Zuckersteuer auf Zero-Getränke? Warum das sinnvoll sein kann

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Aktuelle Stunde 25.08.2026 36 Min. 35 Sek. UT Verfügbar bis 25.08.2028 WDR Von Susanna Zdrzalek

Geplante Zuckersteuer Doch kein Aufpreis für Zero-Getränke und Hafermilch?

Stand:

Die geplante Zuckersteuer soll Verbraucher eigentlich von stark zuckerhaltigen Getränken abhalten. Doch viele Details sind noch unklar und haben teils für Verwirrung gesorgt. Ein Überblick.

Wer ein zuckerhaltiges Getränk schlürfen will, soll künftig mehr dafür bezahlen müssen. Das sieht die von der Bundesregierung geplante Steuer auf zuckergesüßte Getränke vor, die das Gesundheitsministerium schon im April vorgeschlagen hatte. So könnte die Ein-Liter-Mehrwegflasche Cola oder Fanta statt beispielsweise 1,69 Euro dann 2,07 Euro kosten.

Fünf Flaschen mit verschiedenen Limonaden

Steuer auf Limonadengetränke

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Ziel der Zuckersteuer sei, den Zuckergehalt in Getränken zu reduzieren, heißt es in einem Eckpunktepapier aus dem Bundesfinanzministerium, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Die "Finanzkommission Gesundheit" hatte zuvor auf die schädlichen Auswirkungen von hohem Zuckerkonsum hingewiesen: Übergewicht, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Beispiel.

Was ist geplant?

Die schwarz-rote Bundesregierung hat sich grundsätzlich darauf verständigt, ab 2027 eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke einzuführen. Sie soll Teil eines Sparpakets für die gesetzlichen Krankenversicherungen sein. Die Details der Regelung werden noch zwischen den beteiligten Ministerien abgestimmt.

Sollen Cola Zero und andere zuckerfreie Getränke besteuert werden?

Nein. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat klargestellt, dass Getränke ohne Zucker nicht von der geplanten Steuer betroffen sein sollen. Das gilt nach seiner Aussage auch für Limonaden, die mit Süßstoff gesüßt sind – wie etwa Cola Zero. Zuvor hatten interne Papiere aus dem Finanzministerium für Verwirrung gesorgt. Darin waren auch Getränke mit Süßstoffen als mögliche Fälle für die Abgabe aufgeführt.

Warum gab es trotzdem diese Diskussion?

Am Dienstag (25.08.) waren Unterlagen bekannt geworden, die deutlich weitergehende Vorschläge beschrieben hatten. Demnach hätte die Steuer neben klassischen Softdrinks auch Fruchtsäfte aus Konzentrat und pflanzliche Milchalternativen betroffen, wie Hafer- oder Mandelmilch sowie alkoholfreies Bier und Wein. Klingbeil erklärte später, dabei habe es sich um einen fachlichen Arbeitsstand gehandelt. Dieser sei weder politisch abgestimmt noch in der Koalition beschlossen gewesen.

Lars Klingbeil

Will keine Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke: SPD-Chef Lars Klingbeil

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Klingbeil zeigte sich nicht erfreut über die öffentlich gewordenen Details. "Vor politischen Entscheidungen diskutieren die Fachleute in den beteiligten Ministerien unterschiedliche Ideen und Argumente. Natürlich auch kontrovers", so Klingbeil. "Sie schreiben Papiere, verwerfen Vorschläge und entwickeln andere weiter."

Was ist mit Hafermilch - könnte die teurer werden?

Ganz normaler Hafermilch für den Kaffee ist meist gar kein Zucker zugesetzt. Der Zucker stammt aus der natürlichen Stärke des Hafers. Der Zuckeranteil liegt bei Hafermilch häufig auch unter 4,5 Gramm pro 100 Gramm. Also: Selbst wenn eine erweiterte Zuckersteuer kommen sollte, ist es unwahrscheinlich, dass Kaffee mit Hafermilch deshalb teurer wird.

Welche Getränke könnten künftig steuerpflichtig sein?

Ín einem Glas befindet sich ein brauner Softdrink und zahlreiche Zuckerwürfel.

Ein Glas Cola enthält rund 12 Würfel Zucker.

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Das ist noch offen. Klar ist bislang nur: Die Steuer soll auf zuckerhaltige Erfrischungsgetränke zielen. Ob auch weitere Getränke wie Säfte aus Konzentrat, Milchmischgetränke oder pflanzliche Alternativen einbezogen werden, muss noch entschieden werden.

Wie hoch könnte die Steuer ausfallen?

In einem internen Vorschlag waren gestaffelte Steuersätze pro Liter vorgesehen:

  • Mehr als 4,5 Gramm Zucker: 26 Cent
  • Mehr als 7 Gramm Zucker: 32 Cent
  • Mehr als 10 Gramm Zucker: 38 Cent

Ob diese Werte so übernommen werden, ist unklar. Das Bundeslandwirtschaftsministerium kritisierte die Sätze als höher als von einer Expertenkommission vorgeschlagen.

Wie teuer würde eine Flasche Limo dadurch?

Bei einer Steuer von 38 Cent pro Liter würde eine 1,5-Liter-Flasche eines besonders zuckerhaltigen Getränks rechnerisch um 57 Cent teurer. Ob Unternehmen die Abgabe vollständig an Kundinnen und Kunden weitergeben würden, hängt von ihrer Preisgestaltung ab.

Wie viel Geld soll die Steuer einbringen?

In der Koalitionsvereinbarung war von etwa 650 Millionen Euro jährlich die Rede. Das Bundeslandwirtschaftsministerium kam bei den weitergehenden Vorschlägen auf rund zwei Milliarden Euro pro Jahr. Branchenverbände rechneten sogar mit Einnahmen von fast vier Milliarden Euro. Kritikerinnen und Kritiker befürchten deshalb, dass die Abgabe vor allem dem Haushalt helfen könnte – und nicht vorrangig gesundheitspolitische Ziele verfolgt.

Was fordert Foodwatch?

Die Verbraucherorganisation Foodwatch begrüßt grundsätzlich eine weitreichende Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke. Die Organisation drängt die Bundesregierung, die vereinbarte Regelung rasch umzusetzen. Aus Sicht von Foodwatch sollte vor allem der Zuckergehalt in Getränken sinken. Die Organisation warnt davor, dass sich die Debatte zu sehr an Einzelfragen wie Süßstoffen, Hafermilch oder alkoholfreiem Bier festbeißt.

Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagenturen AFP/DPA
  • Eckpunktepapier aus dem Bundesfinanzministerium

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 25.08.2026, 18:45 Uhr

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