßig Brände auf Entsorgungsanlagen und Recyclinghöfen aus. Nach Angaben von Entsorgungsverbänden kommt es auf deutschen Recyclinganlagen inzwischen täglich zu rund 30 Bränden. Wohin also mit den Einwegprodukten, wenn sie ihren Zweck erfüllt haben? Fragen und Antworten.

Gehören Vapes in den Hausmüll?

Nein, auf keinen Fall. Vapes und E-Zigaretten enthalten Batterien und andere elektronische Bauteile. Deshalb fallen sie in Deutschland unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Heißt: Leere Vapes gehören weder in den Restmüll noch in den gelben Sack für Kunststoff und Verpackungen. Werden die Geräte im Müllpresswagen oder in den Sortieranlagen beschädigt, kann es bei den festverbauten Lithium-Ionen-Akkus zu einem sogenannten "Thermal Runaway" kommen - einer explosionsartigen chemischen Reaktion mit Stichflammen, die nur schwer gelöscht werden kann.

Aber auch wenn Vapes zunächst unbeschädigt auf einer Deponie landen, geht von ihnen immer noch eine Gefahr aus. Giftige Stoffe wie Lithium, andere Metalle und Nikotin können mit der Zeit austreten und das Grundwasser belasten.

Wo und wie entsorgt man Vapes richtig?

Will man sichergehen, dass alte Vapes umweltgerecht entsorgt sowie die enthaltenen Bauteile professionell getrennt und recycelt werden, dann sollte man sich an seinen lokalen Recycling- oder Wertstoffhof wenden. Im Idealfall werden dann Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Kupfer wieder in die Kreislaufwirtschaft gebracht.

Es ist auch möglich, die Vapes kostenlos in großen Supermärkten wie Rewe oder Kaufland, Drogeriemärkten wie dm oder Elektronikfachgeschäften abzugeben. Auf keinen Fall sollte man aber die Boxen für benutzte Batterien verwenden, die in vielen Supermärkten oder Drogeriemärkten bereitstehen: Diese sind ausschließlich für Haushaltsbatterien geeignet.

Ab dem 1. Juli wird die Entsorgung einfacher: Dann müssen alle Verkaufsstellen für Vapes die Geräte auch zurücknehmen - unabhängig von der Größe des Geschäfts.

Gibt es weniger umweltschädliche Alternativen als Einweg-Vapes?

Gibt es. Zahlreiche Hersteller von Einweg-Vapes bieten auch wiederaufladbare Geräte an. Diese sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern auf Dauer auch günstiger als die Wegwerf-Geräte.

Verbot von Einweg-Vapes: Greift der Gesetzgeber ein?

Das ist noch nicht sicher. Zwar hatte die Bundesregierung bereits im November 2025 angekündigt, ein Verbot von Einweg-Vapes auf den Weg zu bringen. Offenbar ist seitdem aber nicht viel passiert. Vier NRW-Minister, darunter Umweltminister Oliver Krischer (Grüne), machen in einem Schreiben nun Druck auf die schwarz-rote Koalition in Berlin. In Ländern wie Frankreich und Belgien ist das Verbot schon in Kraft, in Österreich soll es Ende 2026 kommen.

Eine Alternative zu einem kompletten Verbot könnte ein Pfandsystem sein, wie es die deutsche Entsorgungswirtschaft fordert. Auch NRW-Umweltminister Krischer setzt sich für die Einführung eines Pfandsystems für akkubetrieben Elektrogeräte ein.

Unsere Quellen:

  • Eigene Berichterstattung
  • Homepage Elfbar
  • Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft
  • Bundesärztekammer
  • Umweltbundesamt

Sendung: WDR Fernsehen, Westpol, 31.05.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 01.06.2026, 18.45 Uhr

Weitere Beiträge zum Thema Ratgeber

1 / 2