Ärger um Windpark-Trasse durch Naturschutzgebiet bei Arnsberg

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WDR 03:13 Min. Verfügbar bis 11.03.2027

Ärger um Windpark-Trasse durch Naturschutzgebiet bei Arnsberg

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Im Hochsauerlandkreis gibt es Kritik an einer Zuwegung für einen Windpark. Im Aupketal bei Arnsberg-Moosfelde wird ein Waldweg ausgebaut, der mitten durch ein wertvolles FFH-Naturschutzgebiet mit alten Laubbäumen, Bachläufen und Feuchtbiotopen führt.

Ein schwerer Lkw rollt über einen frisch geschotterten Waldweg. Am Rand sieht man alte Bäume, die gefällt wurden. Das alles hat ein Ziel: Die langen Turmteile und Rotorblätter sollen zum Windpark Aupketal in der Nähe des Möhnesees gebracht werden können.

"Das ist ein Stück Umweltfrevel, egal wie man jetzt zur Windkraft steht." Gerd Stüttgen, Sauerländer Bürgerliste (SBL)

Gerd Stüttgen, Kreistagsabgeordneter der Sauerländer Bürgerliste (SBL), wirft dem Betreiber des Windparks vor, die bisherigen Arbeiten schlecht ausgeführt zu haben. Fünf Windkraftanlagen werden zurzeit auf einer ehemaligen Waldfläche in der Nähe des Möhnesees im Kreis Soest gebaut. Dort, wo der Borkenkäfer wütete. Während die Anlagen selbst nicht in einem Naturschutzgebiet stehen, führt ein Teil der Baustraße hindurch.

Zwei Männer in einem Wald

Gerd Stüttgen und Reinhard Loos

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"Das ist eines der wertvollsten FFH-Naturschutzgebiete, die wir haben", sagt SBL-Politiker Reinhard Loos. Ihn ärgert, dass für den provisorischen Ausbau des Waldweges Schotter verwendet wurde, der kalkhaltig ist - und damit den sauren Boden beeinträchtigen könnte. Aus seiner Sicht ist das "sehr schlecht für die Biotope".

Naturschützer schmerzt die Fällung alter Laubbäume

Um genug Platz für die mehr als 70 Meter langen Windradflügel zu haben, wurden schon große, alte Laubbäume gefällt - sehr schmerzhaft für Naturschützer. Insgesamt soll die Trasse sieben Meter breit werden.

Baumfällung an Windpark-Trasse bei Arnsberg

Für die Wegeführung mussten schon Bäume dran glauben.

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Norbert Schulte-Schnitker ist einer der Gesellschafter und Geschäftsführer des Windparks Aupketal. Ja, es seien Bäume gefällt worden, sagt er. Aber dafür werde es auch Ausgleichmaßnahmen geben. Und die Verlegung der Stromkabel in dem vorhandenen Weg sei genehmigt gewesen.

Betreiber: Lässt sich nicht anders umsetzen

Dafür sei der Waldweg aufgebaggert und anschließend mit dem Schotter verfüllt worden. "Immer, wenn sie Schotter aufbringen, muss das festgefahren werden, dann verbreitert sich auch etwas der Weg", räumt er ein. "Das sind Dinge, die man sich manchmal vielleicht anders wünscht. Aber es lässt sich nicht anders umsetzen."

Allerdings: Die Kritik der Naturschützer ist offenbar nicht von der Hand zu weisen. Auf Nachfrage des WDR teilt der Hochsauerlandkreis nach einem Ortstermin mit, dass es Mängel gibt, die teilweise behoben seien. Einige Nachbesserungen seien aber noch nötig.

Behörde findet Trassenbau im Naturschutzgebiet ok

Eine Baustelle im Wald vor einem im Bau befindlichen Windrad

Die Trasse soll sieben Meter breit werden. Zum Teil wird schon daran gebaut.

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"Das Breitfahren der ertüchtigten Schotterdecke und dadurch entstandene Verbreiterung des Weges ist nicht genehmigt. Fahren abseits der Wege ist ausdrücklich unzulässig. Es darf auch kein Wegebaumaterial in die angrenzenden Gewässer fallen", heißt es in einer Stellungnahme des Hochsauerlandkreises.

Grundsätzlich sei es aber nicht schädlich, wenn im FFH-Gebiet solch eine Trasse gebaut werde, teilt die Kreisverwaltung weiter mit. Denn die Fläche sei schon vorher durch den Waldweg versiegelt gewesen.

Kreistags-Opposition ärgert sich: Es gab keinen Ortstermin

Für die Opposition im HSK-Kreistag ist das trotzdem ziemlich ärgerlich. "Vor allem, weil sich die Fachleute im Naturschutzbeirat explizit dagegen ausgesprochen hatten", sagt Gerd Stüttgen von der SBL. Einen Ortstermin, damit sich die Kreistagspolitiker selbst ein Bild von der Situation im Aupketal machen können, habe der Umweltausschuss mit Mehrheit von CDU, SPD und FDP abgelehnt.

Ärger um Windpark-Trasse durch Naturschutzgebiet bei Arnsberg

WDR 19.03.2026 00:43 Min. Verfügbar bis 18.03.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Gerd Stüttgen, Sauerländer Bürgerliste
  • Reinhard Loos, Sauerländer Bürgerliste
  • Norbert Schulte-Schnitker, Geschäftsführer Windpark Aupketal
  • Hochsauerlandkreis

Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit, 19.03.2026, 10:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 19.03.2026, 19:30 Uhr

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