- Funkhaus Wallrafplatz, Köln
- Naturdenkmal Femeiche, Raesfeld
- Haus Bürgel, Monheim
- Hoesch-Museum und -Stahlhaus, Dortmund
- Brüderkirche, Lippstadt
- Hof Ramsbrock, Bielefeld
- Ehemaliges Heereslazarett, Münster
- Gartendenkmal Waldfriedhof, Paderborn
- Historisches Mauerhaus, Rheine
- U-Bahnhof Deutsches Bergbau-Museum, Bochum
- Kronleuchtersaal, Köln
Schlösser, Kirchen, historische Gemäuer - das kommt wohl den meisten sofort beim Stichwort "Denkmäler" in den Sinn. Doch auch abseits von Fachwerk, Industriekultur oder altbekannter Landmarken hält Nordrhein-Westfalen in Sachen schöner und besonderer Architektur einige Überraschungen bereit. Wir haben einige Tipps gesammelt, die am Tag des offenen Denkmals am Sonntag definitiv einen Ausflug wert sind.
Funkhaus Wallrafplatz, Köln
Das Foyer des Funkhauses
Bildquelle: wdrmediagroup/RosenthalWarme Holzvertäfelungen, großzügige Treppen und ein Foyer, das den Optimismus der Nachkriegsjahre atmet: Das zwischen 1948 und 1954 auf den Ruinen des ehemaligen Hotels "Monopol" erbaute WDR-Funkhaus am Kölner Wallrafplatz galt bei seiner Eröffnung als architektonische Sensation. Insbesondere der Große Sendesaal setzte Standards in Sachen Raumakustik. Als bedeutendes Beispiel für die deutsche Nachkriegsmoderne wurde das Funkhaus 1996 unter Denkmalschutz gestellt.
Adresse: Wallrafplatz 5, 50667 Köln
Einlass: Am Sonntag ausschließlich im Rahmen einer Führung, von 9.30 bis 17 Uhr jeweils zur halben Stunde. Kostenlose Tickets gibt es im Foyer eine halbe Stunde vor dem Beginn der Führung. Führung für Menschen mit Sehbehinderung: 13.30 Uhr.
Sonderprogramm: Mini-Konzert des WDR Funkhausorchesters im Sendesaal um 12:30, 13.30 und 14.30 Uhr. Treffpunkt im Foyer, keine Eintrittkarte nötig.
Naturdenkmal Femeiche, Raesfeld
Uralte Eiche mit interessanter Geschichte
Bildquelle: Lutz WanigMit einem geschätzten Alter von bis zu 1.000 Jahren gilt die Femeiche im Raesfelder Ortsteil Erle als eine der ältesten Eichen Deutschlands. Seit 2021 ist sie auch Nationalerbebaum - sie steht also unter besonderem Schutz. Unter der Eiche tagte im Mittelalter das sogenannte Femegericht, das für die Verhandlung von Kapitalverbrechen wie Mord, Raub oder Brandstiftung verantwortlich war.
Adresse: Ekhornsloh 8, 46348 Raesfeld
Einlass: Jederzeit
Sonderprogramm: Sonntag, 15 Uhr - Darstellung einer mittelalterlichen Femegerichts-Verhandlung anhand eines Falls aus dem Jahr 1441
Haus Bürgel, Monheim
Gutshof auf römischen Fundamenten
Bildquelle: NRW-Stiftung/ Werner StapelfeldtIn der Rheinaue zwischen Düsseldorf und Monheim liegt der historische Gutshof Haus Bürgel. Bereits im 1. Jahrhundert nach Christus hatten römische Soldaten dort eine Siedlung gegründet. Im 4. Jahrhundert entstand dort ein Militärkastell mit dicken Mauern und Türmen. Noch heute sind die römischen Fundamente zu sehen, auf denen Haus Bürgel erbaut wurde. In der Hofanlage sind heute ein römisches Museum, eine biologische Station und eine Pferdezucht untergebracht.
Adresse: Urdenbacher Weg 1, 40789 Monheim
Einlass: Sonntag, 11 bis 17 Uhr
Besonderheit: keine Parkplätze vorhanden, Shuttle-Bus zwischen Monheim-Mitte und Düsseldorf-Benrath S-Bahnhof im 15-Minuten-Takt
Hoesch-Museum und -Stahlhaus, Dortmund
Früher arbeiteten Zehntausende Menschen in den Dortmunder Stahlwerken - allen voran auf der Westfalenhütte, die 1871 von der Unternehmerfamilie Hoesch gegründet worden war. Doch als Hoesch kurz vor der Jahrtausendwende im Thyssenkrupp Konzern aufging, endete die Zeit der Stahlkocher in Dortmund.
Seltenes Relikt der 60-er: ein Hoesch-Fertighaus
Bildquelle: Nils RöscherHeute ist im ehemaligen Portierhaus des Werks ein Museum zur Industriegeschichte untergebracht. Zu den Exponaten gehört auch ein Hoesch-Stahlhaus aus den 1960-er-Jahren: eines der wenigen Fertighäuser, die das Unternehmen einst produzierte. Nur am Tag des offenen Denkmals kann im Rahmen einer Führung auch die Hauptverwaltung besichtigt werden, die weiterhin von Thyssenkrupp genutzt wird.
Adresse: Eberhardstr. 12, 44145 Dortmund
Einlass: Sonntag, 11 bis 17 Uhr
Sonderprogramm: Führung durch das Denkmalensemble am Hoesch-Museum um 11 und 14 Uhr. Führung durch das Hoesch-Stahlhaus um 12:30 und 15:30 Uhr. Anmeldung unter info@hoesch-museum.de
Brüderkirche, Lippstadt
Interessanter Sakralbau in schöner Landschaft
Bildquelle: Christian MotogDie Brüderkirche aus dem 13. Jahrhundert ist vor allem für ihre ungewöhnliche Architektur bekannt. Der asymmetrische, zweischiffige Sakralbau, der ursprünglich als Klosterkirche der Augustiner-Eremiten diente, wird im Innenraum nur von zwei massiven Rundpfeilern gestützt. In der frühen Neuzeit spielte die Kirche eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der Reformation in Lippstadt und Umgebung.
Adresse: Johannes-Westermann-Platz 4, 59555 Lippstadt
Einlass: Sonntag, 13 bis 17 Uhr
Sonderprogramm: Line-Dance, Klaviermusik und ein ukrainischer Chor - nähere Infos und Zeiten gibt es hier.
Hof Ramsbrock, Bielefeld
Gutsensemble mit historischem Stall
Bildquelle: Hof RamsbrockGegründet im Jahr 1550 gehört Hof Ramsbrock zu den frühesten Ansiedlungen in der Bielefelder Senne. Der Hof besteht unter anderem aus Hauptgebäude, historischem Schafstall und Wassermühle. Ein Teil der Gebäude steht inzwischen unter Denkmalschutz - als Beispiel regionaler Baukultur und landwirtschaftlicher Tradition. Heute ist auf dem Hof ein Bildungszentrum für Klima und Umwelt untergebracht.
Adresse: Ramsweg 2, 33647 Bielefeld
Einlass: Sonntag, 14 Uhr, Führung zum historischen Schafstall
Besonderheiten: Besichtigung nur im Rahmen der Führung möglich
Ehemaliges Heereslazarett, Münster
Monumentalbau für das Heer
Bildquelle: Städtische Denkmalbehörde MünsterErrichtet zwischen 1936 und 1938 gilt das ehemalige Heereslazarett als Beispiel für die im Nationalsozialismus populäre Monumentalarchitektur. Wandmalereien und Skulpturen steuerten westfälische Künstler wie Ernst Bahn und Hermann Kissenkötter bei. Heute ist in dem Gebäude die Hautklinik der Uniklinik Münster untergebracht.
Adresse: Von-Esmarch-Str. 58, 48149 Münster
Einlass: Sonntag, 16 Uhr, Führung - Treffpunkt: Beginn der Auffahrt Universitätsklinikum, Gievenbeck
Besonderheiten: Besichtigung nur im Rahmen der Führung möglich
Gartendenkmal Waldfriedhof, Paderborn
Fachwerkkapelle des Waldfriedhofs
Bildquelle: ZweiteWurzelAus16, CC BY-SA 4.0Das Gartendenkmal Waldfriedhof in Schloss Neuhaus, einem Stadtteil von Paderborn, wurde 1916 gegründet. Im Zentrum befindet sich ein Ehrenhain für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges sowie eine Gedenkstätte für die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Neben zahlreichen künstlerisch gestalteten Grabstellen gilt die Kapelle im Fachwerkstil als besonders sehenswert.
Adresse: Hatzfelder Str. 38, 33104 Paderborn
Einlass: Jederzeit während der Tagesstunden
Sonderprogramm: Führungen zwischen 10 und 12:30 Uhr, Treffpunkt am Haupteingang
Historisches Mauerhaus, Rheine
Als Rheine noch von einer Stadtmauer umgeben war, waren die beengten Verhältnisse beim Hausbau ein echtes Problem. Manche Bauherren errichteten ihre Häuser deshalb direkt an der Mauer oder nutzten diese sogar als Rückwand. Zu diesen "Mauerhäusern" gehört auch das 1580 errichtete Fachwerkhaus an der Münstermauer.
Leben an der Stadtmauer
Bildquelle: Hermann Willers/Historische Altstadt RheineIm Keller kann man die letzten erhaltenen Reste der mittelalterlichen Stadtmauer besichtigen. Interessant ist außerdem eine "Ziegentreppe": Über die Rampe wurde das Vieh abends durch das Haus in die Ställe getrieben.
Adresse: Münstermauer 27, 48431 Rheine
Einlass: Sonntag 12 bis 17 Uhr
Sonderprogramm: Führungen jeweils zur vollen Stunde
Besonderheiten: Nicht barrierefrei
U-Bahnhof Deutsches Bergbau-Museum, Bochum
Der U-Bahnhof "Deutsches Bergbau-Museum" wurde erst 1989 eröffnet und steht aktuell noch nicht unter Denkmalschutz - es könnte aber bald soweit sein. Die Innenarchitektur greift zahlreiche Motive aus dem Bergbau auf: zum Beispiel pilzförmige Stützen, Keramik-Fliesen wie in den Waschräumen der Kumpel sowie eine kreisrunde Ausgangsöffnung.
Adresse: Herner Str., 44787 Bochum
Einlass: Sonntag 9:30 bis 17 Uhr
Sonderprogramm: Führungen um 10:30, 11, 14:30 und 15 Uhr - Treffpunkt: Eingang zur U-Bahn-Station. Anmeldung unter service@bergbaumuseum.de
Kronleuchtersaal, Köln
Kanalisation mit Kaiser-Deko
Bildquelle: wdrRepräsentative Kronleuchter in der Kanalisation? Mit dieser Sehenswürdigkeit dürfte Köln ziemlich alleine dastehen. Zur Einweihung des neuen Kanalisationssystems im Jahr 1890 wurde der Raum mit den Kronleuchtern geschmückt. Grund: Kaiser Wilhelm II hatte seinen Besuch angekündigt. Letztendlich kam der Kaiser doch nicht - die Dekoration wurde aber nie entfernt.
Adresse: Clever Straße/Theodor-Heuss-Ring, 50668 Köln
Einlass: Samstag und Sonntag 13:30 bis 16:30 Uhr
Sonderprogramm: Führungen alle 30 Minuten, Anmeldung erforderlich
Unsere Quellen:
Sendung: WDR.de, Diese Denkmäler sollte man gesehen haben, 11.09.2026, 5:01 Uhr
