Stunts, Witz und Explosionen: Karl-May-Festspiele starten
WDR. 03:14 Min.. Verfügbar bis 24.06.2028.
Um 10 Uhr öffnet sich das große hölzerne Tor, das mit seinem Look an den Wilden Westen erinnert, in Elspe: Die Spielzeit 2026 der Karl-May-Festspiele startet. Mehr als 50 Shows wird es bis September geben.
Karl-May-Premiere bei Hitze
Das Premieren-Wochenende soll heiß werden. Die Zuschauerränge sind immerhin überdacht und somit im Schatten. Die Bühne ist wiederum in der Sonne. Matthias Schlüter spielt Sam Hawkins und hat während der Show wohl eins der heißesten Kostüme an: unter anderem eine dicke Fellmütze: "Ja, es ist warm. Aber man merkt es erst, wenn man wieder von der Bühne runtergeht. Während der Show konzentriert man sich auf die Situation, auf den Partner."
"Für die Pferde sind neben der Bühne zusätzliche Trinkmöglichkeiten eingerichtet worden, außerdem gibt es die Möglichkeit, die Tiere mit Wasserschläuchen abzukühlen", erläutert Philipp Aßhoff, Geschäftsleiter von Elspe-Festival. Schattenflächen gäbe es auf der Bühne weniger, neben den Kulissen sind diese Rückzugsorte zu jeder Tageszeit zu finden.
Winnetou I - Häuptling der Apachen
Insgesamt 40 Pferde sind in dem Stück zu sehen.
Die Show trotzt demnach der Hitze und nimmt die Zuschauer mit nach New Mexico:
Dann erklingt Filmmusik. Eine Kulisse erhebt sich aus dem Boden. Dort sitzt Karl May an einem Schreibtisch, in seiner Hand eine Feder. Er schreibt gerade seine weltbekannten Geschichten auf. "Man darf doch mal träumen dürfen?" fragt er zu Anfang des Stücks. Um ihn herum mystischer Rauch. Karl May nimmt das Publikum mit in seine Phantasie, seine Geschichte.
Das Setting ist der Wilde Westen in Nordamerika in einer Zeit, in der Eisenbahnen das Land verändern sollen. Es kommt ein Deutscher nach New Mexico: Karl May oder besser bekannt als Old Shatterhand.
Er sucht Arbeit und Abenteuer - doch schnell merkt er, dass es hier um weit mehr geht als um Vermessungen und Schienen. Denn dieses Land gehört den Apachen. Winnetou versucht gemeinsam mit seinem Stamm den Frieden zwischen seinem Volk und den Weißen zu bewahren.
Für Old Shatterhand schließt sich ein Kreis
Neu im Schauspiel-Ensemble ist dieses Jahr Thomas Koziol als Old Shatterhand. Die Freilichtbühne ist für ihn dennoch nicht neu: Der gebürtige Österreicher hat vor 30 Jahren eine Aufführung in Elspe gesehen und war so begeistert, dass er die Karl-May-Festspiele nach Österreich holte.
Dort, in seiner Heimat, spielte er in der Vergangenheit immer die Rolle des Winnetou. "Zurück" in Elspe, dieses Mal auf der Bühne und nicht auf den Zuschauerrängen, verkörpert er nun zum ersten Mal Old Shatterhand.
Pferde, Adler und Explosionen in Elspe
Szene aus "Winnetou I - Häuptling der Apachen" in Elspe
"Winnetou I" erzählt von Freundschaft über Grenzen hinweg, von Mut und Schuld und von falschen Entscheidungen. In diesem Stück lernen sich Winnetou und Old Shatterhand kennen und werden Freunde - doch bis dahin gibt es viel zu sehen: den Kampf um Macht, Tradition, Schuld und Mut.
Pferde galoppieren über die Freilichtbühne, ein Weißkopfseeadler gleitet beeindruckend durch die Kulissen. Es gibt Schießereien, laute Explosionen, Stunts mit Feuer und dazu eine Prise Humor. Das ist eine Show zum Gucken und Fühlen.
Unsere Quellen:
- Elspe Festival
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Südwestfalen, 24.06.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR 2, Lokalzeit Südwestfalen, 24.06.2026, 12.30 Uhr
