Ein schwerer Lkw rollt über einen frisch geschotterten Waldweg. Am Rand sieht man alte Bäume, die gefällt wurden. Das alles hat ein Ziel: Die langen Turmteile und Rotorblätter sollen zum Windpark Aupketal in der Nähe des Möhnesees gebracht werden können.
"Das ist ein Stück Umweltfrevel, egal wie man jetzt zur Windkraft steht." Gerd Stüttgen, Sauerländer Bürgerliste (SBL)
Gerd Stüttgen, Kreistagsabgeordneter der Sauerländer Bürgerliste (SBL), wirft dem Betreiber des Windparks vor, die bisherigen Arbeiten schlecht ausgeführt zu haben. Fünf Windkraftanlagen werden zurzeit auf einer ehemaligen Waldfläche in der Nähe des Möhnesees im Kreis Soest gebaut. Dort, wo der Borkenkäfer wütete. Während die Anlagen selbst nicht in einem Naturschutzgebiet stehen, führt ein Teil der Baustraße hindurch.
"Das ist eines der wertvollsten FFH-Naturschutzgebiete, die wir haben", sagt SBL-Politiker Reinhard Loos. Ihn ärgert, dass für den provisorischen Ausbau des Waldweges Schotter verwendet wurde, der kalkhaltig ist - und damit den sauren Boden beeinträchtigen könnte. Aus seiner Sicht ist das "sehr schlecht für die Biotope".
Naturschützer schmerzt die Fällung alter Laubbäume
Um genug Platz für die mehr als 70 Meter langen Windradflügel zu haben, wurden schon große, alte Laubbäume gefällt - sehr schmerzhaft für Naturschützer. Insgesamt soll die Trasse sieben Meter breit werden.
Norbert Schulte-Schnitker ist einer der Gesellschafter und Geschäftsführer des Windparks Aupketal. Ja, es seien Bäume gefällt worden, sagt er. Aber dafür werde es auch Ausgleichmaßnahmen geben. Und die Verlegung der Stromkabel in dem vorhandenen Weg sei genehmigt gewesen.
Betreiber: Lässt sich nicht anders umsetzen
Dafür sei der Waldweg aufgebaggert und anschließend mit dem Schotter verfüllt worden. "Immer, wenn sie Schotter aufbringen, muss das festgefahren werden, dann verbreitert sich auch etwas der Weg", räumt er ein. "Das sind Dinge, die man sich manchmal vielleicht anders wünscht. Aber es lässt sich nicht anders umsetzen."
Allerdings: Die Kritik der Naturschützer ist offenbar nicht von der Hand zu weisen. Auf Nachfrage des WDR teilt der Hochsauerlandkreis nach einem Ortstermin mit, dass es Mängel gibt, die teilweise behoben seien. Einige Nachbesserungen seien aber noch nötig.
Behörde findet Trassenbau im Naturschutzgebiet ok
"Das Breitfahren der ertüchtigten Schotterdecke und dadurch entstandene Verbreiterung des Weges ist nicht genehmigt. Fahren abseits der Wege ist ausdrücklich unzulässig. Es darf auch kein Wegebaumaterial in die angrenzenden Gewässer fallen", heißt es in einer Stellungnahme des Hochsauerlandkreises.
Grundsätzlich sei es aber nicht schädlich, wenn im FFH-Gebiet solch eine Trasse gebaut werde, teilt die Kreisverwaltung weiter mit. Denn die Fläche sei schon vorher durch den Waldweg versiegelt gewesen.
Kreistags-Opposition ärgert sich: Es gab keinen Ortstermin
Für die Opposition im HSK-Kreistag ist das trotzdem ziemlich ärgerlich. "Vor allem, weil sich die Fachleute im Naturschutzbeirat explizit dagegen ausgesprochen hatten", sagt Gerd Stüttgen von der SBL. Einen Ortstermin, damit sich die Kreistagspolitiker selbst ein Bild von der Situation im Aupketal machen können, habe der Umweltausschuss mit Mehrheit von CDU, SPD und FDP abgelehnt.
Ärger um Windpark-Trasse durch Naturschutzgebiet bei Arnsberg
Bildquelle: WDR/Heinz KrischerWDR. 19.03.2026. 00:43 Min.. Verfügbar bis 18.03.2028. WDR Online.
Unsere Quellen:
- Gerd Stüttgen, Sauerländer Bürgerliste
- Reinhard Loos, Sauerländer Bürgerliste
- Norbert Schulte-Schnitker, Geschäftsführer Windpark Aupketal
- Hochsauerlandkreis
Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit, 19.03.2026, 10:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 19.03.2026, 19:30 Uhr